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Neuer Smart-Home-Standard

Lemonbeat: neuer Standard im Internet der Dinge

Im Internet der Dinge herrscht Sprachverwirrung. Das soll sich ändern – mit dem einheitlichen Standard namens Lemonbeat.

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© chombosan / Fotolia.com

ZigBee, Z-Wave oder EnOcean sind nur drei der populären Standards, über die smarte Gadgets miteinander kommunizieren. Im Internet of Things (IoT), dem Internet der Dinge, das jetzt schon riesig ist und noch wächst, gibt es noch etliche mehr. Nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im professionellen Umfeld, wo IoT-Geräte weitaus verbreiteter sind, kann das häufig zu Einschränkungen oder Chaos führen. Mit Lemonbeat möchte RWE einen Standard entwickeln, der endgültig die Vorherrschaft im Universum der vernetzten und smarten Dinge übernimmt.

Das Ziel des deutschen Technikkonzerns: eine möglichst hohe Kompatibilität unterschiedlicher IoT-Devices von verschiedenen Herstellern, damit diese problemlos kommunizieren, Befehle austauschen, Anweisungen aussprechen, entgegennehmen und umsetzen sowie Daten sammeln und übermitteln können. Im Internet der Dinge ist eine reibungslose Verständigung oberstes Gebot, eine gemeinsame Sprache ist die derzeit noch größte Hürde. So sollen künftig einfache Lichtschalter im Smart Home, aber auch komplexe Anlagen in hochmodernen Betrieben auf Lemonbeat setzen – so die Vorstellung von RWE. 

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Auf dem Weg zum internationalen Standard

Vollständig heißt der Standard „Lemonbeat smart Device Language“ (LsDL) und bis dieser zu einer weltweiten Norm wird, ist es noch ein langer Weg. Doch die ersten wichtigen Schritte haben die Initiatoren bereits getan: LsDL liegt dem World Wide Web Consortium (W3C) zur Kommentierung vor. Dieses Gremium entwickelt technische Spezifikationen und Richtlinien für das Internet – auch für das Internet of Things – und erhebt diese zum Standard. Die Chancen für Lemonbeat, ebenfalls zu solch einem Standard zu werden, stehen nicht schlecht. Denn von Anfang an haben die Entwickler auf Transparenz, Offenheit und Zukunftssicherheit geachtet.

Das sind denn auch die großen Vorteile: Da Lemonbeat auf den weit verbreiteten und etablierten „Grundsprachen“ XML, XSD und EXI basiert, die im Web sowie anderen Netzwerken zum Einsatz kommen, handelt es sich um einen offenen Standard, der von Herstellern leicht implementiert werden kann. Niedrige Kosten und unkomplizierte Nutzung stehen also im Vordergrund – zwei wichtige Faktoren, wenn ein Standard sich durchsetzen soll. 

Lemonbeat soll einfach nutzbar sein

Zudem ist LsDL erweiterbar, sodass selbst Geräte, die noch gar nicht erfunden wurden, nahtlos mit anderen Gadgets und Maschinen kommunizieren können. Dazu passt die Unterstützung für sogenannte „updates over air“ (UOA), mit der Geräte drahtlos mit neuen Funktionen versorgt werden. Welcher Übertragungsweg dabei und ganz generell zum Einsatz kommt, ist Lemonbeat letztendlich egal: Sowohl populäre Techniken wie WLAN oder Bluetooth als auch andere, weniger stark verbreitete Standards sind möglich. Wichtig ist lediglich, dass die Protokolle TCP/IP oder UDP/IP genutzt werden. Die Spezifikation von Lemonbeat hält sich nicht weiter mit dem konkreten physikalischen Datentransfer auf – für einen flächendeckenden Erfolg ist das ebenfalls vorteilhaft.

Lemonbeat funkt im Frequenzbereich zwischen 853 und 870 Megahertz; dieses gehört zu den sogenannten ISM-Bändern, die lizenzfrei genutzt werden dürfen. Als Reichweite gibt die Lemonbeat GmbH in Dortmund ordentliche 1,5 Kilometer an. RWE hat das Tochterunternehmen im letzten Jahr gegründet und damit die Entwicklung von LsDL ausgelagert. So arbeiten die Entwickler beispielsweise auch an einer Verschlüsselung, um die Datenübertragung zwischen den smarten Gadgets abhörsicher zu machen.

Gardena Set

Ohne eine starke Verbreitung wird auch die beste Spezifikation nicht zum Standard. Es gilt also, die Hersteller von IoT-Geräten davon zu überzeugen, Lemonbeat zu nutzen. Dafür bietet RWE interessierten Firmen die nötige Software, passende Chips und weitere Hardware – wie etwa Funk-Gateways und WLAN-Stationen mit LsDL. Ein prominentes Unternehmen, das bereits mitmacht, ist Husqvarna. Der schwedische Hersteller von Geräten für Garten- und Landschaftspflege nutzt im „smart system“ seiner Marke Gardena Lemonbeat als Übertragungsstandard. Ein erster Schritt ist also auch hier getan.

Fazit

Die unterschiedlichen Geräte und Anwendungen im Internet der Dinge müssen miteinander kommunizieren. Dafür müssen sie jedoch eine gemeinsame Sprache sprechen – oft ein Problem. Mit Lemonbeat möchte RWE solch eine gemeinsame Sprache entwickeln und diese zum Standard im IoT machen. Das könnte tatsächlich gelingen und damit die Sprachverwirrung im Netz mildern.

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