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Smart Home

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In-Car-Apps

So wird das Auto zur Schaltzentrale fürs Zuhause

Wenn die Tochter mal wieder den Haustürschlüssel vergessen hat, kann man ihr jetzt vom Auto aus die Tür öffnen. Aber was kann die neue Technik wirklich schon?

Das Zuhause lässt sich jetzt auch vom Auto aus steuern.

iStock.com/graphicnoi

„Rollende Smartphones“, so nennt die ehemalige Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die neueste Generation vernetzter Autos. Sie klinken sich per Telefon oder eigenem Mobilfunksystem ins Internet ein und schicken beispielsweise im Falle eines Unfalls automatisch einen Notruf ab, der die Rettungskräfte alarmiert. Integriert sind aber auch Routenplaner oder Multimedia-Systeme, die Musik oder Videos auf Monitore im Auto streamen oder per WLAN an die Notebooks und Tablets der Beifahrer. Eines der umfangreichsten und komfortabelsten Systeme dieser Art ist ConnectedDrive von BMW, das auf eine fest verbaute SIM-Karte zurückgreift. Andere Hersteller haben Apps im Programm, die das Smartphone mit der Bordelektronik verbinden und die Internet-Verbindung über das Telefon herstellen.

Vom Fahrzeug aus das Smart Home steuern

Interessant sind vor allem die Möglichkeiten, die sich aus dem mobilen Internet-Zugang für die Haussteuerung ergeben. Auf der letzten CeBIT präsentierte BMW gemeinsam mit der Telekom zwei Apps für das Smart-Home-System Qivicon, die direkt in ConnectedDrive integriert sind. Qivicon ist eine von der Deutschen Telekom ins Leben gerufene Smart-Home-Technologie-Plattform, die mittlerweile von Dutzenden Herstellern unterstützt wird, darunter auch Miele, Philips, Samsung oder Kärcher. In einem entsprechend ausgestatteten BMW kann man direkt über das Display im Armaturenbrett die Temperatur in den heimischen Räumlichkeiten regeln, nachsehen, ob der Boden im Badezimmer trocken oder eventuell überflutet ist, man kann, etwa bei einem Unwetter, die Rollläden runterlassen oder die Kaffeemaschine ausschalten. Allerdings gehören nicht nur die Autos selbst, sondern auch das System ConnectedDrive eher zu den hochpreisigen Lösungen. Voraussetzung ist außerdem natürlich, dass die entsprechenden Einrichtungen und Geräte zum einen überhaupt fernsteuerbar sind und zum anderen das Qivicon-System unterstützen.

Bislang konkurrenzlos

Wer keinen BMW hat, aber dennoch auf dem Heimweg vom Büro bequem per Auto-Display daheim schon mal die Heizung hochregeln möchte, sucht weitgehend vergeblich nach Alternativen. Eine ähnlich enge Integration von Fahrzeug-Elektronik und Smart Home haben andere Automobil-Hersteller derzeit nicht zu bieten. Eine mögliche Alternative präsentierte in diesem Jahr auf der IFA die Schweizer Firma digitalSTROM. Sie greift auf die offene Software-Schnittstelle zu, die beispielsweise der Elektroauto-Pionier Tesla in seinen Fahrzeugen verbaut. Damit lässt sich vom Auto aus die Stromversorgung von einzelnen Geräten zuhause wie etwa Licht, Rollladen oder eben der Kaffeemaschine steuern. Allerdings muss dafür daheim das Smart-Home-System von digitalSTROM installiert sein, das zumindest momentan keine hohe Marktbedeutung hat. Und es gehört ein Auto mit einer offenen Software-Schnittstelle wie etwa der Tesla dazu. Leider setzen die meisten Automobil-Hersteller auf ihre eigenen, geschlossenen Systeme.

Ein Ausweg böte sich in Form von Smartphone-Apps. Nahezu jeder große Hersteller von Smart-Home-Systemen hat Programme für Android und Apple iOS, die per Internet Zugriff auf die gesamte Haussteuerung geben. Eine direkte Integration dieser Apps ins Auto ist allerdings nicht möglich. Systeme wie Android Auto oder Apple CarPlay schaffen zwar eine direkte Verbindung zwischen Smartphone und Auto, bedienbar über das Fahrzeug-Display sind auf diesem Weg allerdings nur wenige Apps aus den Bereichen Kommunikation und Multimedia, hinzukommen werden wohl Routenplaner und ähnliche Verkehrshilfen. Und die Bedienung des Smartphones während der Fahrt sollte man bekanntlich tunlichst unterlassen.

Multifunktionale Smart-Home-Apps

Bei den Apps für die großen Smart-Home-Systeme etwa von RWE, Gira, Qivicon oder Elcom allerdings sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Mit RWE SmartHome beispielsweise kann man vom Smartphone aus nicht nur in jedem Raum eine individuelle Temperatur einstellen und die Jalousien runterlassen. Die Software meldet in Zusammenarbeit mit den Sensoren des Systems auch, ob alle Fenster geschlossen sind und schlägt Alarm, wenn der Rauchmelder ausgelöst wird. Das wiederum kann beispielsweise eine Sirene oder ein Blinklicht starten und zusätzlich eine E-Mail mit einer Warnung versenden.

Elcom, TCS und myintercom koppeln die Haussprechanlage inklusive Kamera und Türöffner mit ihren Smart-Home-Systemen und übermitteln Audio und Video per Internet ans Smartphone. Auch im Urlaub in der Toskana erfährt man so etwa, wenn es an der Tür klingelt, bekommt ein Live-Bild übermittelt, kann mit dem Besucher sprechen und sogar den Türöffner betätigen, wenn etwa der Kaminkehrer zur jährlichen Inspektion kommt. Mobilfunkverbindung mit Internet genügt. Der deutsche Hersteller Gira bietet eine vergleichbare Funktionalität, setzt dabei aber auf Microsofts Videotelefonie-Dienst Skype. Das hat den Vorteil, dass man den Besucher an der Tür von jedem System aus sehen kann, für das ein Skype-Client verfügbar ist. Auf diese Weise kann man auch auf einem Notebook erfahren, wer gerade vor der Tür steht, vorausgesetzt natürlich, es besteht eine Internet-Verbindung.

Fazit

Die Automobil-Hersteller konzentrieren sich bei ihren In-Car-Apps derzeit auf Fahrhilfen wie Routenplaner sowie Programme zur Kommunikation und für Multimedia. Einzig BMW zeigt sich derzeit offen für die Haussteuerung vom Auto aus. Die Smart-Home-Anbieter wiederum haben tolle Lösungen und Apps für Smartphones entwickelt, die sich jedoch nicht in die Bordelektronik integrieren lassen. Vielleicht werden es Technologie-Giganten wie Apple und Google sein, die auf neue, zukunftsweisende Lösungen kommen? Beide arbeiten ja zur Zeit an neuen Autos. Man darf gespannt sein.

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