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Memodo: Smart-Home-Steuerung mit Spielfiguren

Beim Design-Konzept Memodo werden Smart-Home-Geräte ganz einfach durch Alltagsgegenstände gesteuert.

Memodo Bedienkonzept

© Gábor Balínt

Der ungarische Produktdesigner Gábor Balínt nimmt die Kontrolle über das Smart Home buchstäblich in die Hand. Schon während seines Studiums hat er sich mit allen möglichen Ansätzen beschäftigt, wie sich Smart-Home-Geräte und die zugehörigen Szenen im Alltag besser kontrollieren lassen als mit immer wieder neuen Apps auf dem Smartphone oder Tablet-PC. In einem Praktikum beim britischen Prozessor-Entwickler ARM wagte er obendrein einen Blick hinter die Kulissen der Devices des Internet of Things. Sein Eindruck: „Die Hersteller von Smart-Home-Geräten stehen unter großem Druck. Immer wieder entwickeln sie neue Produkte und müssen diese so schnell wie möglich auf den Markt bringen“, sagt Gábor Balínt. „Am einfachsten ist es für den Hersteller, wenn er für die Steuerung einzelner Geräte oder Anwendungen jeweils eine eigene App programmiert.“

Für den Nutzer bedeutet dies aber, dass er im Zweifelsfall ständig das Smartphone aus der Tasche ziehen muss, um über alle möglichen Apps seine verschiedenen, vernetzten Geräte oder auch Szenen in einer übergreifenden Smart-Home-Steuerung zu kontrollieren. „Für den Nutzer ist das meist nicht die beste Lösung“, findet der 27-jährige Produktdesigner.

Spielfiguren steuern Smart-Home-Szenen

Gábor Balínt suchte nach einer Lösung und konzipierte im Rahmen seiner Masterarbeit an der Moholy-Nagy University of Arts and Design eine alternative Steuerungstechnik für Smart-Home-Geräte. Sein Ansatz: Statt Befehle in Apps zu tippen oder per Fernbedienung zu übermitteln, löst der Nutzer die Kommandos über eine Art Spielbrett, Memodo genannt, aus: Werden kleine Alltagsgegenstände – zum Beispiel eine Spielfigur – in eine kreisförmige Mulde des Memodos gestellt, so erkennt Memodo dies und gibt einen vordefinierten Befehl an ein Smart-Home-Gerät weiter. 

Jeder verwendete Gegenstand steht hierbei für einen bestimmten Befehl: Ein Spielzeugauto schaltet beispielsweise eine Stehlampe an, ein Würfel sorgt dafür, dass sich die vernetzte Jalousie schließt. Die Zuordnung legt der Nutzer selbst fest. Um eine bestimmte Szene zu aktivieren, legt man den entsprechenden Gegenstand in die Memodo-Vertiefung. Dort erkennen Kameras und andere Sensoren das Objekt und senden den zugehörigen Steuerungsbefehl an den Heimserver.  

Memodo

Gábor Balínt nennt die Steuerungsobjekte Totems. Sie lassen sich vom Nutzer selbst auswählen und individuell anlernen. „So kann jeder selbst bestimmen, womit er beispielsweise eine Szene fürs Fernsehen oder zum Schlafengehen kennzeichnet. Die Gegenstände müssen nur einmal in der Vertiefung erfasst und der jeweiligen Szene im Heimserver zugeordnet werden, dann weiß Memodo Bescheid“, umschreibt Balínt die Prozedur. Die TV-Szene, die etwa das Licht im Wohnzimmer dimmt, den Fernseher einschaltet und Netflix startet, könnte über ein Spielzeug (idealerweise über ein kleines TV-Modell) aktiviert werden. 

Anwendungen werden sichtbar

Der Vorteil der Totem-Steuerung liegt auf der Hand: Die Kontrolle über Smart-Home-Geräte wird für alle Nutzer anschaulich. Ein Blick in die Aktionsfläche macht sofort klar, welche Szene gerade aktiv ist. Beispielsweise könnte man passend zu jedem Befehl auch entsprechende Miniaturen verwenden. Der nächste Vorteil: Auch Nutzer ohne Smartphone können das Heim mit den Totem-Figuren bedienen – und Gäste kann man ganz einfach in die Steuerungslogik des Hauses einweihen. 

Memodo

Natürlich lassen sich Szenen und einzelne Smart-Home-Geräte auch weiterhin per App oder auch über Wandtaster oder Fernbedienungen steuern. „Memodo ist eine Ergänzung zu den bisherigen Steuerungsansätzen im Smart Home und Internet of Things, kein Ersatz“, sagt Gábor Balínt. Technisch gesehen funktioniert Memodo ohnehin ähnlich wie ein programmierbarer, erweiterbarer Mehrfachtaster. Es ist denkbar, dass mehrere der smarten „Fernbedienungen“ an unterschiedlichen Orten im Haus auf Kommando-Figuren warten. 

Konzeptstudie mit Aussicht auf Realisierung

Theoretisch kann Memodo alle denkbaren Smart-Home-Systeme kontrollieren, sofern es die richtigen Datenschnittstellen unterstützt. An dieser Stelle endet allerdings die bisherige Umsetzung des 27-jährigen Designers: Memodo ist bislang eben nur ein Design-Konzept, das Gábor Balínt im Rahmen seiner Masterarbeit hergestellt hat.

Neben seinem jetzigen Job in einem Designstudio in Budapest arbeitet Gábor Balínt aber an einem funktionierenden Prototyp für die Integration von Memodo ins Smart Home. Dabei stößt er allerdings auch an Grenzen: „Um es als marktreifes Produkt fertigzustellen, benötige ich Partner, die mich zum Beispiel technisch unterstützen", räumt der Produktdesigner ein. Denn allein die Übersetzung der gegenständlichen Befehle in alle möglichen Smart-Home-Steuerungsprotokolle dürfte ein weiteres Großprojekt für Techniker und Programmierer sein. Lohnen könnte es sich allemal, denn Memodo hat durchaus schon für einige Aufmerksamkeit unter Experten für die Smart-Home-Steuerung gesorgt.

Alternative Ansätze für die Steuerung von Smart-Home-Geräten jenseits von Apps, Wandtastern und Fernbedienungen liegen im Trend. Das zeigen neben Memodo auch Konzepte wie Cube oder der inzwischen fertiggestellte Universalcontroller Nuimo des deutschen Start-ups Senic. Angesichts der unübersichtlichen Flut an Apps für alle möglichen vernetzten Gadgets ist das mehr als verständlich. 

Fazit

Die größte Herausforderung für Produktentwickler ist, ihre Konzepte mit dem real existierenden „Internet der Dinge“ und all den dort eingesetzten Kommunikationsstandards zu verbinden. Hier bleibt nicht nur für Gábor Balínt bei seinem Projekt Memodo noch viel zu tun.

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