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Alles über das smarte Wohnen

Bosch, Siemens, Miele und Co.

Smarte Reinigungskräfte, die selber mitdenken

Moderne Spül- und Waschmaschinen erkennen selbstständig, welches Programm am effizientesten ist. Damit lässt sich sparen.

Vater mit seinen Kindern neben einer Waschmaschine

© Panasonic Europe GmbH

„Es ist so schwierig, gutes Personal zu finden!“ Der alte Aristokratenspruch über die mangelnde Eignung vieler Hausangestellter ist längst überholt. Schließlich haben seit über einem halben Jahrhundert Wasch- und Spülmaschinen auch in begüterten Haushalten einen Großteil der Arbeit übernommen, für die früher das Dienstpersonal zuständig war. Heute sind smarte elektronische Helfer im Haushalt gefragt und die Suche nach schlauen Wasch- und Spülmaschinen ist gar nicht schwierig. Fast alle großen Hersteller haben Geräte im Programm, die dank Sensoren und vernetzter Steuerung bei der Arbeit mitdenken und so Fehlbedienungen ausschließen. Ziel der Übung: Wasch- und Spülmaschinen sollen ihren Bedarf an Wasser und Reinigungsmittel sowie das optimale Betriebsprogramm selbst wählen. 

Miele dosiert selbst – und bestellt das Waschmittel

Der Premiumhersteller Miele hat bereits seit einigen Jahren Waschmaschinen im Programm, die mit dem automatischen Dosiersystemen „TwinDos“ stets nur die Menge an Flüssigwaschmittel einsetzen, die für das gewählte Waschprogramm und die Wäschemenge notwendig ist. Waschmittel und Weichspüler, wahlweise ein spezielles Zwei-Phasen-Waschmittel von Miele, werden dafür in spezielle Tanks in der Waschmaschine eingefüllt und während der Wäsche abgezapft. Zusammen mit den auf die Maschinen abgestimmten Miele-Reinigern verspricht der Hersteller so perfekte Sauberkeit der Wäsche bei minimalem Einsatz an Waschmittel und Wasser. Ein Programm-Manager soll dem Nutzer obendrein dabei helfen, für jeden Wäschetyp den optimalen Betriebsmodus zu finden.

Seit Herbst 2015 unterstützt die Miele@mobile-App diese Funktionen in vernetzten Waschmaschinen wie etwa der WMV960 WPS (rund 2090 Euro): Die Einstellung der Betriebsart erfolgt hier ebenso per Smartphone- oder Tablet-App wie die Überwachung des Waschvorgangs. Die App teilt dem Nutzer auf Wunsch mit, wie weit die Maschine gerade ist und meldet per Push-Nachricht, sobald die Wäsche bereit ist für Wäscheleine oder Trockner. Doch die App-Intelligenz geht noch weiter: Die Waschmaschine führt Buch über den Verbrauch des automatisch dosierten Waschmittels. Geht es zur Neige, meldet dies die Miele@mobile-App ebenfalls. Im angeschlossenen Onlinestore kann der Besitzer dann ruck, zuck eine Ersatzfüllung der Miele-Mittel ordern. Wer hingegen lieber normales Flüssigwaschmittel vor Ort besorgt, weiß so immerhin, wann er es auf den Einkaufszettel schreiben sollte.

Waschmaschine in Bad Tablet mit App

Seit Frühjahr 2016 hat die Miele@mobile-App auch Geschirrspüler des Herstellers unter Kontrolle: Der gerade erst auf der Eurocucina vorgestellte G 6000 EcoFlex (Preis noch nicht bekannt) überwacht und meldet per App die Stände des Klarspülers und des Spülmaschinensalzes. Den Bestand an Spülmaschinentabs zählt die Maschine anhand der Zahl der Spülvorgänge mit. Sobald die Mittel zur Neige gehen, erinnert die App auch daran und ermöglicht auf Wunsch eine Nachbestellung im Miele-Store. Natürlich lässt sich auch der alltägliche Betrieb des Geschirrspülers über die App steuern und überwachen. Allerdings: Für die komfortable Konnektivität der Maschinen ist ein Miele-Gateway oder ein jeweils passendes Kommunikationsmodul nötig. Dieses wird dann in eine bestehende Qivicon-Vernetzung eingebunden.

Frau mit Tablet und Miele-App offen

Bosch und Siemens: Home Connect stellt die richtigen Fragen 

Eine ähnlich vernetzte Dosiertechnik bieten auch die Waschmaschinen und Geschirrspüler der Marken Bosch und Siemens. Hier steuert die Home-Connect-App der Konzernschwestern alle möglichen vernetzten Hausgeräte vom Kaffee-Vollautomaten über Kühlschränke bis hin zum Backofen – und eben auch Spül- und Waschmaschinen. Bei Letzteren soll die App vor allem die Auswahl des Waschprogramms erleichtern. Man muss hier für eine bestimmte Wäsche nicht mehr Temperatur, Vor- und Hauptwäsche oder die Schleuderdrehzahl wählen, sondern gibt in der App ein, wie die Wäsche beschaffen und wie schmutzig sie ist. Die App programmiert die Maschine dann entsprechend in der sparsamsten, passenden Betriebsart.

Waschmaschine, Tablet mit Home-Connect-App

Auch die Wassermenge und die Dosierung des Waschmittels erfolgen vollautomatisch. Wie bei Miele werden Flüssigwaschmittel und Weichspüler für etwa 20 Waschgänge in spezielle Tanks gefüllt, aus denen die Maschine dann die benötigte Menge entnimmt. Laut Hersteller soll diese automatische Dosierung nicht nur Waschmittel, sondern pro Waschgang auch bis zu sieben Liter Wasser einsparen – denn weniger Seife ist auch schneller ausgespült. Und auch hier meldet die App, sobald sich die Waschmitteltanks leeren.

Vernetzte Geschirrspüler der beiden Marken Bosch und Siemens lassen sich über die Home-Connect-App ebenfalls steuern – ein gesondertes Gateway ist laut Hersteller nicht nötig. Sie unterstützen den Nutzer bei der Auswahl des optimalen Spülprogramms und haben den Verbrauch an Spülmaschinentabs im Blick: Dazu muss man nur angeben, wie viele Tabs die neue Packung enthält. Daraufhin zählt die App schlicht und einfach mit und schickt ebenfalls rechtzeitig einen Einkaufs-Alarm.

Smarte Technik von Samsung gegen einsame Socken

Eine App zur Programmierung und Überwachung der Waschmaschine bieten auch die neuen Waschmaschinen von Samsung. Hier wird der vernetzten Intelligenz allerdings eine etwas andere Aufgabe zuteil: Samsung-Geräte wie die WW 8500 (rund 1670 Euro) bieten mit der sogenannten AddWash-Funktion und einer zusätzlichen Klappe an der Trommel die Möglichkeit, jederzeit Wäsche zuzugeben. Taucht also beim Aufräumen zufällig eine einsame Socke unterm Bett auf, dann lässt sich diese auch noch in die laufende Wäsche stecken. Ebenso kann man Kleidungsstücke, die nur gespült oder geschleudert werden sollen, am Ende des Waschvorganges in die Trommel legen: Ein Druck auf die Pausetaste in der App, und nach wenigen Sekunden lässt sich die Nachfüllklappe öffnen. Die Samsung-App gibt dabei auch den optimalen Zeitpunkt an, um Schleuderwäsche einzulegen. Wichtig: Die Waschmaschine muss in das heimische WLAN eingeklinkt werden.

Waschmaschine mit Smartphone

Dank dieser Technik sollen sich laut Samsung unnötige Mehrfach-Waschprogramme für Nachzügler-Wäschestücke erübrigen, wodurch man ebenfalls Zeit, Wasser und Energie sparen kann. Die Samsung-App hilft übrigens auch bei der Auswahl des Waschprogramms, dosieren muss der Nutzer sein Waschmittel aber für jede Wäsche selbst.

Panasonic misst, wie schmutzig die Wäsche ist 


Auch bei Waschmaschinen wie der NA-148 XR1 (um 630 Euro) oder der NA-168 ZS1 (um 940 Euro) vom japanischen Hersteller Panasonic muss man das Waschmittel für jeden Durchgang einzeln einfüllen. Allerdings sollen die mit AutoCare-Funktion ausgestatteten Maschinen laut Hersteller das Waschprogramm selbst wählen können. Bei Alltagswäsche bis 40 Grad wird das Gewicht der Ladung, ihre Materialien – überwiegend Baumwolle oder Synthetik – sowie der Grad an Verschmutzung mithilfe mehrerer Sensoren automatisch erkannt und das Waschprogramm entsprechend angepasst. Für die Schmutzerkennung etwa wird die Wäsche eingeweicht und das abfließende Wasser durchleuchtet – je dreckiger die Brühe, desto intensiver wird das Waschprogramm gewählt. Die gute Nachricht für Vernetzungsmuffel: All dies erfordert weder ein WLAN noch die Steuerung per App. 

Fazit

Die Vernetzungsoptionen und Automatiken sind spannende Möglichkeiten, um den Betrieb von Waschmaschinen und Geschirrspülern effizienter und komfortabler zu machen. Teilweise wirkt dies aber nicht immer ganz ausgereift. Wenn etwa eine Waschmaschine zwar automatisch das optimale Programm wählt, der Nutzer aber von Hand das Waschmittel einfüllt, dann ist noch mindestens eine Fehlerquelle vorhanden, die das Ergebnis schmälern oder Ressourcen verschwenden kann.

Doch neben den smarten Techniken entsprechen alle vorgestellten Waschmaschinen und Geschirrspüler der Oberklasse den neuesten Energiestandards – häufig verbrauchen sie sogar 40 Prozent weniger Energie, als das A+++-Label erlaubt. Damit sind sie gegenüber allen Vorgängern deutlich sparsamer. So könnte doch noch Geld übrig bleiben – für gutes Personal, das die Wäsche aufhängt.

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