Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Die großen Hersteller

Smart Home: Das planen Apple, Google & Co.

Nach dem Siegeszug der Smartphones wollen die Marktführer auch im cleveren Zuhause eine Vorreiterrolle spielen.

Mann mit Zukunftshologramm

iStock.com / PeopleImages

„Hey Siri, sorge für entspanntes Licht“ – per Sprachbefehl ans Smartphone für die richtige Lichtstimmung zu sorgen, ist schon lange keine Science-Fiction mehr. Smartphones, Tablets und Smart Watches gelten als die aktuell wichtigsten Schnittstellen für smarte Haustechnik – kein Wunder, dass Hersteller wie Apple und Google auch bei der Vernetzung aller möglichen Geräte mitreden wollen.

Bereits mit dem 2014 veröffentlichten iOS 8.1 hat Apple seine iDevices fit für das smarte Zuhause gemacht. Das Zauberwort lautet dabei „HomeKit“. In dieser Sammlung von Hard- und Softwarestandards bietet Apple den Herstellern verschiedene Möglichkeiten, smarte Haustechnik via iPhone oder iPad zu bedienen. Doch nicht nur das: HomeKit-kompatible Hardware kann auch untereinander Daten austauschen, um beispielsweise Thermostate und Jalousien im Haus aufeinander abzustimmen.

HomeKit-Geräte sind bereits verfügbar. So arbeitet beispielsweise Philips Lichtsystem Hue (um 80 Euro im Set) nach dem HomeKit-Standard, während Elgato mit seiner „Eve“-Reihe smarte Steckdosen („Eve Energy“ um 50 Euro) oder auch eine Wetterstation („Eve Weather“ um 45 Euro) anbietet. Auf der CES 2016 haben zudem viele weitere Anbieter neue HomeKit-Geräte angekündigt. 

Elgato eve room

Ein Nachteil der HomeKit-Plattform ist die Bindung an Apple-Geräte. Wer sich mit iPhone und Co. nicht anfreunden kann, wird ausgesperrt. Genau hier setzt Google mit „Brillo“ an. Die Android-Macher wollen mit Brillo ein vollwertiges Betriebssystem für das Internet der Dinge liefern – und damit theoretisch für alle smarten Geräte, die miteinander kommunizieren. Neben dem kompletten Betriebssystem hat Google mit dem „Weave“-Projekt auch einen neuen Kommunikationsstandard für smarte Geräte vorgestellt, der im Gegensatz zu HomeKit komplett plattformunabhängig arbeiten soll. Entsprechend ausgestattete Devices lassen sich dann sowohl mit Android- als auch mit iOS- oder Windows-Geräten fernsteuern.

Problemlose Vernetzung dank Google?

Der Google-Router OnHub

Bei der Vorstellung auf der Google-Entwicklerkonferenz Google I/O 2015 beschrieb Googles Chef Sundar Pichai Brillo und Weave als Methoden, um „alle Geräte nahtlos und ohne Mühen miteinander zu vernetzen“. Noch ist das aber Zukunftsmusik: Zwar hat Google wichtige Partner für seine Brillo- und Weave-Plattform begeistert (unter anderem die Prozessor-Hersteller Intel und Qualcomm oder Industriegrößen wie LG, Harmon und Asus), entsprechende Geräte kommen aber erst im Laufe des Jahres 2016 auf den Markt. Derzeit unterstützt lediglich der von Google entwickelte Internet-Router OnHub den Weave-Standard. Auch das Thermostat- und Sicherheitskamerasystem Nest, das Google im Jahr 2014 übernommen hat, soll mittelfristig über die Weave-Plattform kommunizieren. Wie sich der Standard im Vergleich zu aktuellen Technologien wie ZigBee schlägt, muss sich aber erst im Praxistest herausstellen.

Microsoft und Amazon: Spätzünder auf der Überholspur?

Anders als Google und Apple ist Microsoft noch nicht in Millionen von Haushalten vorgedrungen. Der Grund: Das hauseigene Mobilsystem Windows Phone hinkt in Sachen Verkaufszahlen und App-Unterstützung den Platzhirschen Android und iOS hinterher. Dennoch will man natürlich auch in Redmond beim Thema Smart Home mitmischen – und hofft dabei auf Windows 10. Das aktuelle System läuft nicht nur bereits auf über 200 Millionen PCs und Laptops, es funktioniert dank einheitlicher Code-Basis auch auf Smartphones, Tablets und sogar auf Smart Devices.

Möglich wird dies durch „Windows 10 IoT“. Das „IoT“ steht dabei für „Internet of Things“, also „Internet der Dinge“ und verdeutlicht Microsofts Ambitionen, den Kern von Windows 10 auch auf Kleinstgeräten installieren zu wollen. Theoretisch läuft Windows 10 also auch auf smarten Thermostaten, einem Kühlschrank oder einer Waschmaschine – hier verfolgt Microsoft einen ähnlichen Ansatz wie Google mit Brillo, unterstützt aber das komplett quelloffene AllJoyn-Protokoll. Anders als Brillo und HomeKit wird AllJoyn von einem breit aufgestellten Firmenkonsortium unterstützt, zu dem neben Microsoft auch Sony und HTC gehören. Die enge Verzahnung von Desktop-, Smartphone- und Smart Devices auf einheitlicher Windows-10-Basis könnte Microsoft mittelfristig eine gute Position im Rennen ins smarte Zuhause ermöglichen. 

Die Windows 10 Familie

Ähnliches gilt auch für Amazon: In den USA bietet der Versandriese mit Echo (um 190 Dollar) seit über einem Jahr einen smarten Lautsprecher, der auf Zuruf Anfragen beantwortet und Websuchen durchführt. Doch dabei soll es nicht bleiben: Auf der CES 2016 in Las Vegas hat Amazon bekannt gegeben, dass der in Echo integrierte Sprachassistent Alexa sukzessive zur Steuerzentrale im Smart Home ausgebaut werden soll. Schon seit Ende 2015 können Amazons Fire-TV-Boxen in den USA die Sprachbefehle umsetzen, die bislang Echo-exklusiv funktionierten. Damit wird die Streaming-Box zur smarten Haussteuerung ausgeweitet. Seit Längerem halten sich die Gerüchte, dass Amazon einen internationalen Start von Alexa vorbereitet. Durch die große Beliebtheit der Fire-TV- und Kindle-Fire-Geräte würde Amazon damit weltweit in smarten Wohnzimmern Fuß fassen – und könnte kompatible Smart-Devices gleich über das eigene Versandhaus vermarkten. Wann Amazon die Pläne umsetzt, ist derzeit aber noch offen. 

Fazit

Der Kampf ums smarte Wohnzimmer ist in vollem Gange. Jeder der US-Riesen will das perfekte System bieten, um Geräte untereinander zu vernetzen und fernzusteuern. Für den Kunden bedeutet die Auswahl aber auch Unsicherheit, da es sich erst noch zeigen wird, ob sich ein offener Standard wie AllJoyn oder ein geschlossener wie HomeKit durchsetzen kann.

Andere Artikel mit Themen: Smart Home, Innovation, Apple, Windows

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück