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Title: Haushalt
Neue WLAN Masche im Test

Praxistest: WLAN Mesh-Netzwerk mit der Fritz!Box

Jede Fritz!Box mit Fritz!OS 6.90 und höher kann ein Mesh-Netzwerk aufbauen. Wie es geht und was es bringt, zeigt unser Praxistest WLAN Mesh mit Fritz!Box.

© Screenshot: Marc Zander

© Screenshot: Marc Zander

Gerade in Häusern und größeren Wohnungen ist das WLAN-Netz ab und an nicht existent. Das kann zum einen gewollt sein, um etwa den Hausfrieden zu wahren und im Schlafzimmer doch bitte kein „vor sich hin strahlendes Funksignal, das beim Schlafen stört“ zu installieren. Doch es gibt immer wieder Bereiche, die sensibel reagieren und gern mehr Signalstärke vertragen könnten. Mein Internetradio in der Küche beispielsweise verliert einfach mal das Signal. Meist gefühlt dann, wenn viele Gäste mit ihrem Smartphone in der Tasche dort verweilen. Ein eigens in der Küche installierter Fritz Repeater hat das Problem zwar zu 80 Prozent behoben, aber vielleicht bewirkt WLAN Mesh oder auch WiFi Mesh hier ja Wunder und schließt die letzten 20 Prozent Funklücke. Bei Fritz!Box sind prinzipiell alle Geräte Mesh-kompatibel, die mindestens Fritz!OS 6.90 als Firmware installiert haben, also zum Beispiel die Fritz!Box 7490, 7590, 7560, 7580 und 6890 LTE sowie die Fritz!WLAN Repeater 1750E, 1160, 310 und 450E und Fritz!Powerline-Adapter 1260E, 1240E, 540E und 546E.

© AVM / WLAN Mesh in der Theorie: ein sanftes Funknetz liegt über allen Räumen.

Das Integrieren der WLAN Komponenten ins Mesh

Auspacken, in die Steckdose stecken und fertig… schön wäre es. Ein klein wenig muss doch noch getan werden, zum Beispiel die Connect / WPS Taste an der Fritz!Box drücken, bis die WLAN Lampe leuchtet, dann schnell zum Repeater laufen und hier ebenfalls auf die WPS-Taste drücken. Dieser wird daraufhin mit den in der Fritz!Box hinterlegten Einstellungen ins Haupt-WLAN-Netz integriert. Persönlich rufe ich lieber im Browser die Benutzeroberfläche mit „fritz.repeater“ auf und erledige das kurz manuell, aber das ist Geschmackssache. Jedenfalls ist mein Powerline via 1220 E und 1260 E bereits startklar. Und der Fritz!WLAN Repeater 1750E ist ebenfalls schnell konfiguriert. Das war doch schon mal sehr kundenfreundlich. Genauso, wie ich es von AVM erwarte bzw. gewohnt bin.

Also Browser an und „fritz.box“ eingeben. Hier auf „Heimnetz/Heimnetzübersicht“ geklickt und ein wenig gewartet, bis das Chart sichtbar ist. Links die große Fritz!Box trägt bereits das blaue „Mesh“-Logo, das irgendwie an ein abgespecktes Atomium erinnert. Rechts sind übersichtlich untereinander die beiden Powerline Adapter und der Repeater mit ihren korrekten Bezeichnungen zu sehen. Da ist nirgendwo ein Mesh-Logo. Unter der Fritz!Powerline 1260E gibt es aber eine Schaltfläche „Update“, da klicke ich gleich mal drauf. Jetzt hätte ich mir auch einen Kaffee machen können, aber nach ein wenig Wartezeit erfahre ich: „Update erfolgreich“. Und siehe da, das blaue Mesh-Logo prangt auch am Icon des Powerline-WLAN-Adapters. Zwei von drei integriert…

Was tun, wenn eine Komponenten nicht so recht will…

Was ist mit dem Repeater los? Ein Klick auf die Bezeichnung führt mich auf ein neues Fenster mit der Benutzeroberfläche des 1750E. Dort ist alles richtig eingestellt. Wie sieht es denn mit dem Fritz!OS aus? Oje, Version 6.51 ist installiert. Okay, dann kann das ja nichts werden. Schnell das Update auf 6.92 gemacht und anschließend die Heimnetzübersicht der Fritz!Box refresht. Immer noch kein Mesh-Logo. Hmm… Vielleicht doch noch mal per WPS einbinden. Ich warte, wieder ohne Kaffee, und nach gut einer Minute ist der Repeater wieder bereit und korrekt eingebunden als WLAN-Bridge. Diesmal beende ich die Benutzeroberfläche der Fritz!Box und melde mich neu an. Weiterhin nur zwei Mesh-Logos zu sehen.

Okay, fragen wir Tante Google. Die offizielle Anleitung von AVM erklärt alles genau so, wie ich es gemacht habe. Die zusätzlichen Empfehlungen wie „Ungenutzte Verbindungen löschen“ führe ich durch, sie bringen aber nichts. Letzter Ausweg: den Repeater auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Getan, neu angemeldet, WPS funktioniert zuerst nicht, also wieder manuelle Ersteinrichtung eingerichtet, das Gerät taucht auf, immer noch ohne Mesh-Logo. Jetzt nochmal WPS an der Fritz!Box, dann am Repeater und: JACKPOT! Endlich leuchtet mir das blaue Mesh-Logo entgegen. Also: alle Geräte erfolgreich verbunden.

© AVM / Für WLAN Mesh eingerichtete, aktive Komponenten erkennt man am blauen Symbol. 

Was bringt WLAN Mesh denn nun wirklich

Endlich komplett vermesht, schleiche ich mich von Zimmer zu Zimmer, schaue, an welchem Knotenpunkt ich angemeldet bin und messe Empfangsstärke und Bandbreite. Zu meinen vorher gemessenen Daten gibt es jedoch keinen großen Unterschied, die WLAN-Stärke ist überall so gut wie schon vorher. Wo liegt also der große Vorteil? Die Antwort liegt im Namen: im engmaschigen Netz, das sich gegenseitig stützt und nicht immer auf die Hilfe der Zentrale angewiesen ist. Wird hier ein Faden gelöst, sprich ein Repeater rausgezogen, bricht das Netz nicht gleich zusammen, sondern wird von anderen Fäden in der Nähe gehalten. Ergo suchen sich die dort angeschlossenen Geräte auf intelligente Weise einen neuen Halt in Form des auf kürzestem Weg erreichbaren Powerline-Adapters oder Repeaters. 

Dazu kommt: statt Repeater in Reihe zu schalten und damit das Signal immer weiter zu verschlechtern, je entfernter es zum Router liegt, „repariert“ sich das Mesh-Netz immer wieder von selbst, um eine gute Signalstärke beizubehalten. Das ist in etwa so wie bei einem Navigationsgerät, das bei Bedarf eine neue Route plant, um schneller ans Ziel zu kommen. Befinde ich mich also weit entfernt von der Fritz!Box im letzten Winkel des Schlafzimmers, nutze ich dort für meinen 4K-Stream nicht das „schwächste Glied in der Kette“, sprich den zuletzt in Reihe geschalteten Repeater, sondern den, der mir an diesem Standort das vernünftigste Signal liefert. Das ist theoretisch schon eine feine Sache. Mein Notebook blieb leider beim Test auch nach längerer Wartezeit am weiter entfernten Repeater angemeldet, obwohl der Powerline-WLAN-Adapter viel näher lag. Die Bandbreite halbierte sich durch die Entfernung. Da hätte ich mir gewünscht, dass er elegant zur besseren Verbindung wechselt. Immerhin: eine Verbindung im Schlafzimmer war im Gegensatz zum alten Repeater verfügbar, und auch das Internet-Radio in der Küche blieb ohne Aussetzer in Betrieb. Ich hatte allerdings auch gerade keine größere Gesellschaft parat.

Fazit

Das war überraschenderweise eine schwere Geburt. Zuerst flutschte beim Einrichten alles locker von der Hand, daher gehe ich davon aus, dass das der Normalfall ist und sich bei mir im Netzwerk irgendein Fallstrick eingeschlichen hatte. Mein Testfazit: prinzipiell läuft alles von alleine im Hintergrund, sofern bei allen Fritz-Geräten das OS 6.90 oder höher aufgespielt ist. Und das ist auch der Knackpunkt. Ich muss ehrlich sagen: als Privatanwender in einer normal großen Wohnung spüre ich keinen wirklichen Unterschied zu einem WLAN-Netzwerk mit Repeatern und Powerline-Adaptern. Beides läuft bei mir wunderbar. Und ich gucke ja nicht in die Übersicht, um mal zu schauen, wo ich gerade angemeldet bin. Vor allem der Fritz!WLAN Repeater 1750E bringt schon ohne Mesh satte 95 Prozent der Bandbreite ins untere Stockwerk. Bisher war ich von vielen anderen Repeatern eher 70 bis maximal 75 Prozent gewohnt, das waren jedoch auch nie Dualband-Repeater für 2,4 und 5 GHz. Wer Repeater und Powerline-Adapter von AVM nutzt, dem schadet es nicht, sie als Mesh einzurichten. Ob ich mir diese jedoch extra zum Einrichten eines Mesh WLAN Netzwerks kaufen würde, müsste ich bei meiner derzeitigen Wohnsituation verneinen. Wer in verwinkelten Wohnungen oder größeren Häusern wohnt, für den könnte Mesh durchaus eine (Er)lösung sein. Und ein gutes Gefühl der Sicherheit, dass alle Thermostaten, Sensoren, Kontakte etc. im Smart Home jederzeit verbunden bleiben, gibt einem Mesh auch schon irgendwie.

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