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Smarte Klimaüberwachung

Mit vernetzten Kräften gegen den Schimmel im Haus

Ein gutes Raumklima bedeutet nicht nur, dass es im Winter mollig warm ist. Vernetzte Raumluftsensoren sorgen für gute Luft – und beugen vor.

Frau steht vor offenem Fenster

© JenkoAtaman / Fotolia.com

Wer ganz einfach etwas über schwierige Luftverhältnisse lernen möchte, der besuche den Unterrichtsraum einer Mittelstufenklasse am Ende einer Doppelstunde Mathematik im Winter. Wenn anderthalb Stunden lang 25 bis 30 Schüler und ein Lehrer mit dampfenden Köpfen die Luft im Klassenzimmer verbraucht haben, sind sämtliche Merkmale frischer Luft aufgezehrt. Doch was macht gutes Raumklima überhaupt aus und wie lässt es sich überwachen? Natürlich sollte Atemluft genug Sauerstoff enthalten, doch das ist längst nicht alles. Die gute Nachricht: Smarte Raumluftsensoren und eine intelligente Auswertung ihrer Messwerte können bei der Optimierung helfen. 

Luft ist mehr als Sauerstoff und CO2

Die Umgebungsluft, egal ob im Freien oder in geschlossenen Räumen, ist stets ein Gemisch aus verschiedenen Gasen wie Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid sowie Wasserdampf. Dass Sauerstoff für den Menschen wichtig ist, weiß jedes Kind. Er wandert bei jedem Atemzug ins Blut und hält so den Organismus überhaupt am Leben. Für das Raumklima spielt allerdings der Anteil an Wasserdampf in der Luft eine ähnlich wichtige Rolle. Gerade in geschlossenen Räumen hat eine zu hohe Luftfeuchtigkeit auf Dauer schädliche Wirkungen. Sie fördert beispielsweise die Bildung von Schimmel an Wänden, hinter Schränken, im Keller oder etwa im Badezimmer und gefährdet damit die Gesundheit der Bewohner. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit macht dagegen die Haut spröde und reizt die Schleimhäute. Eine Optimierung in der gesunden Mitte ist also gefragt.

Die Luftfeuchtigkeit im Blick

Die Luftqualität lässt sich mit vergleichsweise einfachen Messgeräten überwachen. Die relative Luftfeuchtigkeit etwa misst ein Hygrometer. Er gibt sie als Prozent-Wert an, mit dem Laien allerdings meist nicht viel anfangen können, denn er ist, wie der Name schon sagt, relativ und hängt in erster Linie von der Temperatur ab: Die relative Luftfeuchtigkeit beschreibt bei einer bestimmten Temperatur den Anteil an Wasserdampf in der Luft im Vergleich zur maximal möglichen Menge. 100 Prozent relative Luftfeuchtigkeit markieren den so genannten Taupunkt. Bei diesem Wert kondensieren Wassertröpfchen aus der Luft und schlagen sich sichtbar und fühlbar nieder. So entsteht beispielsweise der morgendliche Tau auf einer Wiese, nachdem sich die Luft nachts abgekühlt hat. Oder die Feuchtigkeit auf einer Sprudelflasche, nachdem man sie aus dem Kühlschrank geholt hat.

Die relative Luftfeuchtigkeit lässt sich mit verschiedenen vernetzten Messgeräten überwachen, die auch den beschriebenen Zusammenhang zwischen Luftfeuchte und Raumtemperatur im Blick behalten und dem Nutzer so Tipps für ein optimales Raumklima geben können. Der Cosy Radar (um 40 Euro) vom deutschen Hersteller TFA Dostmann etwa ist ein präziser Thermo-Hygrometer, der Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum überwacht und über längere Zeiträume speichert. Dabei lassen sich für die Werte Grenzwerte eingeben, bei deren Über- oder Unterschreitung ein Alarm gegeben wird.

Cosy Radar

Die App gibt Tipps zum richtigen Lüften

So richtig smart wird das Ganze erst, wenn man den Temperatur- und Feuchtesensor mit dem vernetzten WeatherHub-System (um 80 Euro) des gleichen Herstellers verbindet. Das sammelt die Daten des lokalen Raumluft-Messgerätes zusammen mit weiteren möglichen Sensoren wie etwa einer Wetterstation im Freien oder mit Online-Wetterdaten. Aus der Kombination von Innenraum-Informationen und den aktuellen Wetterverhältnissen ermittelt die App Empfehlungen, wann man etwa lüften sollte – und wann besser nicht.

TFA WeatherHub

Hintergrund: Lässt man etwa im Winter kalte, feuchte Luft von draußen in einen warmen Raum, dann sinkt die relative Luftfeuchtigkeit beim Aufheizen dieser Luft deutlich – es droht eine zu trockene Luft. Umgekehrt steigt die relative Luftfeuchte gefährlich an, wenn man etwa im Sommer heiße, feuchte Luft ins Haus lässt, die sich dann in den eigenen vier Wänden abkühlt und im Extremfall an kühleren Innenwänden kondensiert. Aus diesem Grund sollte man etwa kühle Kellerräume im Sommer nur sehr sparsam und bei Nacht lüften, im Winter dagegen großzügig. Da die WeatherHub-App Temperatur und Luftfeuchtigkeit drinnen wie auch draußen kennt, kann sie hilfreiche Empfehlungen geben, wie sich das optimale Raumklima am besten erreichen lässt. 

Screenshot App Netatmo

Einen Vergleich zwischen Innen- und Außentemperatur und -Luftfeuchte ermöglicht indes auch die vernetzte Wetterstation Netatmo.  Sie besteht in ihrer Basisausführung aus einer Außen- und einer Innenstation und ermittelt (ca. 130 Euro) ebenfalls die Temperatur und Luftfeuchte an beiden Orten. Konkrete Hinweise zum Lüften oder Warnungen vor Schimmelgefahr gibt ihre App selbst allerdings nicht. Sie misst aber zudem den CO2-Gehalt der Luft im Innenraum und gibt Hinweise zur Optimierung des Raumklimas. Außerdem lässt sie sich mit anderen vernetzten Gerätschaften verbinden, etwa über die Onlineplattform IFTTT (https://www.smart-wohnen.de/haus-garten/artikel/ifttt-liefert-online-rezepte-fuer-das-smart-home/). Hier kann man etwa die ebenfalls vernetzt steuerbaren LED-Leuchten Philips Hue aufblinken lassen, sobald die Luftfeuchtigkeit oder der CO2-Gehalt im Raum einen bestimmten Grenzwert überschritten haben.

Schimmel entsteht an kalten Wänden

Rund um die Schimmelbildung gilt es, weitere Randbedingungen zu beachten. Neben dem Wert der Luftfeuchtigkeit ist es auch wichtig zu wissen, wie die Luft außerhalb des Hauses beschaffen ist und wie kalt dadurch etwa die Außenwände sind. Ein Beispiel dazu: Hat die Luft bei 22 Grad Raumtemperatur eine relative Luftfeuchte von 60 Prozent, dann würde sich schon bei einer Temperatur von knapp 14 Grad Kondenswasser bilden. In schlecht wärmegedämmten Altbauten können Innenwände im strengen Winter leicht auf solche Temperaturen abkühlen und dann anfällig für Schimmel sein.

Zur Optimierung des Raumklimas sind auch grobe Faustregeln hilfreich: Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen auf Dauer nicht über 60 Prozent liegen. Das ist im Sommer oft schwieriger zu erreichen als im Winter – und dann auch weniger schlimm. Denn Gefahr droht vor allem dann, wenn etwa Ecken an den Außenwänden oder Wandflächen hinter Schränken deutlich kälter sind als der Rest des Raumes und sich deshalb dort Kondenswasser bildet.

App von Tado

Gegen Schimmelbildung helfen generell zwei Maßnahmen: Lüften und Heizen. Tauscht man die feuchte, warme Luft drinnen gegen ebenfalls feuchte, aber kalte Luft von draußen aus, dann sinkt die relative Luftfeuchtigkeit beim Aufheizen drastisch ab. Im Bad kann man der Schimmelbildung auch vorbeugen, indem man während des Duschens die Heizung dort kräftig hochdreht. So kann die Luft mehr Wasserdampf aufnehmen. Nach dem Duschen und kräftigem Lüften kann man die Temperatur wieder auf Normalniveau zurückdrehen. Generell sollte man in Altbauten im Winter nicht zu sparsam mit der Heizung umgehen und die Raumtemperatur etwa nachts nur leicht absenken – die steigende Luftfeuchte kann sonst verstärkt Kondenswasser an die Wände treiben.

Heizungssteuerungssystem AlphaEOS

Intelligente Heizungssteuerungen wie Tado oder das vorausschauende, wetterabhängige System AlphaEOS erleichtern nicht nur solche speziellen Heizungsregelungen. Sie haben die Luftfeuchtigkeit ebenfalls im Blick. Auch Smart-Home-Systeme wie Innogy Smarthome ermitteln an Raum-Temperaturfühlern oder Heizköperthermostaten die Luftfeuchtigkeit und bieten Programme zur Warnung und zum Schutz vor Schimmel. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit fordern die zugehörigen Apps zum Lüften auf, im Notfall wird der Raum weiter aufgeheizt, um die relative Luftfeuchtigkeit und damit die Schimmelgefahr zu mindern. 

Fazit

Wie alle vernetzten Überwachungssysteme haben auch die Raumklima-Messgeräte den großen Vorteil, dass ihre anschaulichen Darstellungen und Warnhinweise zunächst den eigenen Blick für die Zusammenhänge des Raumklimas schärfen. Wie bei einem Fitnesstracker, der sportliche Übungen in Kalorien und Trainings-Levels übersetzt, ist auch hier die Erkenntnis der wichtige erste Schritt zur Besserung.

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