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Senic Nuimo: Eine Universal-Fernbedienung der anderen Art

Ein Ring, sie alle zu steuern: Mit diesem Gadget lassen sich etliche Anwendungen bedienen – am Computer sowie im Haus.

Scenic Nuimo an einer Wand

© 2016 Senic GmbH

Auf der Suche nach zeitgemäßen und praktischen Fernbedienungen für das digitale Heim, den Smart-TV oder der Multiroom-Musikanlage landet man früher oder später beim Smartphone. Logisch, denn nahezu jeder hat heutzutage ein Smartphone – und die praktischen Touchscreen-Geräte sind fast immer zur Hand. In der Regel läuft's dann so ab: Telefon aus der Tasche ziehen, entsperren, die passende App suchen und starten. So lässt sich dann ganz einfach die Playlist auf der Musikanlage starten. Doch geht das nicht einfacher? Und schneller?

Den Dreh raus: So geht natürliche Steuerung

Das Berliner Start-up-Unternehmen Senic hat für dieses Bedien-Dilemma einen interessanten Lösungsvorschlag: Nuimo soll die Steuerung verschiedenster vernetzter Anlagen und Geräte im Haus völlig intuitiv möglich machen – und das, ohne ständig Apps starten zu müssen. Nuimo sieht aus wie der große, runde Lautstärkeregler eines HiFi-Verstärkers, liegt aber auf dem Tisch oder hängt an der Wand. Der Name des Produktes ist ein Kunstwort, das seine Schöpfer aus zwei Begriffen kreiert haben: „Natural User Interface“ (zu Deutsch: natürliche Benutzeroberfläche) und „Motion“ (zu Deutsch: Bewegung). Die etwa faustgroße Fernbedienung ist eine Art Sensorzentrale. Ein beweglicher Metallring umfasst eine Touch-Oberfläche. Mit diesen Bestandteilen erlaubt Nuimo vier verschiedene Steuerungsvarianten: Ein Dreh am Metallring kann etwa durch Listen von Songtiteln scrollen oder das Licht im Raum dimmen. Ein Tippen auf die Oberfläche kann die Wiedergabe der Musik starten, ein Fingerwischen darüber zum nächsten Titel springen. Schließlich kann man mit der gesamten Hand über den Controller winken, um beispielsweise die Lautstärke zu ändern. Diese vier Gesten lassen sich frei vielen verschiedenen Funktionen zuordnen. 

Nuimo liegt auf einem Tisch

Konkrete Aufgaben per App zuweisen 

Nuimo arbeitet laut seiner Macher mit vielen bekannten Anwendungen und Produkten zusammen. Sonos, Philips Hue, Raumfeld, Spotify und AppleTV stehen ebenso auf der Liste wie die Raumthermostate von Nest und diverse Smart-TVs von Samsung oder LG. Die Zuweisung der verschiedenen Befehlsgesten zu konkreten Aufgaben erfolgt über die zugehörige Smartphone-App. Darin soll auch möglich sein, Befehle für mehrere Geräte zu komplexeren Szenen zu kombinieren – um etwa passend zur Party-Playlist eine bestimmte Lichtstimmung zu starten.

Die Idee, die den Senic-Designern bei Nuimo durch den Kopf geisterte, wird recht schnell klar, wenn man sich dieses Video anschaut. Nuimo ist hier als ständiger Begleiter im Haus dabei. Läuft ein unerwünschtes Lied, dann „wischt“ man es beiseite. Klingelt das Telefon, dann dreht man die Musik rasch leiser. Der Nutzer hat seine Musik so jederzeit und überall im Griff, ohne auch auf einen Bildschirm schauen zu müssen. Auch ein mögliches Szenario: Später beim geselligen Abend lässt sich Nuimo fürs Flaschendrehen nutzen. Ein rotierender Pfeil auf dem LED-Display auf der Oberseite macht's möglich. Die Botschaft von Mitgründer Tobias Eichenwald: „Lasst uns von den Touchscreens weg und näher zueinander kommen.“

Der Vorgänger: Ein Präzisions-Eingabegerät am Computer 

Nuimo dürfte als eines der wenigen Produkte in die Geschichte eingehen, die vom gleichen Hersteller zwei Mal erfunden wurden: Bereits im Herbst 2014 starteten die Produktdesigner von Senic eine Crowdfunding-Kampagne für ein Gerät namens „Flow“. Das sah dem heutigen Nuimo verblüffend ähnlich. Flow ist ein universelles und präzises Eingabegerät für kreative Arbeiter an Macintosh-Computern. Das Ziel: Dank der Dreh-, Tipp- und Wischbewegungen auf dem Gerät sollen wiederkehrende Tätigkeiten bei der Arbeit mit Programmen wie Adobe Photoshop vereinfacht werden. An dieser Mission hält der Nachfolger fürs Smart Home, Nuimo, weiter fest. Denn auch für den Arbeitseinsatz am Computer lässt sich Nuimo nutzen. 

Erst nach der Kampagne für Flow seien den Erfindern die zusätzlichen Anwendungen für Musik- und Heimsteuerung aufgefallen. Teils kamen die Ideen für Erweiterungen auch von Interessenten, berichten die Senic-Produktentwickler. Der Name wurde in Nuimo geändert, und 2015 startete eine weitere Crowdfunding-Kampagne. Dieses Mal warb Senic als einer der ersten Erfinder im deutschen Kickstarter-Portal um Investoren. 

Die Zahl der möglichen Anwendungen soll übrigens schnell wachsen. Senic hat eine Programmierschnittstelle für Nuimo eingerichtet, mit der andere Entwickler Steuerungsanwendungen für den Universalcontroller programmieren können. Vom Scratchteller für DJs über einen stufenlosen Rollo-Antrieb bis hin zur Diaschau-Steuerung – Grenzen soll nur die Phantasie setzen.

Das Produkt selbst ist nach knapp zwei Jahren Entwicklungs- und Vermarktungszeit auf dem Weg aus der deutschen Fertigung zu den ersten Vorbestellern. In der letzten Mitteilung auf Kickstarter verspricht Senic die Auslieferung für rund 140 Euro pro Stück ab April 2016.

Fazit

Numio hat den Dreh raus – die Gestensteuerung des universellen Controllers ist ebenso vielversprechend wie sein Design edel. Allerdings sind die Möglichkeiten der Steuerung ganz ohne Bildschirm doch etwas eingeschränkt: Für die Auswahl oder die Zusammenstellung einer Playliste etwa muss auch weiterhin die entsprechende App auf dem Smartphone-Bildschirm herhalten.

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