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Smart-Home-Trends und Innovationen für 2017

Wie schlaue Häuser ihre Bewohner künftig noch besser verstehen: Die heißesten Vernetzungs-Trends für das kommende Jahr sind hier schon jetzt zu entdecken.

Smart Home 2017

© AA+W/ Fotolia.com

Das Jahresende bietet den meisten Menschen eine kurze Zeit zum Ausruhen und zugleich die Gelegenheit für den Blick nach vorn: Was bringt das Jahr 2017 in Sachen Smart Home und Vernetzung? Welche Trends setzen sich durch, was verschwindet in der Versenkung? Die wichtigsten Innovationen des kommenden Jahres gelangen hier auf den Prüfstand.

Smart Home: Sensoren für alle Lebenslagen

Das vernetzte Haus produziert schon heute ein ganzes Füllhorn an nützlichen Informationen, mit deren Hilfe die smarte Haustechnik effizienter und komfortabler arbeiten kann. Raumfühler etwa liefern Informationen über die Luftqualität und -Temperatur, aus denen etwa eine Heizungssteuerung die optimale Wärmezufuhr ermittelt, während eine automatische Lüftungsanlage immer dann Frischluft zuführt, wenn es laut Luftsensoren notwendig ist. All das ist bereits Realität und in den meisten Smart-Home-Systemen integriert. Künftig rücken die vernetzten Sensoren immer näher an den Bewohner selbst heran – etwa im Schlafzimmer oder im Bad. Der US-Hersteller Sleep Number hat beispielsweise mit dem sogenannten it Bed eine Schlafstätte im Programm, die nicht nur über verschiedene Sensoren Daten zur Schlafzeit, -tiefe und -qualität sammelt, sondern auch die Matratze je nach individuellen Erfordernissen und Vorlieben des Schläfers strammer oder weicher einstellen kann.

it Bed

Nach dem Aufstehen könnte den schlaftrunkenen Bewohner im Badezimmer schon bald die nächste Sensoren-Gruppe mit Ratschlägen für den neuen Tag begrüßen. Der Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky formulierte die Erwartung bereits 2014: „Ich glaube, dass es in den nächsten Jahren eine Technologie geben wird, die mir morgens, wenn ich ins Badezimmer gehe, sagt: ,Janszky, du bist heute zu 23 Prozent krank.‘ Sie erkennt also eine 23-prozentige Abweichung vom körperlichen Normalzustand. Ob die Daten dazu aus der Toilette oder aus einer Funktions-Bettwäsche kommen, ist egal. Entscheidend ist, dass ich Tipps bekomme, damit es mir morgen bessergeht.“ Tatsächlich hat der Internetkonzern Google im vergangenen Jahr das Konzept eines vernetzten Badezimmers zum Patent angemeldet. Darin sollen Kameras im Spiegel Bewohner erkennen und anhand der Gesichtsfarbe deren Wohlbefinden ermitteln. Eine Matte auf dem Fußboden soll Gewicht, Puls und den Körperfettanteil messen. Ein Ultraschallgerät in der Badewanne und der Toilettensitz messen Blutdruck und die Körpertemperatur. „Non-invasive Health-Monitoring Devices“ nennt Google diese Sensoren-Familie. Einzelne solcher Komponenten wie etwa vernetzte Körperfettwaagen gibt es bereits. Die Innovation besteht in der künftig weitgehend automatischen Kontrolle von Fitness und Gesundheit.

Google Szenarien

Bringt Sprachsteuerung den Durchbruch für das Smart Home?

Wenn man Brancheninsidern glauben möchte, dann hat die Welt nur auf smarte Sprachassistenten wie Amazon Echo oder Apple Siri gewartet. Tatsächlich haben sich diese Systeme im vergangenen Jahr aufgemacht, neben diktierten SMS-Nachrichten und Anruf-Befehlen eben auch immer mehr Vorgänge im vernetzten Haus zu steuern. Statt mit einem Taster zu drücken, lässt sich das Licht jetzt auch mit der Ansage „Siri, dimme im Wohnzimmer das Licht auf 70 Prozent“ präzise regeln – vorausgesetzt, man nutzt ein mit Apple Homekit kompatibles Lichtsystem wie etwa Philips Hue. Ob die Sprachsteuerung jetzt so richtig durchstartet? Immerhin wird der Onlinehändler Amazon seinen Sprachsteuerungs-Streaming-Dialog-Lautsprecher Echo demnächst ohne spezielle Einladung frei verkaufen – sobald die Kinderkrankheiten in der deutschen Spracherkennung beseitigt sind. Parallel ist mit „Google Home“ in den USA ein vergleichbares Produkt auf den Markt gelangt, das ebenfalls 2017 nach Europa kommen soll. Und auch Microsoft ist aktiv: Die Sprachsteuerungsplattform „Cortana“ des Konzerns gilt im Umgang mit dem PC und mit Spielkonsolen bereits heute als sehr leistungsfähig. 2017 soll auch Microsoft seine Sprachsteuerung für Aufgaben im Haus fit machen. Dazu wird das Unternehmen einen eigenen „Home Hub“ entwickeln – eine Art Heimzentrale für alle möglichen Informationen und Aufgaben im Haus. Gut möglich, dass die Windows-Entwickler dabei die Sprachsteuerung mit einer aus dem Betriebssystem und der Konsole Xbox One entlehnten Menüoberfläche kombinieren. Der deutsche Heimsteuerungs-Spezialist Enertex schließlich hat ebenfalls eine eigene, besonders abhörsichere Sprachsteuerung auf den Markt gebracht. Sie heißt SynOhr und steuert in erster Linie Smart Homes mit KNX-Businstallationen. Besonderheit: Sprachbefehle werden nicht wie bei Apple, Amazon & Co. über eine Onlineverbindung beim jeweiligen Anbieter in Funktionsanweisungen übersetzt, sondern lokal. Vorteil: Die Steuerung auf Zuruf funktioniert auch ohne Internet

Sprachsteuerung SynOhr

Will die Menschheit tatsächlich per Sprache mit ihrer Haustechnik kommunizieren? Laut einer Studie der Beratungsfirma ABI Research sollen sich bis 2021 über 30 Prozent aller Smart-Home-Geräte per Sprache steuern lassen.

Roboter im intelligenten Haus

Eigentlich ist ein Smart Home erst dann so richtig schlau, wenn man ihm nicht mehr ständig sagen muss, was es zu tun hat. Das dachte sich zumindest Facebook-Chef Mark Zuckerberg – und programmierte im vergangenen Jahr einen eigenen Smart-Home-Butler, der laut Zuckerberg von den Gewohnheiten der Nutzer lernt. Seiner Facebook-Gemeinde hat der Firmengrüner seinen digitalen Haus-Elf namens Jarvis kürzlich vorgestellt. Interessant: Zuckerberg kommuniziert mit seinem Digital-Diener per Facebook-Messenger und nicht per Sprache. Laut eigener Aussage tut er das, weil er seine Umgebung nicht mit Geplapper über Licht oder Heizung stören möchte. Es könnte aber auch daran liegen, dass sich Facebook selbst noch nicht komplett per Sprache steuern lässt. Der deutsch-schweizerische Smart-Home-Hersteller Digitalstrom schickt indes gleich einen ganz realen, humanoiden Heimroboter ins Rennen. Einzelne selbst lernende Funktionen bietet das Digitalstrom-System bereits seit Herbst 2016. Im kommenden Jahr soll dann auch der französisch-japanische Forschungs-Roboter „Pepper“ mit Bewohnern im Haus kommunizieren und einfache Aufgaben wie das Kochen von Kaffee oder Tee komplett übernehmen.

Roboter Pepper

Bessere Kommunikation

Viele Komponenten im vernetzten Haus kommunizieren über das heimische WLAN. Kleine Sensoren und einzelne schaltbare Geräte wie Leuchten oder Zwischenstecker lassen sich aber meist mit sparsameren Funkstandards wie Zigbee oder Z-Wave steuern – oder immer häufiger über den bekannten Übertragungsstandard Bluetooth. Der Nachteil des in Smartphones und Computern etablierten Kurzstreckenfunks im Smart Home war bislang seine begrenzte Reichweite. Mit Bluetooth 5 kommt jetzt aber eine neue Version des etablierten Datenfunks, die ab 2017 neue Anwendungen erschließen soll. Neu in Bluetooth 5 ist die Möglichkeit, dass mehrere Bluetooth-Komponenten jeweils als Empfänger und Sender für die Datenübertragung eingesetzt werden können. So erweitert sich die Funkreichweite mit jedem zusätzlichen Gerät – wie in einem Netz mit vielen Maschen. Die Konkurrenzstandards Zigbee und Z-Wave arbeiten bereits mit dieser sogenannten Mesh-Technik. Bluetooth ist andererseits für eine besonders energieeffiziente Datenübertragung optimiert. Die Kombination beider Talente spricht für künftige Funkkomponenten mit besonders langer Batterielaufzeit.

Aus dem Smart Home in die virtuelle Realität

Zu guter Letzt wird das Jahr 2017 ein großes Angebot an Virtual-Reality-Geräten bringen. Erst im Herbst hat Microsoft die Eckpunkte seines Systems für VR-Anwendungen innerhalb des Betriebssystems Windows 10 vorgestellt. Für das Design der zugehörigen VR-Brillen nutzt Microsoft die von Intel entwickelte Hardwareplattform „Alloy“. Bereits im Januar, anlässlich der weltweit größten Elektronikmesse CES 2017, sollen große Hersteller wie Asus, Acer, HP oder Lenovo eine größere Zahl an Virtual-Reality-Brillen auf dieser technischen Basis vorstellen. Diese werden dank der gemeinsamen Hardwareplattform deutlich günstiger werden als bisherige Modelle – von Preisen schon ab 300 Euro ist die Rede. Zum Vergleich: Für die aktuellen Platzhirsche wie Oculus Rift oder HTC Vive sind Preise im deutlich vierstelligen Bereich fällig.

VR Brillen

Im Microsoft-System soll es auch Consumer-Produkte geben, die neben der virtuellen auch eine erweiterte Realität darstellen. Von „Augmented Reality“ sprechen Fachleute, wenn eine 3D-Brille künstliche Objekte in die ebenfalls sichtbare, reale Umgebung einblendet. Microsoft bietet Profis dafür bereits seit längerer Zeit die sogenannte „HoloLens“ mitsamt zugehörigen Softwarepaketen an. In den VR-Plänen von Microsoft spielt die HoloLens-Technologie ebenfalls eine Rolle – zumindest auf dem Papier.

Neben den Produkten für Endkunden kommen auch neue Lösungen für die Produktion von Inhalten auf den Markt. Google etwa hat mit „Tilt Brush“ ein Malprogramm entwickelt, mit dem man in der virtuellen Welt 3D-Gemälde erschaffen kann – vorerst nur mit der bekannten VR-Brille HTC Vive, doch weitere Hardwarepartner sollen demnächst kommen.

Mit der VR-Brille mitten im Konzertsaal

In Fahrt kommt indes die Produktion von VR-Videos. Immer mehr 360-Grad-Kameras – auch ganz einfache zum Aufstecken aufs Smartphone – füttern VR-Systeme mit Videos, in denen man sich selbst umschauen kann. Und Profis erkunden, welche Filminhalte sich besonders gut fürs 360-Grad-Geschäft eignen. Derzeit experimentieren einige Produktionsfirmen mit Konzertmitschnitten und Sport-Events. Hier kann sich der Zuschauer frei im virtuellen 360-Grad-Raum umschauen und sowohl die Show auf der Bühne als auch das Publikum verfolgen. TV-Serien und Spielfilme in dieser Technik sind derzeit noch Mangelware, doch auch hier dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich ein Produzent mit einer passenden Story an das Thema heranwagt. Noch im Laborstadium befinden sich dagegen Techniken, die den Eindruck der virtuellen Realität echter machen. An den Universitäten von Singapur und Tokio etwa wird derzeit an Sensoren und Simulationen geforscht, die Essen in der virtuellen Welt ermöglichen sollen. Spezielle Sensorik soll dabei die Geschmacksknospen der Zunge austricksen, während Elektroden am Kiefer die Kaumuskeln anregen. Ob diese Technik tatsächlich ein zartrosa gebratenes Steak oder eine feine Gemüsesuppe ersetzen kann, darf bezweifelt werden – noch.

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