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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Sprachsteuerungen im Test

So gut hört die smarte Technik heutzutage zu

Geräte per Spracherkennung zu betätigen, gehört im Smart Home zum guten Ton. Wir zeigen, welche Vorteile sie bietet.

Hand mit Smartphone

© DigiClack / Fotolia.com

Wenn Tony Stark im Kinohit Iron Man mit seinem Computer-Assistenten Jarvis spricht, kann man schon ein wenig neidisch werden: Nicht nur setzt Jarvis alle Anweisungen perfekt um, er reagiert auch auf sarkastische Bemerkungen und witzelt zurück. Pures Wunschdenken von Science-Fiction-Autoren? Nicht wirklich! Immer mehr Geräte im smarten Zuhause verstehen uns und reagieren auf Sprachbefehle so gut wie ein wohlerzogenes Haustier.

Smartphones als Vorreiter

Besonders moderne Handys und Tablets sind echte Allrounder in Sachen Sprachsteuerung. Waren lange Zeit einfache Befehle wie „Öffne App XY“ oder „Spiele nächsten Song" das Höchste der Sprachsteuer-Gefühle, sorgte Apple mit der Einführung der Sprachassistentin Siri im iPhone 4S für eine echte Revolution. Auf Nachfrage können iPhone-, iPad- und iPad-Touch-Besitzer ihren Terminplan abfragen und sich über das Filmprogramm oder gute Restaurants in der Nähe informieren lassen; selbst den aktuellen DAX-Stand kann man per Siri in Erfahrung bringen. Dabei hat die virtuelle Sekretärin in den vergangenen Jahren einiges dazugelernt: In der aktuellen iOS-Version 9.1 kann sie auf Wunsch auch Daten aus anderen Apps mit in die Suche und die Steuerung einbeziehen. Darüber hinaus beherrscht sie auch ein Frage- und Antwort-Spiel, erzählt auf Nachfrage einen Witz oder reagiert mit einem augenzwinkernden Kommentar auf freche Fragen. Ein Stückchen Jarvis ist also bereits heute Realität. 

Siri Menü

Die Konkurrenz schläft nicht

Auch Microsoft und Google haben in den vergangenen Jahren an der Spracherkennung gefeilt. Alle modernen Android-Smartphones und -Tablets können über die Google-App und die damit verbundene Funktion Google Now per Sprachsteuerung nicht nur viele Funktionen auf dem Gerät steuern, sondern auch Informationen komfortabel abrufen. So versteht Google mittlerweile auch komplexe Fragen wie „Welche Horrorfilme laufen heute Abend in Köln?“ oder „Wie alt ist Morgan Freeman?“. Diese Fragen führen nicht nur zu einer Google-Suche, die entsprechenden Antworten werden auch gleich zusammengefasst und vorgelesen. Wie für Siri so sind auch für Google Now Befehle wie „Sende eine E-Mail mit Text X an Kontakt Y“ oder „Wie komme ich mit der Bahn nach Berlin?“ kein Problem. Praktisch: Auf vielen Android-Geräten lässt sich die Google-Sprachsteuerung jederzeit durch den Befehl „Ok, Google“ aktivieren. Je nach Modell kann das Kommando sogar noch personalisiert werden – dann hört das Smartphone auch auf „Hey, Jarvis!“.

Auch PCs hören zu

Microsoft setzt mit der künstlichen Intelligenz Cortana auf ähnliche Funktionen, die immer weiter ausgebaut werden. Der Clou: Neben den diversen Lumia-Smartphones mit Windows Phone funktioniert Cortana auch auf PCs und Laptops mit dem aktuellen Betriebssystem Windows 10. Verfügen diese über ein Mikrofon, können Nutzer per Sprachbefehl Termine verwalten, Mails diktieren oder auch nach Dateien oder Infos im Internet suchen. Wie Siri und Google Now arbeitet auch Cortana mit einer Kontexterkennung. Deshalb ist es nur noch in den seltensten Fällen nötig, Befehle exakt nach einem festen Schema aufzusagen. Außerdem stellen sich die Systeme mit der Zeit immer besser auf die Benutzer ein, sodass die Sprachsteuerung immer natürlicher funktioniert.

Cortana Bildschirm

Fernseher, Lautsprecher, Heizung – Sprachsteuerung überall

Smartphones und Tablets sind in Sachen Sprachsteuerung aber erst der Anfang. Fernseher mit Smart-TV-Funktionen lassen sich ebenso per Sprache steuern wie Spielekonsolen oder smarte Lichtschalter. So wechseln wir das Programm auf Zuruf, starten einen Film auf Netflix oder schalten das Licht in der Küche aus – alles ohne die Suche nach der richtigen Fernbedienung. Während immer mehr Geräte auf eine integrierte Sprachsteuerung setzen (unter anderem die Fernseher von Samsung, Sony, LG und Co.), nutzen andere die Sprachassistenten der Smartphones als Brückenlösung.

Besonders weit ist hier einmal mehr Apple mit der Lösung Homekit. Geräte im Haus, die zum Homekit-Standard kompatibel sind, lassen sich über Siris Spracherkennung im ganzen Haus steuern. So ändert das Philips Lichtsystem Hue auf Zuruf die Farbstimmung im Raum, der WLAN-Wasserkocher iKettle erhitzt Wasser auf Kommando auf die gewünschte Temperatur, und Drucker oder andere Geräte werden per Siri-Befehl ein- oder ausgeschaltet. Dabei lässt sich nicht nur das iPhone oder iPad verwenden: Auch die runderneuerte Streaming-Box Apple TV 4 bietet dank Siri-Integration Zugriff auf viele Steuerungsfunktionen.

Universallösungen für die Smart-Home-Sprachsteuerung sind indes noch rar gesät und vergleichsweise kostspielig. Ein Beispiel dafür ist der Raumcontroller Synohr des bayerischen Herstellers Enertex. Nach der Einrichtung öffnet das System auf Sprachbefehl Türen und Fenster, regelt das Licht im Haus und bringt die Heizung auf die gewünschte Temperatur. Wer sich für das auf den KNX-Bus ausgelegte System interessiert, muss tief in die Tasche greifen: Schon die funktionsreduzierte Starter-Version von Synohr kostet rund 500 Euro, für die Premium-Ausgabe werden bis zu 900 Euro fällig. 

Fazit

Geräte, die per Sprachbefehl gesteuert werden, machen das Leben leichter. Ob man dem Smartphone eine E-Mail diktiert, die Heizung auf Zuruf reguliert oder aus dem Schlafzimmer heraus in der Küche einen Kaffee „bestellt“ – im Smart Home alles kein Problem. Gut sieben Jahre nach seiner Leinwandpremiere ist Iron Mans Supercomputer Jarvis also realer, als man es sich damals zu träumen gewagt hätte.

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