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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Smarte Fernbedienung

Neeo steuert Musik, Haustechnik und TV mit nur einem Klick

Zentral und intuitiv: Das neuartige Konzept der Fernbedienung NEEO vereinfacht die Smart-Home-Steuerung.

Neeo Remote und Brain

© NEEO AG

„Schlaue Häuser brauchen eine smarte Fernbedienung“, sagen die Macher der Heimsteuerung NEEO. Sie besteht aus einer kreisrunden Funkzentrale namens „Brain“ und der stylischen Fernbedienung „Remote“ mit hochauflösendem Touchscreen und wenigen Tasten. Der Anspruch: NEEO will alle anderen Fernbedienungen überflüssig machen und gleichzeitig alle Smart-Home-Komponenten im Haus steuern, unabhängig von deren Funkstandard. Für dieses ambitionierte Ziel bringt NEEO verschiedene Protokolle mit: Von Infrarotschnittstellen, WLAN und Bluetooth, bis zum Z-Wave- und Zigbee-Standard sind die wichtigsten Steuerungsstandards mit an Bord.


Merkmale wie die Kombination von Audio-Video- und Smart-Home-Steuerung machen NEEO einzigartig. So etwas lässt sich zwar mit großen Systemen von Crestron oder Gira auch umsetzen, erfordert allerdings eine individuelle Programmierung vom Profi. Die NEEO-Macher Raphael Oberholzer und Oliver Studer gingen den umgekehrten Weg und bieten eine Art vernetzte Universalfernbedienung, die neben Musikstreaming und Smart-TV eben auch Licht, Heizung & Co. kontrollieren kann. Auch die automatische Nutzererkennung über Sensoren in der NEEO-Remote ist eine Innovation.

Neeo Brain und Remote

All diese Innovationen trugen dazu bei, dass NEEO im letzten Jahr bei seiner Kickstarter-Kampagne über 1,5 Millionen Dollar einsammeln konnte. Darüber hinaus räumten die Macher auf der Elektronikmesse CES 2016 im Januar einen CES Innovation Award ab. In Kürze soll die erste Serie ausgeliefert werden.

Die Väter des Projektes sind die beiden 33-jährigen Schweizer Raphael Oberholzer und Oliver Studer, die in Solothurn bei Bern bereits zusammen zur Schule gingen. Im Interview stand uns Geschäftsführer und Haupt-Kommunikator Raphael Oberholzer Rede und Antwort.

Die Macher von Neeo Oliver Studer und Raphael Oberholzer

Herr Studer und Sie sind gemeinsam zur Schule gegangen – und wurden auch gemeinsam aus dem Informatikunterricht verbannt. Richtig?

Raphael Oberholzer: Ja, das stimmt. Wir sind zusammen aus dem Informatikunterricht geflogen.

Hat das rückblickend etwas mit der Entwicklung von NEEO zu tun?

Raphael Oberholzer: Na ja, nicht unbedingt, die Technologie-Kenntnisse haben wir uns sowieso nicht in der Schule angeeignet. Oliver war in unserem Umfeld schon früh der Computer-Crack. Er war den Lehrern damals um Längen überlegen. Zusammen haben wir auch mal kleine Modifikationen an allen Computern vorgenommen, die den Lehrern nicht so gut gefallen haben. Das war dann das Ende des Unterrichts für uns.

Von wem kam schließlich die Idee für NEEO?

Raphael Oberholzer: Ich war sieben Jahre lang Geschäftsführer eines großen Dienstleisters im Home-Automation-Bereich. Irgendwann kam dann die Zeit, etwas Neues zu entwickeln. Die charakterlose Hardware hat mich frustriert, und ich wollte mehr, als einfach nur Kunden zufriedenzustellen. Ich wollte Technologie kreieren, die die Leute richtig begeistert und einen magischen Touch hat. Es gab immer wieder mal Produkte in verschiedenen Kategorien, die diesen Effekt bei mir ausgelöst haben, und genau dort wollte ich hin. Zudem bin ich überzeugt, dass das breite Publikum bereit ist für Smart-Home-Technologien, die längst nicht mehr nur für reiche Eigenheimbesitzer interessant sind. Diese Überzeugung gehört zu den wichtigen Antrieben von NEEO.

Und mit dieser Vision sind Sie zu Ihrem Schulfreund gegangen und haben ihn überzeugt?

Raphael Oberholzer: Ja, wir haben lange und viel darüber nachgedacht und diskutiert. Sehr früh bauten wir bereits simple Prototypen. Um neben den großen Hardware-Projekten auch die Software-Plattform von Grund auf richtig zu bauen, hat dann Oliver aus seinem Netzwerk die richtigen Leute um sich herum versammelt. Dann haben wir mit Vollgas losgelegt. 

Wann war das?

Raphael Oberholzer: Ende 2013 fanden unsere ersten Gespräche statt. Danach habe ich recht schnell bei meiner vorherigen Firma gekündigt, wir haben die neue Firma gegründet und dann wurde es relativ schnell konkreter. Als ersten Software-Entwickler fanden wir Michael Vogt, der jetzt auch unser Chef in der Software-Entwicklung ist. Wir bemerkten, dass wir mehr Leute brauchen, wenn wir das Projekt entsprechend unserer Vision umsetzen wollten. Und mehr Kapital. So sind wir zu den ersten Investoren gefahren und haben auch in diesem Bereich viele Erfahrungen gesammelt. 

Und wie ging es dann weiter?

Raphael Oberholzer: Um Oliver herum formten wir das Engineering-Team. Da haben wir wirklich tolle, verrückte Leute gefunden, die einfach auch aus Freude programmieren. Von denen kamen Ideen wie: „Hey, wir müssen kein Android als Betriebssystem nehmen, das braucht viel zu viel Leistung. Wir machen etwas Eigenes, das direkt auf der Fernbedienung läuft.“ Ich bin dann in die USA ins Silicon Valley gezogen und habe dort das Designteam und das übrige Business aufgebaut. 

Zusammen mit den verrückten Programmierern?

Raphael Oberholzer: Nein, die Hard- und Software-Entwicklung sitzt in der Schweiz, das Designstudio und der Customer Support sind aber unter anderem nun in Kalifornien. 

Und welche Herkunftsbezeichnung steht auf der Verpackung?

Raphael Oberholzer: „Designed in Cupertino, Engineered in Switzerland“.

Zum Produkt selbst: Es sind ja einige spannende Technologien verbaut, aber was soll NEEO tatsächlich von anderen Smart-Home-Devices unterscheiden?

Raphael Oberholzer: Uns wird in dieser Industrie zu viel über Technologien diskutiert. Unser Produkt haben wir nicht aus der Technologie-, sondern aus der User-Perspektive kreiert. Wenn wir eine individuelle Handerkennung bauen, dann nicht, weil wir das für eine tolle Technologie halten. Wir machen das, weil wir das Problem identifiziert haben, dass die Medienauswahl heute viel zu wenig personalisiert ist: wenn beispielsweise meine Frau meine Musikbibliothek zum Chaos macht, indem sie ihre komische Musik über meinen Account lädt und abspielt. Jeder hat seine eigenen Gewohnheiten und Vorlieben, deshalb die User-Erkennung, die ohne jeden Aufwand auf den persönlichen Account umschaltet, sobald man zur Fernbedienung greift.

Mann bedient Tv mit Neeo

Bauen Sie deshalb auch jede Menge Funkstandards in NEEO ein?

Raphael Oberholzer: Ja, das ist eine identische Thematik. Die ganzen Standards sind ja nicht in NEEO, weil wir unbedingt überall nur dabei sein wollen. Wir wollen dem Nutzer ein angenehmes und unkompliziertes Erlebnis ermöglichen. Das beginnt schon beim Einkauf: Er soll z. B. beliebige intelligente Glühbirnen kaufen können, unabhängig vom Hersteller und unabhängig vom verwendeten Funkstandard, und dann sollen sie auch einfach funktionieren. Es soll angenehm sein, ein NEEO-Kunde zu sein.

Wenn man NEEO unter diesem Aspekt betrachtet: Welche Faktoren sind am wichtigsten, um dieses Ziel zu erreichen?

Raphael Oberholzer: Am allerwichtigsten sind die richtigen Leute im Team.

Und im Produkt selbst?

Raphael Oberholzer: Viele Dinge, die wir machen, gab es schon einmal. Wir haben sie verbessert und zu etwas Rundem vereint. Es gibt kaum eine einzelne Funktion, die sich da hervorhebt. Wenn ich ein besonders wichtiges Element nennen müsste, wäre das vielleicht der Setup-Prozess. Da haben coole Firmen wie Sonos schon tolle Beispiele geliefert, die zeigen: Wenn man diesen Teil gut hinbekommt, dann ist das Produkt viel zugänglicher. Doch das ist nur ein Ding, das ich sehr wichtig finde. Es gibt noch eine Million anderer Aspekte, die alle stimmen müssen.

Zum Beispiel?

Raphael Oberholzer: Es gibt einen Assistenten zum Anlernen von allen möglichen Geräten. Die Datenbank umfasst über 50.000 Modelle. Diese Geräte funktionieren alle „out-of-the-box“ mit NEEO. Wenn ein Produkt noch nicht unterstützt wird, dann kann es der Kunde auf unserer Webseite unter „Works with NEEO“ melden – auch den alten Videorecorder von 1997 oder so. Innerhalb von 24 Stunden bekommt er die Antwort, dass das Gerät eingepflegt wird. Man muss dann nichts mehr machen, unser Entwicklungsteam erstellt den entsprechenden Treiber und macht diesen allen NEEO-Kunden zugänglich. 

Wenn Sie die Entwicklung bis hierher betrachten, welches waren die größten Herausforderungen?

Raphael Oberholzer: Das waren die Momente, als uns Leute gesagt haben, dies oder jenes sei unmöglich. Da fühlte ich so eine Mischung aus Herausforderung und Wut, denn das kann ich wirklich nicht hören. Als wir nach einem neuen Touchscreen-Display mit extrem schmalen Rändern und sehr hoher Auflösung suchten, sagte uns der Hersteller: „Vergesst das, Ihr seid nicht Apple“. Wir könnten eines nehmen, das im Katalog aufgeführt ist, so hieß es. Und wenn uns das nicht passt, dann eben gar keins. Wir haben schließlich die Leute dazu bewegt, etwas zu tun, das sie noch nie gemacht haben: eben für uns als kleines Start-up ein ganz neues Display zu kreieren. Das waren so die Herausforderungen in der Entwicklung. Das gab es in ganz vielen Bereichen, auch intern. Aber wenn es dann geschafft ist, dann ist das auch etwas Besonderes. Heute sind wir überzeugt, dass wir immer wieder „Unmögliches“ möglich machen können – das fühlt sich stark an.

Für wen ist NEEO besonders geeignet?

Raphael Oberholzer: Eigentlich für jeden Haushalt, in dem es mehr als eine Fernbedienung gibt. Aber NEEO kann natürlich noch viel mehr: eben nicht nur den Fernseher steuern, sondern das ganze Haus. Die Bandbreite sehen wir auch an den Bestellungen, die viel schneller reinkommen, als wir uns das jemals vorstellen konnten. Da sind alle Arten von Haushalten und Menschen dabei. Leute eben, die es gerne weniger kompliziert haben wollen und besondere Produkte schätzen. 

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