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Title: Haushalt
Mährobober

Pimp my Gardena Rasenmähroboter: Robonect-Modul

Wer einen Gardena oder Husqvarna Rasenmähroboter sein Eigen nennt, kann mit dieser kleinen Robonect-Platine so viel mehr aus dem Roboter herausholen und ihn sogar mit dem Smart Home verbinden.

© Chris Bertko / Gardena Rasenmähroboter erhält WLAN Upgrade.

© Chris Bertko / Gardena Rasenmähroboter erhält WLAN Upgrade.

Seit nunmehr zwei Jahren kann ich meinen Garten dank des Gardena R40Li Rasenmähroboter „smart“ nennen. Schluss mit dem lästigen Rasen mähen. Kein lauter, stinkender Benzinrasenmäher mehr, den ich jeden Samstag durch den Garten schob. Stattdessen fährt nun der „RasenRoomba“, wie wir ihn hier liebevoll nennen, täglich, ja fast geräuschlos über meinen englischen Rasen, um diesen zu stutzen. Aber irgendwie war mir das nicht smart genug.

Damals entschied ich mich für den Gardena R40Li, da dieser das kleinste und damit kostengünstigste Modell von Gardena war. Er kommt ohne WLAN und App Steuerung daher. Die Sileno Serie von Gardena dagegen bietet diese Features von Haus aus. War damals aber erst ab 1.100 Euro zu bekommen. Inzwischen bietet Gardena auch kleine Modelle in der Sileno Serie an, wie zum Beispiel den City 500.

Den muss man doch tunen können, dachte ich mir und begab mich im WWW auf die Suche. Dabei stieß ich auf das „Robonect“-Modul, welches versprach, Gardena und Husqvarna Rasenmähroboter mit WLAN auszurüsten. Und mehr noch – das Modul bietet eine API Schnittstelle, wodurch die Integration des Mähroboters in verschiedene Smart Home Systeme wie etwa Fibaro, Homematic oder Homee ermöglicht wird.

Der Einbau

Geliefert wird die Robonect WLAN-Platine, inklusive allen Kabeln und Befestigungsmaterial. Das macht im ersten Moment vielleicht etwas Angst, da es hier nicht um eine Plug & Play-Installation geht. Generell bin ich immer ziemlich nervös, wenn ich Gehäuse von teuren Geräten öffnen muss, um Drittanbieterhardware zu verbauen. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, aber die Angst war in diesem Fall nicht berechtigt.

Auf der Robonect Webseite gibt es eine sehr gute Einbauanleitung mit vielen Detailbildern, so dass man schon vorab weiß, was einen hinter der nächsten Schraube erwartet.

© Chris Bertko / Das Chassi lässt sich einfach demontieren.

Um an das Innenleben des Gardena Rasenmähroboter zu gelangen, muss zunächst das Gehäuse runter. Dieses ist nicht mehr als eine große, schwimmendgelagerte Plastikschale. Übrigens bestens geeignet für Case Modding, falls man sein Roboter auch in Punkto Design pimpen möchte.

© Chris Bertko / Der Gardena Mähroboter ohne Chassi.

Ist das Gehäuse runter, versperrt noch das Display den Weg zum Chassi. Ab hier wird es zugegebener Maßen kniffelig, denn das Display hängt logischerweise an einem Kabelstrang, welcher gelöst werden muss. Aber da alle Kabel mit Steckverbindungen versehen sind, ist auch das eine lösbare Aufgabe.

Ab hier Achtung! Das Öffnen des Chassi von nicht autorisiertem Fachpersonal kann zum Erlöschen der Garantieansprüche führen!

© Chris Bertko / Das Display des Mähroboters muss auch abgesteckt werden.

Da der Einbau des Robonect Modul quasi die OP am offenen Herzen bedeutet, muss das Chassis auch noch geöffnet werden. So hat man Zugang zu der Hauptplatine des Gardena Rasenmähroboters.

© Chris Bertko / Gardena Mähroboter komplett geöffnet.

Bevor es weitergeht muss erstmal die Spannungsversorgung, also das Kabel von der Batterie abgeklemmt werden. Danach kann das Kabel von der Steuerplatine abgezogen werden. Auf diesen Platz kommt gleich das Kabel vom Robonect Modul, schließlich soll ab sofort dieses unseren Roboter steuern.

Praktischerweise hat der Hersteller des Robonect WLAN Moduls eine passende Halterung mitgeliefert, so dass dieses nicht lose im Rasenmähroboter rumfliegt. Das zuvor von der Steuerplatine abgezogene Kabel findet nun Platz auf dem Robonect Modul – schließlich soll der Gardena Rasenmähroboter ja auch weiterhin über Eingaben auf dem Bedienfeld steuerbar sein (lies: PIN Eingabe).

Das war es schon! Jetzt nur nicht vergessen das Batteriekabel wieder mit der Platine zu verbinden. Danach kann wieder alles ordentlich zusammengeschraubt werden.

© Chris Bertko / Das Chassi des Roboters kann leicht getauscht werden und bietet viele Möglichkeiten zum modden.

Das Modul selbst verfügt über einen Anschlusspin für eine externe WLAN Antenne. Diese würde ich in jedem Fall empfehlen, denn im Inneren des Rasenmähroboters ist genügend Platz, um diese unterzubringen. Und der Roboter soll doch gefälligst auch in jeder Ecke des Gartens seine Kommandos empfangen können.

Die WebUi

Wie jedes neue Netzwerkgerät benötigt nun auch der Gardena Rasenmähroboter eine Ersteinrichtung, damit er in das heimische WLAN Netzwerk findet. Dafür öffnet das Robonect Modul ein eigenes WLAN Netzwerk (Hotspot-Mode) mit welchem man sich via Notebook, PC oder Tablet verbindet. Die Einrichtung selbst erfolgt über eine WebUI, also eine Art Webseite, die über jeden beliebigen Browser geöffnet werden kann.

Dazu einfach die IP Adresse des Robonect Moduls (Standard bei Auslieferung: http://192.168.2.1) in der Browseradresszeile eingeben. Das ist übrigens auch später der Weg, um auf die Konfiguration des Rasenmähers zu gelangen.

© Screenshot Chris Bertko / WebUI des Robonect Modul - Statusseite.

Bei der ersten Einrichtung muss die aktuellste Firmware auf das Modul geladen werden. Die Datei gibt es auf der Robonect Herstellerseite. Danach kann der Rasenmähroboter über die WebUI mit dem heimischen WLAN verbunden werden.

© Screenshot Chris Bertko / WebUi des Robonect zeigt Ladestatus an.

Übrigens gibt es auch viele weitere Einstellungen, welche standardmäßig mit dem Gardena Roboter gar nicht möglich wären. So kann neben der „Korridorbreite“ auch definiert werden, wieviel Zentimeter der Begrenzungsdraht überfahren werden soll. Oder soll der Rasenmähroboter auf Flächen ohne Begrenzungsdraht mähen? – Auch kein Problem! Aber auch Zeitpläne können für das smarte Schaf hinterlegt werden.

© Screenshot Chris Bertko / Auch Zeitpläne können hinterlegt werden.

Und damit nicht genug. So lassen sich auch Fehlerspeicher, Betriebsstunden und Ladestatus, Temperatur der Batterie und vieles mehr über den Rasenmähroboter in Erfahrung bringen. Ein echter Zugewinn an Funktionen für den kleinen Gardena Rasenmähroboter.

Integration in Smart Home

Natürlich könnte der Gardena Rasenmähroboter ab sofort strikt seinem Zeitplan folgen – oder man loggt sich auf der WebUi via Notebook, Tablet bzw. Smartphone ein und schickt den Mäher auf Reise. Aber all das ist natürlich wenig smart! Daher soll der Rasenmähroboter auch mit dem Smart Home verbunden werden. Wie das geht, möchte ich folgend kurz am Beispiel des Smart Home Systems „Homee“ erklären.

Das Robonect Modul kann über sogenannte Webhooks gesteuert werden. Dabei handelt es sich um nichts weiter als eine URL, welche man in der gleichen Form in jeden beliebigen Browser eingeben kann. Schickt man die URL ab, so sieht man zwar keine bunte Webseite sehen, dafür folgt der Rasenmähroboter dem entsprechenden Befehl.

Um den Gardena Rasenmähroboter zu einem „Job“ zu schicken, bedarf es folgender URL: http://IP-Robonect-Modul/xml?cmd=mode&mode=job&duration=59&user=BENUTZER&pass=PASSWORT

Der Wert „duration=59“ gibt dabei die Dauer des Mähvorgangs in Minuten an und kann nach Belieben geändert werden. Ist der Akku des Roboters leer, fährt dieser automatisch zur Ladestation zurück. Apropos Dockingstation. „Nach Hause“ kann man den Roboter auch jederzeit mit diesem Befehl senden:

Dockingstation: http://IP-Robonect-Modul/xml?cmd=mode&mode=home&user=BENUTZER&pass=PASSWORT

Mit diesen API-Befehlen lässt sich der Roboter nun also in Smart Home Systeme integrieren. Im Beispiel der modularen Smart Home Zentrale „Homee“ genügt es dafür eine Szene – ein sogenanntes „Homeegramm“ anzulegen.

„WENN Homeegramm abgespielt wird, DANN Webhook ausführen.“

Die entsprechende URL im Webhook hinterlegt, genügt es einfach das Homeegramm auszuführen, um so den Rasenmähroboter zur Rasenpflege zu schicken. Natürlich kann man das Homeegramm auch zeitgesteuert und abhängig von Bedingungen starten. Zum Beispiel nur, wenn es nicht regnet oder in den letzten 12 Stunden nicht geregnet hat. Auch das Starten des Homeegramms und damit des Roboters über eine Fernbedienung, Schalter oder Widget wäre möglich.

© Chris Bertko / Gardena Mähroboter per WLAN mit dem Smart Home verbunden.

Sprachsteuerung

Aber warum Fernbedienung oder Widget verwenden, wenn die eigene Stimme ausreicht, um den Rasenmähroboter auf die Reise zu schicken? Eine eigene Smartphone App gibt es für den Mäher zwar noch nicht, steht aber laut Herstellerforum kurz bevor). Dafür kann der Gardena Rasenmähroboter über das Robonect Modul aber bereits via Sprache gesteuert werden. Mithilfe eines eigenen Amazon Alexa Skills lässt sich der Mäher zur Rasenpflege überreden sowie auch zur Ladestation zurückschicken.

Fazit

Wer einen Rasenmähroboter der Marke Gardena oder Husqvarna ohne WLAN Anbindung sein Eigen nennt, der sollte sich das Robonect Modul ansehen. Dank dieser unscheinbaren Platine findet der Roboter nicht nur den Weg in das heimische WLAN, sondern hört ab sofort auch aufs Wort und lässt sich in verschiedene Smart Home Systeme integrieren.

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