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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Ein Leben als Cyborg?

Mit dem Chip unter der Haut das Smart Home steuern

In Zukunft sollen Mensch und Technologie verschmelzen. Der eigene Körper würde so Teil des „Internets der Dinge“.

Menschliches Gesicht als Cyborg vernetzt

iStock.com/satori13

Technische Hilfsmittel revolutionieren seit einigen Jahren unseren Alltag. So lässt sich das intelligente Zuhause wie selbstverständlich bequem über ein Smartphone, den Tablet-PC oder den Desktop-Computer steuern. Wenn es sein muss, geschieht das alles sogar aus dem Urlaub, um Einbrecher abzuschrecken, oder aus dem Büro, um die Heizung kurz vor Feierabend hochzudrehen, damit es bei der Ankunft im trauten Heim angenehm warm ist. Ebenso verbreitet sind Wearables, auch als Smartwatches oder Fitness-Tracker bekannt. Das intelligente Accessoire am Handgelenk misst Vitalfunktionen rund um die Uhr, protokolliert dezent im Hintergrund sportliche Leistungen und überwacht sogar die Schlafphasen des Trägers. Zuvor definierte Ziele wie das Erreichen einer bestimmten Schrittzahl pro Tag werden dem Nutzer zudem direkt mitgeteilt.

All diesen spannenden technischen Innovationen ist gemein, dass sie das Mitführen einer externen Hardware, also eines Smartphones oder einer cleveren Uhr, erfordern. Sogenannten Bio-Hackern geht das nicht weit genug: Sie wollen die Steuerhardware direkt in den Körper implantieren. Über die in den Körper verpflanzte Technik sollen Geräte gesteuert und Vitaldaten erhoben werden. Sogar die Leistungsfähigkeit des Menschen soll gesteigert werden. Aus dem „Internet of Things“, über das sich Elektrogeräte, Lampen oder Jalousien steuern lassen, wird im Bio-Hacking das „Internet of Us“, bei dem der Mensch nach und nach integraler Bestandteil der Vernetzung wird.

So funktioniert Bio-Hacking

Um es gleich vorweg zu nehmen: Sehr ästhetisch ist der Gedanke des Bio-Hackings nicht. Denn bei dem Verfahren wird nach aktuellem Stand Elektronik deutlich sichtbar unter die Haut des Trägers operiert. Hergestellt wird die Hardware unter anderem vom US-Unternehmen Grindhouse Wetware. Deren Mitbegründer hat in der Bio-Hacking-Szene schon im Jahr 2013 Aufsehen erregt, weil er sich eine Hardware namens Circadia unter die Haut am Unterarm hat schieben lassen. Da derartige Operationen in seinem Heimatland, den USA, nicht erlaubt sind, hat er den Eingriff in Essen vornehmen lassen – ohne Doktor, sondern von einem sogenannten Körper-Modder, der Menschen auch Implantate unter die Haut schiebt, die sie wie Echsen aussehen lassen.

Die Sensoren des Circadia können verschiedene Vitalwerte via Bluetooth an ein Android-Handy senden. Im Gegenzug lassen sich vom Smartphone aus die im Circadia-Chip integrierten LEDs unter der Haut des Trägers zum Leuchten bringen, um beispielsweise Texte anzuzeigen. Aktuell implantiert das Startup-Unternehmen aus Pittsburgh den Chip North Star V1. Der präsentiert sich extrem flach und lässt sich auf der Handoberfläche unter der Haut verstauen. Nach Aussage des Unternehmens hat der Chip mit einer LED-Beleuchtung, die deutlich sichtbar durch die Haut scheint, ausschließlich ästhetische Zwecke wie etwa ein Piercing oder ein Tattoo. In der Version V2 soll der Chip dann nachgeladen werden können und es ermöglichen, elektronische Geräte via Bluetooth über Gesten zu steuern.

Andere moderne Körperimplantate arbeiten bereits mit NFC-Technik. Der Kurzstreckendatenfunk kann beispielsweise verwendet werden, um an der Kasse im Supermarkt oder Kaufhaus kontaktfrei zu bezahlen – durch reinen Körpereinsatz sozusagen. Auch Türen mit intelligent vernetzten Schlössern werden sich über eingepflanzte NFC-Chips öffnen lassen. Die Träume der Bio-Hacker gehen freilich schon jetzt viel weiter und erinnern, beispielsweise bei einem Infrarotblick, nicht wenig an Arnold Schwarzeneggers Terminator. 

Fazit

Das Bio-Hacking steckt derzeit noch in den Kinderschuhen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die technischen Komponenten noch sehr groß sind. Man kann fest davon ausgehen dass es den Bio-Hackern gelingt, die Miniaturisierung weiter voranzutreiben. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis smarte Technik den menschlichen Körper erobert. Ob dabei unbedingt LEDs durch die Haut scheinen müssen oder der Nutzen im Vordergrund steht, wird sich zeigen. Clever eingesetzt könnte auch diese Technik in Zukunft Menschen mit Beeinträchtigungen helfen oder älteren Personen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

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