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Title: Sicherheit
Praxistest

Danalock V3: das smarte Doorlock im Test

Smarte Türschlösser schaffen Komfort im Alltag, erhöhen die Sicherheit und sind der digitale Pförtner zu den eigenen vier Wänden.

© Chris Bertko

© Chris Bertko

In Deutschland sind Smartlocks noch nicht sehr populär. Wohl zu groß ist die Angst davor, dass smarte Türschlösser das Einfallstor von raffinierten, digitalen Einbrechern werden könnten. Die Meinung von Experten dazu: „Es ist einfacher ein Ziegellstein durch das Fenster zu werfen um in die Wohnung zu gelangen, als aufwändig ein smartes Türschloss zu hacken“.

Die Kommunikation der Smartlocks ist in der Regel mit mindestens genau so hohen Sicherheitsalgorithmen geschützt, wie modernes Onlinebanking. Und um Profit aus dem (erfolgreichen) Hackerangriff zu schlagen, ist eine örtliche Nähe erforderlich, schließlich muss man als Einbrecher ja noch in die Wohnung hinein.    

Ein spannender Hersteller für intelligente Türschlösser ist unter anderem die Firma „Danalock“. Mit Firmensitz in Dänemark führt sie ihr Smartlock nun in die Dritte Generation.

© Chris Bertko / Danalock V3 Smartlock mit längenverstellbarem Sicherheitszylinder.

Zwar gab es die erste Generation schon wahlweise mit Bluetooth oder Z-Wave Funk, jedoch war diese recht klobig und vor allem sehr laut. Die zweite Generation war schon deutlich leiser und vor allem schneller im Öffnen der Tür. Der wichtigste Unterschied war jedoch die Positionserkennung. Heißt, öffnet man die Tür manuell via Schlüssel, erkennt dies das intelligente Türschoss. Ein erneuter „Öffnen“ Befehl führt damit nicht zu einem unangenehmen „Rattern“ des Türantriebs, welcher in Generation eins noch versucht hat den Zylinder weiter zu drehen. Auch die zweite Generation war sowohl mit Bluetooth oder aber mit Z-Wave in Kombination mit Bluetooth erhältlich.

In der neusten, der dritten Generation wurde das smarte Türschloss noch einmal kleiner, schneller und leiser. Das Getriebe wurde entkoppelt, so dass beim manuellen Aufschließen dieses nicht mehr mitgedreht wird. Aber vor allem in Punkto Konnektivität hat sich einiges getan. Zwar gibt es die V3 immer noch in der „nur“ Bluetooth Version – welche aber seit neustem bereits mit Apple Smart Home, dem „HomeKit“ kompatibel ist – sowie in der Z-Wave Version. Neu ist jedoch, dass es das Türschloss auch mit ZigBee Funk geben wird. Wir kennen diesen Funkstandard bereits von den berühmten bunten Philips Hue Leuchten, welche das ZigBee Light Link Profil verwenden, aber mit dem Hue Hub wird das Türschloss leider nicht kompatibel sein. Man kann aber auf darauf hoffen, dass es mit dem Amazon Echo arbeiten wird, denn auch dieser hat einen ZigBee Hub seit der neusten Generation integriert. Genauso könnte das Danalock V3 in der ZigBee Version mit Homee, Schwaiger oder Zipato kompatibel werden, denn auch dies drei Systeme integrieren den ZigBee Funk – und sind nicht auf das Light Link Profil begrenzt.

© Chris Bertko / Danalock V3 Z-Wave Version mit dem Smart Home Hub Homee

Es sei noch kurz angemerkt: Die Z-Wave Version arbeitet wunderbar mit beiden Fibaro Home Centern zusammen und soll auch mit einem der nächsten Updates mit Homee kompatibel werden.

Installation

Während die Türschlösser der Marktbegleiter wie beispielsweise Nuki oder Homematic (lies: Keymatic), einfach nur auf den von innen eingesteckten Schlüssel arretiert werden und diesen drehen, ist die Montage des Danalock Smart Lock etwas aufwändiger. Hierbei muss der bestehende Zylinder getauscht werden. „Oha! ist das schwierig?“ – wird sich da der ein oder andere fragen. Aber ich, der „Heimwerkerkönig“ mit zwei linken Händen, alles Daumen und alle gebrochen kann sagen: Nein, es ist lediglich eine einzige Schraube zu lösen.

© Chris Bertko / Eine Schraube lösen und der Zylinder kann gezogen werden.
Das Wichtigste ist herauszufinden, was für einen Zylinder man benötigt. Dafür sind zwei Angaben nötig, gemessen an der Tür Kante:

  1. Der Abstand von Mitte Zylinder bis zum Türschloss Außen
  2. Der Abstand von Mitte Zylinder bis zum Türschloss Innen

© Chris Bertko / Maß nehmen von Mitte Zylinder bis zur Außenkante des Türschlosses.

Und jetzt wird es noch einfacher: Bei dem Danalock Zylinder interessiert nur der Abstand zum Türschloss Außen, denn nach Innen gibt es ein einheitliches Maß. Logisch, dort sitzt der elektrische Antrieb. Außen sollte der Zylinder hingegen bündig abschließen, um keinen Angriffspunkt zu bieten, damit er zum Beispiel nicht mit einer Zange oder ähnlichem gezogen werden kann.

Und für all jene, die es noch einfacher benötigen, gibt es einen modularen Zylinder, der quasi auf die richtige Länge zusammengesteckt werden kann.

© Chris Bertko / Längenverstellbarer Zylinder für Danalock.
Wie gesagt: Eine Schraube an der Türkante lösen, den vorhandenen Zylinder herausziehen und den neuen einsetzen. Die Schraube nicht zu festziehen und dann die mitgelieferte Montageplatte von innen verschrauben. Dafür gibt es im Danalock Zylinder ein entsprechendes Loch mit Gewinde. Alternativ kann die Montageplatte in der Tür verschraubt werden – wobei die erste Variante sicher lukrativer für alle Mieter sein dürfte.

© Chris Bertko / Montageplatte wird an der Türinnenseite montiert.

Einrichtung via App

Egal, für welche Version man sich entscheidet: Bluetooth ist immer mit an Board und damit kann das Schloss konfiguriert werden. Hierüber kann eingestellt werden wie weit das Schloss gedreht werden muss und ob an der Tür-Außenseite ein Knauf oder eine Klinke vorhanden ist. Das entscheidet darüber, ob das Smart Lock die „Türfalle“ mit einzieht oder nicht. Und auch hier kann eingestellt werden, wie lange die Türfalle gezogen wird.

© Screenshot Chris Bertko / Einstellungen und Feinjustierung des Türschlosses via App.

Auch wenn man das Danalock V3 Schloss mit einer Smart Home Zentrale (wie dem Fibaro HC betreibt), ist die Erstkonfiguration via App empfehlenswert. Alternativ sind alle Einstellungen (umständlich) via Parameter möglich.

Die Danalock App im Alltag

Neben der Konfiguration können in der App auch Gastzugänge vergeben werden. So erhält beispielsweise die Putzfrau, welche Montag bis Freitag kommt, einen darauf abgestimmten Zutritt. Aber auch temporäre Zugänge können via Email oder SMS vergeben werden, falls der Klempner – oder andere Dienstleister – erwartet werden. Für die Vermieter unter uns: Auch eine Verbindung zu Airbnb ist möglich!

© Screenshot Chris Bertko / Gastzugänge vergeben über die Danalock-App.

Viel wichtiger dürfte aber das Öffnen der eigenen Tür im Alltag sein. So bietet die App neben einer übersichtlichen Oberfläche auch die Möglichkeit, das Schloss automatisch zu öffnen. Dafür steht neben der Geofencing Funktion auch die Möglichkeit für iBeacons zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Batterie betriebene Bluetooth Sender, welche in der Wohnung platziert werden. Erkennt das eigene Smartphone das „Leuchtfeuer“ des Bluetooh Senders, öffnet die Tür automatisch.

© Screenshot Chris Bertko / Danalock App einfach und übersichtlich.

Wer das nicht möchte, der kann weiterhin auf die Bedienung via Smartphone setzen. Damit man dafür nicht stetig das Smartphone entsperren und die App öffnen muss, bietet Danalock ein Widget für den Schnellzugriff auf das Schloss an. Wer die HomeKit-fähige Bluetooth Version nutzt, kann dies natürlich auch aus dem Homecenter heraus tun – oder via Siri Sprachbefehl.

In einem Preview für das bald erscheinende Apple Betriebssystem iOS 12 zeigt Danalock sogar das Öffnen der Tür via Siri Shortcuts. Hierbei können definierte Funktionen von Drittanbieter Apps per Apple Sprachassistent „Siri“ gesteuert werden – auch wenn das betreffende Gerät nicht HomeKit-fähig ist. Ein „Hey Siri, Sesam öffne dich“ könnte dabei schnell und unkompliziert die Tür öffnen.
Für Freunde des Webautomatisierungs-Dienst IFTTT bietet Danalock die Möglichkeit, ein dauerhaft mit Strom versorgtes Smartphone oder Tablet als „Bridge“ einzurichten. Die „echte“ Danalock Bridge soll noch in diesem Jahr folgen.

Danalock im Alltag

So ein smartes Türschloss steigert den täglichen Komfort enorm. Für den ein oder anderen mag es unsinnig erscheinen, doch wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass die Fernbedienung fürs Auto bald Serienausstattung wird? Ähnlich ist es mit dem Smartlock. Man kommt vollgepackt mit dem Einkauf nach Hause und wie von Geisterhand öffnet die Wohnungstür. Aber wie vorhin erwähnt, muss es nicht zwingend der eigentliche Bewohner sein, auch Dienstleistern oder dem Paketboten kann temporär Zutritt verschafft werden.

Und denkt man mal eine Ecke weiter, so kann das smarte Türschloss in Verbindung mit einer Smart Home Zentrale vielleicht zum echten Lebensretter werden: Erkennt ein Z-Wave funkbasierter Rauchmelder einen entstehenden Brand, so kann er während der Signalisierung bereits die Türen entriegeln um Fluchtwege zu schaffen und Retter hinein zu lassen.

Apropos Retter: In Bereich des AAL (Ambient Assist Living) könnten smarte Türschlösser – gekoppelt mit Sturzsensoren – den Weg für Helfer und Retter freimachen.

Fazit

Auch wenn die Installation ein Ticken schwieriger ist, als bei den Marktbegleitern, so hat das Danalock V3 in Punkto Bauform, Schnelligkeit, Lautstärke und vor allem der Konnektivität die Nase vorn. Die App bietet viele Möglichkeiten, um den täglichen Luxus zu erhöhen und in Verbindung mit einer Smart Home Zentrale kann das Türschloss vielleicht sogar zum Lebensretter werden.

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