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Title: Haushalt
Smarte Textilien im Smart Home

Wie E-Textilien das Smart Home verändern könnten

Auch wer schon viele Smart Home Geräte am Start hat, kratzt bisher nur an der Oberfläche: Smarte Textilien erlauben sogar die Vernetzung von Stoffen. So werden mittlerweile auch Sofas, Kissen oder Vorhänge smart.

©Philips/E-Textilien findet man nicht nur in Bekleidung, auch Wandpanele werden smart.

©Philips/E-Textilien findet man nicht nur in Bekleidung, auch Wandpanele werden smart.

Wie weit kann man beim Smart Home gehen? Weiter als heute üblich auf jeden Fall, denn im typischen Smart Home trifft man vornehmlich auf vernetzte, klassische Geräte. Das gilt für smarte Lautsprecher genauso wie für intelligente Lampen, clevere Heizungssteuerungen oder Haushaltsgeräte, die sich per App steuern lassen. Doch es gibt einen großen Markt für das Smart Home jenseits dieser Geräte, smarte Textilien, auch E-Textilien genannt. Damit ist grundsätzlich alles vernetzbar, was in irgendeiner Weise mit Stoff zu tun hat, vom Schreibtischstuhl über Kleidung bis zu Sofakissen oder sogar Vorhängen.

Kein neues Thema für die Forschung

Für den klassischen Smart Home Fan dürften die smarten Textilien Neuland sein. Doch es gibt schon ein paar Beispiele von konkreten Produkten, vor allem aus dem Bekleidungsbereich: So haben Google und Levis zum Beispiel eine smarte Jeans-Jacke entwickelt, über die man sein Smartphone bedienen kann. Praktisch etwa für Fahrrad-Fahrer, die in der Playlist einen Song überspringen oder während der Fahrt einen Anruf entgegennehmen wollen. Damit das klappt, hat Google in den Jeansstoff Metallfäden eingewebt und eine berührungsempfindliche Manschette an der Jacke angebracht. Klingt futuristisch, doch für die Forschung ist das alles andere als Neuland, vor allem weil die Ideen weit über Kleidungsstücke hinausgehen. Am Fraunhofer Institut arbeitet man bereits seit 10 Jahren an E-Textilien. Die Grundlagen sind erforscht, spezielle Fasern entwickelt und Wege beschritten, wie man diese Fasern verarbeiten kann. Doch richtige Endprodukte sind beim Verbraucher bisher kaum angekommen.

©Philips/ Philips entwickelt riesige Panele, die mit LEDs ausgestattet sind.

Die Technik in E-Textilien

Doch wie werden Stoffe smart? Klar ist, ohne Strom keine Vernetzung, die eingesetzten Fasern müssen also leitfähig sein. Eine Möglichkeit besteht darin, diese Spezialfasern in normale Stoffe einzuarbeiten, etwa durch Niedrigtemperaturlöten, Einkleben mit speziell nicht leitfähigen Klebstoffen oder Crimpen. Eine andere Variante sind Polyurethansubstrate. Diese Stoffe sind sehr robuste weil dehnbare elektronische Systeme, die sich zum Beispiel auf textile Substrate laminieren lasssen: Vorteil dabei: Die Integration klappt einfach und den Nutzern fällt der spezielle Stoff nicht auf. Auch die textile Mikrosystemtechnik liefert Möglichkeiten, Schaltkreise auf Textilien aufzubringen. So hat zum Beispiel Philips Leuchttextilien-Panele entwickelt, die Schall absorbieren, gleichzeitig aber Licht, Farbe, Textur und Video ineinander überblenden können.

©Polar/E-Textilien sind vor allem als Kleidungsstücke schon marktreif, etwa für Sportler.

Stoffe als Sensoren

Was auch gut funktioniert, ist intelligente Stoffe als Sensoren zu nutzen, die Daten sammeln und übertragen. So kann man sich beispielsweise den Brustgurt als Herzfrequenzmesser sparen, wenn der Puls vom Shirt gemessen wird. Polar hat so ein Shirt schon im Verkauf, das bei Sportlern zur Trainingsüberwachung eingesetzt wird. Das könnte auch für das Smart Home nützlich sein: Etwa könnten Kissen die Schlafqualität über Nacht messen und die gesammelten Daten an einen Cloud-Dienst schicken. Den zapft dann eine App an und man hat die Daten auf dem Smartphone. Warum sich extra Sensoren an die Wand hängen, wenn doch die Couch ohnehin im Wohnbereich steht? Eingearbeitete Sensoren könnten zum Beispiel fortwährend Luftqualität und Temperatur im Raum messen. Auch Teppiche könnten als Sensoren arbeiten und Stürze erkennen oder den Staubsaugroboter automatisch starten, wenn Krümel auf den Boden fallen.

 

Fazit

Bei E-Textilien für das Smart Home gibt es derzeit wenig wirklich marktreife Produkte, aber die Grundlagen für Stoffe, Fasern und Verarbeitung sind erforscht. Smarte Kleidung, vor allem im Sport, ist schon marktreif. Hinzu kommen Entwicklungen für das Gesundheitswesen oder die Industrie. Wie bei vielen neuen Techniken sind vielfach auch einfach die Preise für Privatnutzer noch zu hoch: Die smarte Jeansjacke von Google und Levis kostet 350 US-Dollar und die Hersteller übernehmen keine Garantie, dass die Jacke mehr als 10 Waschgänge überlebt. Spätestens aber wenn IKEA die ersten smarten Sofakissen im Angebot hat, dürfte sich die Wahrnehmung von E-Textilien ändern.

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