Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Powered by MediaMarkt
Title: Haushalt
Geofencing im Smart Home

Wenn Gadgets wissen wo ihre Nutzer stecken

Über das Smartphone beziehen Smart Home Gadgets Informationen über den Standort des Nutzers und lösen mit diesem Wissen bestimmte Aktionen aus. Ist Geofencing im Smart Home sinnvoll oder einfach nur gefährlich?

©iStock.com/pp76

©iStock.com/pp76

Die große Idee hinter Smart Home ist, dass die Technik "mitdenkt" und so das Leben für Nutzer angenehmer macht. Doch das Denken in Smart Home Lösungen ist heute noch recht begrenzt, im Grunde dreht sich bei Smart Home Gadgets heute alles um Aktionen. Auslöser für Aktionen gibt es unterschiedliche: Das kann zum Beispiel ein Mensch sein, der per Sprachbefehl "Licht einschalten" die Wohnzimmerbeleuchtung anmacht oder auch eine festgelegte Automatik, die einfach werktags ab 18 Uhr immer das Licht anknipst. Natürlich sind auch ausgefeiltere Szenarien möglich, etwa Rollläden, die sich bei direkter Sonneneinstrahlung selbständig schließen oder Heizungssteuerungen, die ab einer bestimmten Temperatur die Heizkörper automatisch hochdrehen. Soweit sind diese Szenarien nichts Neues, noch nicht so bekannt ist das Geofencing, bei dem der Standort der Nutzer Aktionen auslösen kann. Kommt der Nutzer nach Hause, geht das Licht an, verlässt er die Wohnung, schaltet sich das Licht automatisch aus, zusätzlich aktiviert sich die Alarmanlage und das Smart Lock versperrt die Tür.

©Apple/Geofencing ortet das Smartphone und nimmt an, dass Nutzer es immer bei sich tragen.

Smartphone wird geortet

Der Name Geofencing beschreibt die Technik gut, denn die ganze Idee basiert auf "Geographie" und "Begrenzung". Voraussetzung für Geofencing im Smart Home ist nämlich ein begrenztes Gebiet, über das Aktionen ausgelöst werden, wenn es Personen betreten oder verlassen. Da man meistens ohnehin ein Smartphone dabei hat, kommt beim Geofencing heute eine Handy-Ortung zum Einsatz. Doch das hat den ein oder anderen Nachteil. Beispiel Philips Hue: Geofencing gibt es dort schon seit Jahren, es war aber lange Zeit so, dass es fest an ein Smartphone gebunden war. Hat dann Papa samt Smartphone die Wohnung verlassen, saß der Rest der Familie plötzlich im Dunkeln. Heute gibt es Multi-User-Geofencing, das bedeutet, das Licht geht an, wenn einer der Nutzer in der Nähe ist und geht nur dann aus, wenn alle Nutzer weg sind.

©Tado/Die Heizungssteuerung erkennt wo Nutzer sich befinden und heizt bei Bedarf schon mal vor.

Geofencing Beispiele im Smart Home

Was möglich ist mit Geofencing im Smart Home, sieht man sich am besten an verschiedenen Beispielen an: Wer eine Heizungssteuerung von Tado besitzt, kann sich Geofencing per GPS-Ortung zunutze machen. Nähert man sich dem Zuhause, etwa auf dem Rückweg vom Skifahren, wird mollig warm vorgeheizt. Andersrum, wenn man die Wohnung verlässt und sich entfernt, wird die Heizung wieder gedrosselt. Auch die Innogy SmartHome-App erkennt automatisch die Anwesenheit der Bewohner, auf Wunsch mit GPS, aber sie zapft auch andere Quellen an. Auch Türsensoren oder Bewegungsmelder liefern Informationen darüber, ob Nutzer zuhause sind. Gegen Aufpreis unterscheidet die App auch Personen. GPS ist aber längst nicht die einzige Ortungstechnik für Geofencing, denn im Haus ist GPS viel zu ungenau, wenn es überhaupt funktioniert. WLAN bzw. Bluetooth können dann auch in die Bresche springen, wobei die Ortung über Bluetooth-Beacons wesentlich genauer funktioniert als im WLAN.

©Nuki/Smarte Türschlüssel sperren automatisch auf und zu, wenn Nutzer sich nähern oder entfernen.

Wo Geofencing Sinn macht und wo nicht

Auch wenn Geofencing im Smart Home noch nicht allzu oft genutzt wird, gibt es jede Menge sinnvoller Szenarien. Im Prinzip eignet sich Geofencing für alles, was man mit Anwesen- und Abwesenheitsszenarien erschlagen kann, also etwa Steuerung von Heizung, Licht oder Schlössern. Denkt man das Thema weiter, könnte man auch viele Routinen, die heute im Smart Home dominieren, per Geofencing steuern. Betritt man morgens zum ersten Mal die Küche, könnte der smarte Lautsprecher via Alexa die Nachrichten vorlesen, danach die Wetterdaten durchgeben und Musik zum Wachwerden abspielen. Gleichzeitig wärmt die Kaffeemaschine vor und macht sich bereit für den ersten Cappuccino des Tages.

©Philips/Smart Home Gadgets sollten mehrere Nutzer unterscheiden können, erst dann macht Geofencing Sinn.

Risiken für Privatsphäre der Nutzer

Sicherheit im Smart Home ist ein wichtiges Thema, das zeigt sich besonders beim Geofencing. Letztendlich lässt man sich dabei durch seine Smart Home Gadgets ständig orten. Sollte ein Hacker eine entsprechende App knacken, könnte er immer mitverfolgen wo sich die Bewohner gerade aufhalten, ein Horrorzenario. Doch auch die Gerätehersteller kriegen viele sensible Daten serviert und sie könnten genauso Bewegungsprofile ihrer Nutzer erstellen und die Daten weiterverkaufen. Die Anforderungen an Privatsphäre und Sicherheit sind also bei Geofencing hoch, Nutzer sollten darauf achten, dass Anbieter für die nötige Sicherheit sorgen, etwa durch geeignete Datenverschlüsselung und auch über Datenschutz verständlich aufklären. So oder so, man muss den Herstellern beim Geofencing viel Vertrauen entgegenbringen. Ein weiteres Risiko sind Alltagspannen: Ein leerer Smartphone-Akku oder ein vergessenes Smartphone sorgen dafür, dass das Geofencing aus dem Tritt kommt. Pflicht ist also sich nicht nur zu 100 Prozent auf Geofencing zu verlassen.

Wo man noch nachbessern muss

Wenn man mit einer Technik im Smart Home an breiter Front erfolgreich sein will, muss sie funktionieren und zwar ohne, dass Nutzer lange dran rumbasteln. Längst nicht jedes Smart Home Gadget, bei dem es sinnvoll wäre, unterstützt heute schon Geofencing und es kommt auch vor, dass die Funktionen oft eingeschränkt sind. Das Problem in der Praxis ist jetzt, dass Nutzer dann eben keine rundum gelungene Erfahrung damit machen, weil zum Beispiel zwar die Heizung automatisch angeht, aber das Licht aus und das Schloss zu bleiben. Auch bei bestehenden Lösungen kommt es heute noch oft vor, dass Geofencing zwar in eine Richtung klappt, etwa wenn Nutzer nach Hause kommen. Beim Verlassen der Wohnung muss man aber manuell nachjustieren. Es gibt also noch Luft nach oben und Geofencing braucht breite Unterstützung durch die Smart Home Hersteller.

Fazit

Den Königsweg gibt es im Smart Home noch nicht, heute interagieren wir mit Apps, per Sprachsteuerung oder über festgelegte Automatiken und Routinen mit Gadgets. Geofencing ist eine weitere interessante Möglichkeit, um Aktionen auszulösen. Richtig gemacht, also mit entsprechender Sicherheit und Datenschutz für den Nutzer, hat Geofencing großes Potenzial. Der Erfolg der Technik dürfte aber mit coolen Lösungen stehen und fallen.

Andere Artikel mit Themen: Geofencing, Smart Home, Beleuchtung, Schloss, Sicherheit

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei MediaMarkt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück