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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Teil 1: Was will ich?

Schritt 1 zum cleveren Zuhause

Wer in die Smart-Home-Welt einsteigen möchte, sollte nicht planlos loslegen. Zuerst stehen einige Überlegungen an.

Hände halten Tablet animiertes Haus

© iconimage / Fotolia

Das eigene Zuhause zu einem Smart Home zu machen, ist dank moderner Lösungen, die immer günstiger und benutzerfreundlicher werden, inzwischen recht simpel und individuell umsetzbar. Durch Funktechnik und vorprogrammierte Geräte verwandelt man auch mit begrenzten technischen Fähigkeiten die eigenen vier Wände bis zu einem gewissen Grad in ein intelligentes Zuhause. Doch bevor es losgeht, sollten einige wichtige Fragen beantwortet, die Ausgangslage analysiert und ein Plan erstellt werden.

Welche Aufgabe soll das Smart Home lösen?

Die Smart-Home-Technik bietet Lösungen für verschiedene Aufgabenstellungen. Deshalb sollte am Anfang der Planung auch die Frage stehen, welches Ziel man damit überhaupt erreichen möchte. Geht es vor allem ums Energiesparen oder stehen Wohnkomfort und Sicherheit im Vordergrund? Geht womöglich sogar beides? Je nach Zielsetzung ergeben sich unterschiedliche Abstufungen der Heimautomation. Bereits ein Zwischenstecker für die Steckdose, über den sich beispielsweise eine Lampe per Smartphone ein- und ausschalten lässt, gehört zur Kategorie „Smart Home“, ist aber recht günstig, einfach installiert und ebenso einfach zu benutzen. Wer hingegen eine zeit- und ereignisgesteuerte Heizung nutzen möchte, um Energie zu sparen, oder eine Videoüberwachung mittels IP-Kamera gegen Einbrecher installieren will, muss schon etwas mehr investieren und auch etwas mehr Ahnung von der Materie haben. Insgesamt sind die Einstiegshürden in den vergangenen Jahren stark gesunken, während das Spektrum an Möglichkeiten immer breiter geworden ist. Daher steht zu Beginn stets die Frage: „Was möchte ich eigentlich?“

©istock.com / Wavebreakmedia: Wer wegen der Sicherheit ins Smart Home einsteigen möchte, muss andere Fragen stellen.

Daran schließt sich nahtlos die Frage an, was denn überhaupt möglich ist. So gehören zum Aspekt „Sicherheit“ nicht nur Systeme zum Schutz vor Einbrechern, sondern beispielsweise auch Wassermelder, die vor einer undichten Waschmaschine warnen, oder Rauchmelder, die bei zu viel Kohlenmonoxid in der Luft Alarm schlagen. Nur wer weiß, welche Möglichkeiten es inzwischen überhaupt gibt, kann auch festlegen, was davon er braucht.

Die wichtigsten Fragen am Anfang:  

  • Wie soll das eigene Smart Home konkret aussehen? Welche Dinge möchte ich automatisieren und/oder fernsteuern?
  • Möchte ich den Wohnkomfort oder die Sicherheit erhöhen? Möchte ich Energie sparen oder brauche ich Hilfe im Alltag? Oder soll es gleich eine Kombination daraus sein?
  • Welche Lösungen gibt es im Handel? Können diese mir bei der Umsetzung meiner Pläne helfen?

Strippen ziehen war gestern

Die Frage nach einer kabellosen oder kabelgebundenen Lösung stellt sich dagegen fast gar nicht mehr. Gerade in Mietwohnungen oder Altbauten ist das Verlegen von Kabeln ohne großen Aufwand und entsprechend hohe Kosten kaum möglich. Hier ist es viel einfacher, die einzelnen Komponenten wie Thermostate, Zwischenstecker, Sensoren, Kameras, Rauchmelder und dergleichen per Funk miteinander zu verbinden – lediglich einen Stromanschluss braucht das eine oder andere Gerät. Und selbst in Neubauten muss man schon vorher sehr genau wissen, welche Smart-Home-Ausstattung man haben möchte, um entsprechend Kabel oder Kabelkanäle einzuplanen. Der Vorteil liegt zwar in der sicheren Datenübertragung ohne Störungen – doch ist ein kabelgebundenes System relativ unflexibel bei Erweiterungen. Selbst der langjährige Übertragungsstandard KNX, der ganz auf Kabelleitungen setzte, kennt mit KNX-RF nun eine kabellose Variante.

Apropos Standard: Wer sich mit dem Thema „Smart Home“ beschäftigt, muss sich zwangsweise auch mit dem Thema „Standards“ bzw. „Protokolle“ auseinandersetzen, denn davon gibt es inzwischen eine ganze Reihe auf dem Markt. Das Protokoll regelt, wie und ob sich die einzelnen Komponenten in einem Smart Home miteinander unterhalten können. Weit verbreitet sind vor allem die Standards „Z-Wave“ und „ZigBee“. Hinzu kommen hierzulande unter anderem noch HomeMatic sowie das Protokoll von RWE – und auch KNX ist weit verbreitet. Einige Hersteller setzen auch auf WLAN, Bluetooth oder DECT als Protokoll. Diese sind aber für die Heimautomation nur bedingt geeignet oder werden bisher nur spärlich unterstützt. 

Qivicon-Steuerzentrale der Telekom

Smart Home ist nicht gleich Smart Home

Das Problem ist vor allem: Die Standards sind nicht miteinander kompatibel, sodass etwa die Steuerungszentrale mit Z-Wave-Unterstützung nicht das smarte ZigBee-Thermostat ansprechen kann. Selbst innerhalb eines Standards funktionieren Geräte unterschiedlicher Hersteller nicht immer reibungslos miteinander – vor allem, wenn ein Hersteller exotische Zusatzfunktionen implementiert, die der Standard so nicht vorsieht. So könnte es beispielsweise passieren, dass ein batteriebetriebenes Gadgets den aktuellen Ladestand nicht korrekt an die Steuerzentrale meldet. So erfährt man erst, dass man die Batterien wechseln muss, wenn das Gerät ausfällt. 

Auf der sicheren Seite ist man mit Komponenten eines einzigen Herstellers. Doch ob dieser immer alle Geräte im Angebot hat, die man benötigt, ist fraglich. Mit Z-Wave und ZigBee gibt es allerdings zwei Standards, die viele Hersteller von Smart-Home-Lösungen unterstützen und die im Idealfall mit Geräten anderer Hersteller kompatibel sind, die den entsprechenden Standard nutzen. 

Ebenfalls zu beachten sind die Reichweiten drahtloser Techniken. Die oben genannten Standards überbrücken meist zwischen zehn und 50 Meter. Allerdings hängt das auch von der Architektur ab: Verwinkelte Flure, viel Stahlbeton und Metallflächen können die Ausbreitung der Funkwellen stören. Vor allem die Versorgung über mehrere Etagen kann schwierig werden – wer WLAN nutzt, kennt das Problem vielleicht. Hier gilt es auszuprobieren, wo man die Steuerzentrale (Gateway) am besten platziert. Da sie meist mit dem WLAN-Router verbunden wird, hat man allerdings selten besonders viele Optionen. Einige Hersteller bieten für diesen Fall Repeater an, die die Reichweite erhöhen. 

Für die Installation von Smart-Home-Komponenten werden immer weniger technische Kenntnisse verlangt. Zwischenstecker, intelligente Heizungsthermostate oder smarte Glühbirnen lassen sich in der Regel selbst installieren. Der Anschluss der Fußbodenheizung, der Rollläden oder der Gastherme im Keller an die zentrale Steuerung ist hingegen nicht jedermanns Sache, im Zweifelsfall zieht man einen Fachmann zurate. Das gilt auch für sehr spezielle Lösungen, wie sie etwa in altersgerechten Wohnungen zum Einsatz kommen sollen. Diese sind meist gar nicht einzeln erhältlich, sondern werden nur im Komplettpaket verkauft oder setzen ein bestimmtes System voraus.

Controme HeizManager

Die wichtigsten Überlegungen im zweiten Schritt:

  • Möchte ich eine drahtlose oder kabelgebundene Heimautomation? Wo liegen für mich und mein Zuhause die Vor- und Nachteile beider Lösungen?
  • Welchen Standard wähle ich bei drahtlosen Systemen, damit ich auch in Zukunft mein Smart Home erweitern kann (eventuell mit Geräten anderer Hersteller)?
  • Kann ich meine Smart-Home-Pläne selber in die Tat umsetzen oder benötige ich Unterstützung vom Fachmann?

Fazit

Wer seine Wohnung zu einem Smart Home aufrüsten möchte, sollte sich zunächst einen Überblick über die verschiedenen Lösungen verschaffen und genau überlegen, was er überhaupt erreichen möchte. Erst danach sollte man sich konkrete Produkte genau anschauen und dabei auf Erweiterbarkeit und Kompatibilität mit anderen Systemen achten.

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