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Praxis-Test

Mini-Roboter: Dachrinnen sauber auf Knopfdruck

Es ist eine der unbeliebtesten und gefährlichsten Arbeiten am Haus: Laub und Schmutz aus der Regenrinne entfernen. Jetzt gibt es eine komfortablere Lösung. Wir haben sie ausprobiert.

Laub in Dachrinnen lässt sich jetzt durch Roboter entfernen.

© soupstock / Fotolia.com

Wenn im Herbst das Laub von den Bäumen fällt, werden die meisten Hausbesitzer nicht poetisch, sondern nervös: Jetzt droht das Reinigen der Regenrinnen. Eine Aufgabe, die ungefähr so „beliebt“ ist wie die Steuererklärung. Aber wenn man die Regenrinnen nicht zeitig von Laub und anderem Schmutz befreit, drohen Verschlüsse und Schäden durch überlaufendes Wasser. Warum viele diese Aufgabe scheuen, liegt auf der Hand: Mit der Leiter geht es in schwindelerregende Höhen, die Unfallgefahr ist nicht zu unterschätzen. Zudem sind manche Stellen aufgrund von Hindernissen nur schwer zu erreichen. Doch auch für diese Aufgabe gibt es jetzt eine smarte Lösung: einen „Dachrinnen-Fege-Putz-Roboter“. Kann der was? Wir haben ihn getestet. Hier der Erfahrungsbericht.

Bürstentorpedo für die Dachrinne

Eines vorweg: Ein echter Roboter ist der Looj 330 (UVP: 299 Euro), so der Name des Geräts, streng genommen nicht. Schließlich handelt es sich bei Robotern per Definition um Maschinen, die sich autonom bewegen und dabei verschiedene Aufgaben erledigen. Ohne die Mithilfe seines menschlichen Besitzers aber kann der Regenrinnenreiniger wenig ausrichten. Er sieht auch nicht aus wie ein typischer Roboter, sondern mutet eher wie eine Mischung aus Kettensäge und Ghettoblaster an. Aber egal: So einen „Dachrinnen-Fege-Putz-Roboter“ via Fernbedienung zu steuern, hört sich nach Spaß an – zumindest für spielzeugverrückte Männer wie mich. Aber ganz ohne eigenen Einsatz geht es nicht: Also doch rauf auf die Leiter, Roboter in die Dachrinne einsetzen, die Eichhörnchen-Familie evakuieren, und los geht‘s.

Und siehe da: Der Looj 330, der Vorreiter – oder besser gesagt Vorfeger – einer neuen Gartengerätegattung, macht nach beherztem Druck auf die Fernbedienung einen guten Job. Die Reinigungsblätter rotieren, Laub und Dreck fliegen wild durch die Luft – und auf mich. Schnell bringe ich Hund und mich in Deckung. Das Laub wird in hohem Bogen aus der Dachrinne befördert und landet vorm Wohnzimmerfenster. Das werde ich wohl später wegfegen müssen. Aber anders geht es eben nicht – einen Auffangbeutel am Looj anzubringen, würde einfach keinen Sinn machen.

Natürlich wird das nicht gerade leise Schauspiel auch von anderen bemerkt. Es entspinnen sich Gespräche am Gartenzaun. Nachdem ich meine besorgte Nachbarin davon überzeugt habe, dass keine Tiere in Not in der Dachrinne um ihr Leben strampeln und es nicht nötig ist, die Feuerwehr zu rufen, findet auch sie das Prinzip immer besser – und der Wunsch „Kann ich den auch mal ausprobieren?“ wird immer größer.

Kleiner Schönheitsfehler

Richtig intelligent ist der Putzteufel mit Raupenantrieb zugebener Maßen nicht. Muss er auch nicht. Denn im Prinzip besteht seine Aufgabe lediglich darin, in der Rinne hin- und herzufahren. Verhakt er sich irgendwo und kommt nicht mehr weiter, greift er auf bewährte Überlebensstrategien zurück: Er schreit nach Papa. Wobei er natürlich nicht „Papa“ brüllt, sondern herumpiepst. Und das passiert gar nicht so selten. In einem Fall löst eine Steigung in der Dachrinne dieses Verhalten aus (das ist baulich sicher selten, kam aber im Test vor). Um Ecken kommt der Looj bauartbedingt auch nicht herum. So muss ich die Leiter doch öfter neu ansetzen, als mir lieb ist.

Nach rund 30 Minuten ist die Dachrinne trotzdem sauber. Also wieder rauf auf die Leiter, Looj gelobt – das hat er sich verdient – und damit leider nicht weiter zu meiner nächsten Dachrinne, sondern direkt in die offenen Arme des Mannes meiner Nachbarin. Denn er MUSS den jetzt dringend ausprobieren. Naja,  „Sharing“ ist ja auch irgendwie smart…

Fazit

Rund 300 Euro für einen „Dachrinnen-Fege-Putz-Roboter“ sind viel Geld für ein Gerät, das nur einige Male im Jahr zum Einsatz kommt. Der Looj ist aber eine praktische Hilfe und macht seinen Job recht ordentlich. Wer Lust darauf bekommen hat: Warum nicht mit den Nachbarn zusammenlegen und sich die Anschaffung teilen? Oder ihn verleihen und sich im Nachhinein, wie ich, über die vielen Flaschen Wein, die es als Dankeschön gibt, freuen.

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