Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Prävention

Achtung, Einbrecher! Ist Ihr Haus sicher genug?

Experten sind sich einig: Wir machen es Einbrechern viel zu leicht. Dabei ist es gar nicht schwer, das Heim besser vor Kriminellen zu schützen

Smarte Gadgets garantieren mehr Sicherheit.

iStock.com/AlexRaths

„Ist auch alles abgeschlossen und sicher für den Urlaub?“, fragt Paul Müller seine Ehefrau Maria. „Ja, die Rollos sind heruntergelassen. Alle Türen und Fenster sind verriegelt“, beruhigt sie ihren Ehemann. „Außerdem schaut ja unser Nachbar regelmäßig nach dem Rechten.“

Ist das Haus der Müllers wirklich sicher vor Einbrechern? Nachbar Max Schröder, von Beruf Polizist, hat da seine Zweifel. In der Gegend wurde erst vor Kurzem wieder eingebrochen und er hält es für angebracht,  das Haus seines Freundes Paul näher unter die Lupe zu nehmen. Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung, einige Schwachstellen fallen dem Experten dann aber doch auf und er schreibt für Paul eine Liste mit den Punkten, an denen er nachbessern muss. Am nächsten Tag fällt Max eine noch bessere Lösung ein: Er verfasst eine Liste zum Thema Einbruchsschutz, die er im internen Forum der Siedlung „Idylle am Golfplatz“ veröffentlicht. So haben alle Nachbarn etwas davon. Er schreibt:

Schwachstellen

Jede größere Öffnung in einem Haus kann einen Angriffspunkt für Einbrecher darstellen. Auf den ersten Blick wirken Eigenheime gut gesichert: Es sind Jalousien vor den Fenstern montiert und der Kellerzugang ist mit einer massiven Feuerschutztür verschlossen. Diese Maßnahmen bieten dennoch keinen wirklichen Schutz. Vergessen werden auch leicht Einstiegsmöglichkeiten für Diebe wie Kellerschächte und -fenster, schlecht gesicherte Verbindungstüren zwischen Garage und Haus sowie Fenster, die auf Kipp gestellt sind. Auf diese fünf Punkte sollte man achten:

Sicherheitscheckliste

1. Beleuchtung nachrüsten

Viele Grundstücke sind unübersichtlich und vor fremden Blicken durch hohe Hecken geschützt, auch die Beleuchtung ist meist mangelhaft. Diebe wollen nicht entdeckt werden und lieben solche Anwesen. Ist die Hecke gestutzt, können die Nachbarn verdächtige Bewegungen bemerken und darauf reagieren. Sinnvoll ist auch, das Haus mit Außenleuchten auszustatten, in die Bewegungsmelder integriert sind. Praktisch sind solarbetriebene Lampen, da sie ohne Kabelverlegung an vielen Orten angebracht werden können, keine Stromkosten anfallen und die Umwelt geschont wird. Die Bewegungsmelder lassen sich mit einer Alarmanlage kombinieren, die wiederum mit einem Smart Home System kombiniert sind. So lassen sich bestimme Aktionen definieren, wie beispielsweise: Geht die Beleuchtung an, schicke SMS an den Hausbesitzer.

2. Grundstück sichern

Oft dienen Zäune nur dekorativen Zwecken und zeigen lediglich die Grenzen des Grundstücks an. Sie bieten keinen Schutz vor Einbrechern und sind leicht zu überwinden. Hilfreich ist es, die Bauordnung auszunutzen und gegebenenfalls mit höheren Umzäunungen nachzurüsten. Ein abschließbares Tor mit Gegensprechanlage hält unbekannte Personen vom Grundstück fern und man kann sie erst einmal aus sicherer Entfernung einschätzen. Die Gegensprechanlage kann in ein Smart Home System eingebunden werden. Bild und Ton können beispielsweise an ein Smartphone weitergeleitet werden und so der Besucher auch aus der Ferne begutachtet und ggf. ins Haus gelassen werden.

3. Türen aufrüsten

Kellertüren oder Garagentore mögen massiv aussehen, sind es aber meist nicht in den Standard-Varianten. Man sollte am besten schon bei der Planung des Hauses darauf achten, Türen mit einer hohen Schutzklasse einzubauen. Diese sollten laut Polizei der DIN EN 1627ff und mindestens der Widerstandsklasse (RC) 2 entsprechen und damit zertifiziert einbruchhemmend sein. Haustüren lassen sich in der Regel leicht gegen sichere Varianten austauschen, da sie bestimmten Normen entsprechen müssen.

Doch was nützt die sicherste Haustür, wenn sich das Schloss mit einer Haarnadel öffnen lässt? Auch da empfiehlt die Polizei Schlösser zu verbauen, die „nicht gezogen“ werden können, also nicht mit Spezialwerkzeug herausgezogen werden, deren Zylinder gegen Aufbohren geschützt sind und deren Beschläge Manipulationen erschweren.  An der Tür angebrachte Sensoren können Alarm bei einem Einbruchsversuch über eine Smart Home Anlage auslösen. Nur wenn die Türen fachgerecht eingebaut werden, greifen auch alle Schutzmechanismen.

Zu beachten ist außerdem:

Türen, die aus Bequemlichkeit lediglich zugezogen wurden und nicht abgeschlossen sind, lassen sich meist mit einfachen Mitteln oder ein bisschen körperlicher Gewalt öffnen.

Der Schlüssel sollte nicht in Hausnähe versteckt werden, Diebe kennen jedes Versteck.

Am Schlüsselbund sollte keine Adresse befestigt sein; geht er verloren, sollten besser die entsprechenden Schlösser ausgewechselt werden.

Bei Glastüren sollte niemals der Schlüssel innen stecken.

Auf Klingeln nicht bedenkenlos öffnen und gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen zeigen. Den Türspion und den Sperrbügel (Türspaltsperre) nutzen.

4. Garagen- und Kellerzugang

Für einige Bereiche sind Feuerschutztüren vorgeschrieben. Sie widerstehen zwar einem Feuer, aber nicht Einbrechern und sollten mindestens der gleichen Widerstandsklasse wie die der Haustür entsprechen. Diese Türen werden leicht vernachlässigt, wenn sie als Verbindungstür zwischen Garage und Haus dienen.

Auch Garagentore sollten gesichert werden, denn normale Modelle bieten wenig Schutz. Ein Feuermelder oder Sensoren können bei Gefahr Alarm schlagen und bestimmte Personen können mit Hilfe eines Smart Home Systems informiert werden.

5. Fenster sichern

Hinuntergelassene einfache Jalousien vor normalen Fenstern schützen nicht, sondern dienen lediglich der Verdunkelung der Räume.

Besonders gefährdet sind leicht erreichbare Fenster und Terrassentüren. Übliche Fensterkonstruktionen bieten keinen Schutz vor Einbrechern. Fenster, Balkon- und Terrassentüren sollten auch bei kurzer Abwesenheit geschlossen werden. Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen. Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen werden, damit sie nicht sofort eine Abwesenheit signalisieren. In einem Smart Home lassen sich Jalousien gezielt steuern, so öffnen und schließen sich, abhängig von Uhrzeit oder Wetterbedingungen. Diese Funktionen lassen sich vor Ort oder bei manchen System auch per Computer oder Smartphone anpassen. 

Rückkehr aus dem Urlaub

Gut, dass die Müllers ihren Nachbarn gebeten haben, das Haus im Auge zu behalten. Er hat während des Urlaubs die Post aus dem Briefkasten genommen und die Rollos morgens hochgezogen und abends heruntergelassen. Neben der Sicherheitsliste, hatte er auch noch einige Tipps aus dem Bereich Smart-Home für die beiden. Zum Beispiel Rollläden, die sich abhängig von der Wetterlage und dem Sonnenauf- und untergang jeden Tag individuell hoch- und runterfahren; smarte Steckdosen die sich über eine Smart-Home-Zentrale abstimmen und so echte „Anwesenheit“ simulieren; kleine, einfach zu installierende Kameras, die klug genug sind, Bewohner und Nachbarn von Einbrechern zu unterscheiden. Dann fehlt nur noch ein sich selbst leerender Briefkasten.

Andere Artikel mit Themen: Sicherheit, Haushalt, Haustür, Vernetzung

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück