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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Mehr als Waschen und Schleudern

Vernetzte Waschmaschinen im Vergleich

Die Fernsteuerung im Smart Home erreicht Haushaltsgeräte wie vernetzte Waschmaschinen, Trockner und andere Großgeräte.

Frau mit Miele-Waschmaschine

© Miele

Die Fernsteuerung im Smart Home erreicht Haushaltsgeräte wie vernetzte Waschmaschinen, Trockner und andere Großgeräte.

„Das bisschen Haushalt“ sang Johanna von Koczian schon 1977. Seitdem ist die Arbeit mit der Wäsche und anderen Alltagsaufgaben nicht wesentlich weniger geworden. So wertete das Wissensmagazin P.M. etwa im Jahr 2014 verschiedene Studien aus und kam zu dem Ergebnis, dass jeder Mensch in seinem Leben durchschnittlich gut neun Monate lang damit beschäftigt ist, die Waschmaschine zu be- und entladen, Wäsche in den Wäschetrockner zu stecken oder aufzuhängen, und diese zu bügeln. Auch wenn es sich dabei um Durchschnittswerte handelt: Lästig ist der ewige Wäschekreislauf allemal.

Doch im Zuge der Digitalisierung des Haushalts geht es mittlerweile in immer mehr Bereichen technisch rund – auch in neuen Waschtrommeln, die sich bisweilen vernetzt per App steuern lassen und zusammen mit ihren smarten Waschprogrammen auch praktische Zusatzfunktionen bieten. Allerdings ziehen sich die Reinigungs-Innovationen keineswegs einheitlich durch alle Geräte. Vielmehr tüfteln derzeit fast alle Hersteller an eigenen Ideen, um Kunden mit vernetzten Waschmaschinen einen individuellen Komfortgewinn zu ermöglichen.

Dosierautomatik spart Zeit und Waschmittel

Wäsche in die Trommel, Schrank auf, Waschmittel raus, Dose auf, Messbecher füllen ... Moment mal! Ist das überhaupt das richtige Waschmittel für diese Art von Wäsche? Zum Start des Waschvorgangs gehört eben mehr als nur ein Korb voll dreckiger Klamotten – zumindest bisher. Eine ganze Reihe aktueller Waschmaschinen übernimmt mittlerweile die Auswahl und Dosierung des Waschmittels selbst: Die Oberklassemodelle aus dem Hause Miele etwa besitzen das automatische Dosiersystem TwinDOS, bei dem Flüssigwaschmittel und -Weichspüler in großen Kartuschen im Fuß des Gerätes gelagert werden.

Nach dem Laden der Maschine sowie der Eingabe der Wäschesorte und des Verschmutzungsgrades dosiert die Maschine vollautomatisch das Waschmittel passend zum Waschgang. Das beschleunigt den Start und soll auch Waschmittel sparen. Bei Maschinen mit der WiFiConn@ct-Funktion lassen sich die Einstellungen auch über die zugehörige Miele-App auf dem Smartphone oder Tablet vornehmen. Sobald sich der Füllstand der Waschmittelbehälter dem Ende nähert, meldet die App dies ebenfalls und bestellt auf Wunsch automatisch Nachschub, sofern man das Miele-Spezialmittel benutzen möchte. Die Erinnerungsfunktion hilft aber natürlich auch, das Waschmittel sofort auf den Merkzettel für den nächsten Einkauf zu setzen.

Die Marken Bosch und Siemens vernetzen ihre Oberklassemodelle mit dem übergreifenden Kommunikationsstandard „Home Connect“. Sie setzen dabei ebenfalls auf eine Dosierautomatik, die hier i-Dos heißt, sowie einen zentralen Waschmittelspeicher. Die benötigte Menge des Waschmittels wird über die Home-Connect-App ermittelt: Der Nutzer macht am Smartphone oder Tablet ein paar Angaben über Art und Zustand der Wäsche, anhand derer die Maschine dann die optimale Dosierung ermittelt.

Home-Connect-App von Bosch

Zum Home-Connect-System gehören noch eine ganze Reihe weiterer Küchen- und Haushaltsgeräte von Bosch und Siemens, deren Funktionen sich über eine gemeinsame App steuern lassen. Im kommenden Jahr will Bosch die Haushaltsgeräte obendrein mit seinem neuen Smart-Home-System zusammenführen, sodass hier tatsächlich ein integriertes System für die übergreifende Smart-Home-Vision in Küche und Haushalt in Reichweite erscheint.

„Trockner, übernehmen Sie!“

Maschinen der PremiumCare-Serie von Bauknecht oder entsprechende Modelle der Schwestermarke Whirlpool indes beschränken sich auf die App-gestützte Auswahl des Waschprogramms. Statt „Schonwäsche 30 Grad“ gibt man hier ein, welche Art Wäsche in der Maschine liegt, und bekommt daraufhin das passende Programm vorgeschlagen.

Die Kommunikation in Sachen Wäschebehandlung geht hier immerhin noch einen Arbeitsgang weiter: Wer einen Trockner der gleichen Marke mit Netzwerkanschluss besitzt, erhält über die übergreifend arbeitende App auch gleich das passende Programm für die Trocknung der Wäsche. Nur umladen muss man auch hier noch selbst.

App von Bauknecht

Panasonic Autocare: Smart waschen ohne App 

Panasonic-Waschmaschinen mit der neuen Funktion „Autocare“ setzen dagegen auf eine sichere Hand des Nutzers bei der Dosierung des Waschmittels, kontrollieren aber mithilfe mehrerer Sensoren den Waschvorgang. Die Trommel etwa misst das Gewicht der eingelegten Wäsche, während ein Materialsensor untersucht, ob vor allem Baumwoll-, Woll- oder Synthetik-Textilien darin rotieren. Die Menge des Waschmittels und der Grad der Verschmutzung werden außerdem über das Waschwasser ermittelt – seine Eigenschaften überwacht ein weiterer Spezialsensor. Ist das Waschwasser etwa nach dem Einweichen kaum trübe, beschleunigt die Maschine ihren Waschzyklus. Befindet sich viel Waschmittel im Wasser, wird am Ende intensiver gespült. Praktisch: Eine Vernetzung ist für diese Funktion nicht erforderlich, dennoch soll die Wäsche laut Hersteller sauberer und im Zweifel auch mit weniger Energieeinsatz gewaschen werden.

Panasonic

Die App zeigt, wann Zeit zum Nachlegen ist

Die Kommunikation zwischen Waschmaschine und Nutzer über eine App bietet allerdings deutlich mehr Möglichkeiten. Eilige Haushälter etwa erfahren per Push-Nachricht, wann die Wäsche fertig ist. Diesen Service bieten alle Geräte mit Netzwerkschnittstelle und der zugehörigen App. Es gibt aber noch spannendere Anwendungen für optimales Timing. Samsung hat seinen Waschmaschinen bereits vor einem guten Jahr die Funktion „AddWash“ beigebracht. Sie soll es ermöglichen, den berühmten einsamen Socken, der noch irgendwo unterm Bett gefunden wird, selbst nach dem Start des Waschprogramms in die Trommel zu werfen. Möglich macht dies eine markante Klappe oben am Trommel-Fenster. Gesteuert wird die Wäsche-Zugabe an der Maschine selbst oder auch über die zugehörige Samsung-App. Teilt man ihr mit, dass ein vergessenes Wäschestück noch in die Wäsche soll, dann stoppt sie zum nächsten möglichen Moment das Programm und entriegelt die Nachzügler-Klappe. Wenn die Wäsche fertig ist, meldet die Samsung-App dies natürlich ebenfalls.

AddWash-Funktion von Samsung

Flexible Waschzeiten dank Energiemanager

Einige Waschmaschinen können per Netzwerktechnik zu variablen Zeiten starten. Geräte von Bosch und Siemens sowie vernetzte Miele-Geräte etwa lassen sich so einstellen, dass sie immer dann starten, wenn eine Solaranlage auf dem Hausdach maximalen Stromertrag liefert. Dies klappt im Zusammenspiel mit einem Energiemanager wie dem „Sunny Home Manager“ des Photovoltaik-Spezialisten SMA. Das externe Steuergerät kennt den jeweiligen Photovoltaikertrag, verbindet sich mit dem Steuerungsprotokoll der Hausgerätehersteller und kann die vorbereitete Maschine starten, wann immer die Photovoltaikanlage überschüssigen Sonnenstrom liefert.

Haier DuoDry mit zwei Trommeln und vier Funktionen

Wasch-Trockenkombination DuoDry von Haier

Den Gipfel der Funktionsvielfalt erreicht derzeit der chinesische Hersteller Haier. Mit dem Modell DuoDry bringt er in den nächsten Monaten einen vernetzten Waschtrockner mit zwei Trommeln auf den Markt – je eine für vier und acht Kilogramm Wäsche. Die untere, große Trommel eignet sich zusätzlich auch als Trockner, sodass man mit der Maschine wahlweise zeitgleich verschiedene Waschprogramme nutzen oder auch parallel waschen und trocknen kann. Eine Vernetzung per WLAN und Steuerungs-App soll das Haier-Topmodell ebenfalls bieten, sobald es in Deutschland auf den Markt kommt. Spitze sind auch die Maße: Die DuoDry-Doppelmaschine ist etwa anderthalb Mal so hoch wie herkömmliche Waschmaschinen und passt dadurch unter keine Küchenarbeitsplatte.

Mehr Platz als eine klassische Waschmaschine wird auch der sogenannte „Laundroid“ beanspruchen, den Panasonic zusammen mit japanischen Kooperationspartnern entwickelt. Der Name bedeutet übersetzt in etwa „Wäscheroboter“. Das Gerät soll am Ende seiner Entwicklung alle möglichen Kleidungsstücke vollautomatisch waschen, trocknen, bügeln und schrankfertig zusammenlegen. Auf Messen wird der Laundroid derzeit immer wieder als Prototyp vorgeführt, wie etwa im Video zu sehen ist. Laut Ankündigungen von Panasonic und Kooperationspartnern soll er aber erst um das Jahr 2020 marktreif werden. Schade eigentlich.

Fazit

Die aktuellen, vernetzten Top-Waschmaschinen bieten schon eine ganze Reihe nützlicher Funktionen, von denen allerdings längst nicht alle eine smarte Vernetzung benötigen. Waschmaschinen sind eben doch noch recht unabhängig agierende Gerätschaften. Dennoch ist eine Dosierautomatik oder auch eine Fernsteuerung über das Netzwerk eine feine Sache – wer weiß, welche Anwendungen dafür in Zukunft noch kommen?

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