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Smart Home

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Funk-Taster fürs Smart Home

Smart Home Automation zum Anfassen

Smart-Home-Systeme lassen sich per App steuern. Programmierbare Funk-Taster und Smart Buttons sollen die vernetzte Technik greifbar machen.

Spin Remote in Hand gehalten

© Spin Remote B.V.

Geht es um die Steuerung des Smart Home, dann ist häufig von Apps die Rede. In denen lassen sich Szenen programmieren, so dass sich etwa für eine romantische Stimmung mit einem Fingerwischen das Licht dimmt, die Rollos herab fahren und sanfte Musik startet. Kleiner Schönheitsfehler: Wenn der Gastgeber beim Candle Light Dinner mehr aufs Smartphone schaut als seiner schönen Besucherin in die Augen, dann springt der Funke der Leidenschaft auch in der schönsten Lichtstimmung nicht über.

Funk-Taster starten Smart-Home-Szenen

Zum Glück gibt es im Smart Home nicht nur Apps und Touchscreens – praktisch alle vernetzten Steuerungssysteme bieten smarte Funk-Taster, die Steuerungsprogramme per Knopfdruck starten. Wird ein solcher Taster in der beschriebenen Situation an die Wand montiert, dann kann der Hausherr die vorprogrammierte Romantik-Szene ganz nebenbei auslösen, etwa wenn er das Dessert serviert. In handelsüblichen Smart-Home-Funksystemen wie Devolo Home Control, Magenta Smarthome oder Innogy Smarthome  sind solche Taster seit jeher fester Bestandteil des Sortiments.

Telekom Funktaste

In den zugehörigen Apps lassen sie sich mit wenigen Handgriffen vorgefertigten Bedienabläufen zuordnen. So kann ein Taster an der Eingangstür etwa zwischen den Szenen "zuhause" und "abwesend" umschalten – einerseits mit normaler Beleuchtung und hoch geregelter Heizung, andererseits mit einer Anwesenheitssimulation, Bewegungsmeldern in Alarmbereitschaft und leicht abgesenkter Temperatur. Aus dem schnöden Lichtschalter wird so eine spezialisierte Kommandozentrale. 

Nodon NIU: Bunte Bluetooth-Buttons für Spaß- und Kontrollfeatures

Funk-Taster gibt es auch unabhängig von bestimmten Smart Home Systemen. Der französische Anbieter Nodon etwa macht mit dem Funk-Taster NIU Standardbefehle im Haus und am Smartphone manuell auslösbar. Der Taster verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone und wird dort über eine App konfiguriert. Er bietet drei Funktionen, je nachdem ob man ihn ein- oder zweimal kurz, oder aber lange drückt. Auf den ersten Blick bietet NIU vor allem Fernbedienungsfunktionen fürs Smartphone. Man kann etwa per Knopfdruck die Kamera aktivieren und die Aufnahme von Selfies clever fernsteuern: Einmal Drücken löst die Kamera aus, ein Doppelklick wechselt zwischen der Front- und der Rückseiten-Kamera. Ein Befehl lässt sich auch absetzen, um dem Smartphone ein Geräusch zu entlocken – optimal für Leute, die Ihr Telefon häufig verlegen. 

NIU Button

Für weitere Steuerungsaufgaben im Smart Home nutzt NIU die Onlineplattform “If This Then That”. Über sie lassen sich vernetzte Philips Hue LED-Leuchten, die Heizungssteuerungen von Nest oder Tado, das Sonos-Multiroomsystem sowie viele weitere verbundene Gerätschaften und Onlinedienste via Internet befehligen. Um eine Aktion für NIU zu programmieren, richtet man auf der IFTTT-Webseite oder in der zugehörigen App ein passendes Rezept ein, das der jeweilige NIU-Tastendruck auslöst.

Einziger Schönheitsfehler: Damit der Funk-Taster etwas steuert, muss das zugehörige Smartphone stets in Bluetooth-Reichweite liegen. Das Mobiltelefon ist für die Verbindung ins Internet zuständig, NIU ist also ein persönlicher Funk-Taster, auch wenn er sich dank Magnet an der Rückseite etwa zentral am Kühlschrank aufhängen lässt. Durch seine handliche Form bietet NIU in vielen Fällen praktische Funktionen – so können etwa Hue-Nutzer ihn am Nachttisch als winzigen, zusätzlichen Lichtschalter nutzen. Oder den Taster in der Hosentasche stets dabei haben – NIU ist staub- und wasserdicht (IP67) sowie abwaschbar und liegt dank seiner gummierten Oberfläche prima in der Hand. Und er kostet nicht die Welt: Für knapp 30 Euro wechselt einer der bunten Knöpfe den Besitzer.

Logitech Pop: Unabhängige Funk-Taster mit TV-Connection

Ohne Smartphone-Verbindung kommen die brandneuen “Pop” Funk-Taster von Logitech aus. Sie werden zwar ähnlich wie die NIU-Buttons per Smartphone-App für verschiedene Aufgaben wie die Steueurng von Hue-Leuchten, Sonos-Anlagen oder IFTTT-Rezepten programmiert. Im täglichen Betrieb bleibt das Mobiltelefon aber außen vor. Die Übertragung der Befehle ins Internet übernimmt eine eigene Basisstation, die in eine Steckdose gesteckt und per WLAN mit dem Internet-Router verbunden ist.

Pop Buttons von Logitech

Logitech bietet neben den Pop-Buttons auch die vernetzten Universalfernbedienungen der Harmony-Familie an, bei denen ein spezieller Harmony Hub die Audio-Video-Geräte mit dem Smart Home verbindet. Der Hub steuert etwa TV- und Heimkinogeräte über Infrarotbefehle, kann über die Netzwerkverbindung aber auch Leuchten, Heizung, Multiroomanlagen und andere Smart Home Komponenten befehligen. Über programmierbare Makros lässt sich die Raumbeleuchtung per Knopfdruck beim Starten des Fernsehers passend dimmen. Die bunten Pop-Taster schließlich können solche Befehlsketten starten, ohne dass man die Fernbedienung überhaupt zur Hand nehmen muss.

Logitech elite black family

Die Funk-Taster lassen sich im ganzen Haus an die Wand kleben, um in jedem Raum  typische Szenen zu starten. Wie NIU unterstützen die Pop-Buttons die drei Tastenbefehle “kurz”, “doppelt” und “lang”. Die Zahl der Pop-Buttons pro Funkzentrale ist laut Logitech unbegrenzt, nur die Funk-Reichweite begrenzt den Einsatz: Die Buttons kommunizieren mit einem Bluetooth-ähnlichen Funkprotokoll, dessen Reichweite nach ersten Praxistest-Erkenntnissen nicht für ein komplettes Haus ausreicht. Eine zweite Pop-Bridge soll sie erweitern können. In den USA sind die Taster schon zu haben, nach Deutschland kommen sie Ende 2016 – Kostenpunkt in den USA: knapp 100 Dollar (etwa 89 Euro) für die Bridge mit zwei Tastern und knapp 40 Dollar (etwa 36 Euro) pro weiterem Do-Button.

Dreh- und Angelpunkte im Haushalt

Neben Tastern kommen derzeit auch vernetzte Steuergeräte mit mehr Funktionen auf den Markt. Der edle Dreh- und Gestenschalter Nuimo vom Berliner Startup Senic etwa ist mittlerweile zu haben. Er erlaubt die Steuerung von Hue-Leuchten, Sonos-Anlagen und einigen weiteren Gerätschaften über ein Drehrad, Wischgesten auf der Oberfläche sowie Handbewegungen im Luftraum über dem smarten Puck. Im ersten Praxistest bot der per WLAN vernetzte, wertig verarbeitete Universalschalter ein sehr angenehmes Bedienerlebnis, zumal er sich einerseits magnetisch an der Wand fixieren als auch in de Wohnung umher tragen und etwa auf der Arbeitsfläche in der Küche nutzen lässt. Durch seine vielfältig programmierbaren Funktionen eignet er sich weniger zum Starten einzelner Szenen als etwa zur Musik-Wiedergabesteuerung oder, um zwischen verschiedenen Lichtszenen umzuschalten. 

Spin Remote: Bedienung auf den Kopf gestellt

Eine vernetzte Universalfernbedienung ist auch die “Spin Remote” vom gleichnamigen holländischen Hersteller. Sie ähnelt dem metallenen Deckel eines Cocktailshakers und eignet sich ähnlich dem Harmony-System von Logitech als Audio-/Video- wie auch als Smart-Home-Fernbedienung. Die Spin Remote hat keine Tasten. Gesteuert wird, indem man den kegelförmigen Körper in verschiedenen Positionen dreht – gerade, hochkant oder auch kopfüber. Außerdem ist die Größere der beiden Grundflächen berührungssensitiv und ersetzt etwa das Cursorkreuz der TV-Fernbedienung – das Video der Macher erklärt das System besser als viele Worte.

Die Spin Remote steuert TV-, Video- und HiFi-Geräte über Infrarotbefehle, die man ihr in bis zu sieben Geräteprofilen beibringt. Jedes Geräteprofil kennzeichnet eine andere Farbe in einem beleuchteten Ring unten an der Spin Remote, von Gerät zu Gerät wechselt man per Doppeltippen auf die Hülle. Neben Infrarotbefehlen kontrolliert sie auch Leuchten von Philips Hue und Lifx, Sonos Multiroomanlagen sowie Nest Heizungsthermostate über das Netzwerk. Weitere Smart Home Geräte sollen folgen. Für die Steuerung übers Netzwerk muss die Spin Remote allerdings per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden sein – ähnlich wie der NIU-Button von Nodon, nur eben mit viel mehr möglichen Befehlen.

Spin Remote

Der Umgang mit der Spin Remote erfordert etwas Übung. Plötzliche Handbewegungen unerfahrener Nutzer können auch mal ungewollte Kanal- oder Pegelsprünge bewirken, die Cursor- und Wischgesten auf der flachen Seite interpretiert die Spin Remote nicht immer ganz eindeutig. Unterm Strich bietet sie aber eine recht intuitive Steuerung – hoffentlich bald für deutlich mehr Gerätschaften. Und mit knapp 100 Euro kostet sie auch nur halb so viel wie etwa der edle Nuimo-Controller.

Fazit

Klar, es gibt immer wieder Abläufe im Smart Home, für die es keine echte Alternative zum Aufruf der App gibt. Mit den hier gezeigten Funk-Tastern und -Reglern lassen sich aber viele Szenen direkt starten, auch ohne dass ein Experte aufwendige Programmierungen in der Haustechnik vornehmen muss. Das größte Manko ist derzeit noch, dass die universellen Funk-Taster nur eine begrenzte Zahl an verfügbaren Smart Home Geräten und Diensten unterstützen. Da ist noch Luft nach oben.

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