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Smartes Türschloss

Der elektronische Schließzylinder Iseo Libra Smart

Mit EC-Karte, Handy oder Chip die Tür öffnen? Libra macht’s möglich. Was das smarte Schloss alles kann, zeigt der Test.

Tür wird mit Smartphone geöffnet

© AA+W / Fotolia.com

Es ist erstaunlich, wie lange sich die klassische Zylindertechnik gehalten hat. Jeder schleppt immer noch stets einen schweren, sperrigen Schlüsselbund mit sich herum, der das Smartphone in der Tasche zerkratzt. Und zudem weist ein Schlüssel noch erhebliche Defizite in Sachen Bedienung auf. Jeder, der schon einmal im Dunkeln an der Haustür den richtigen Schlüssel gesucht hat, weiß wovon die Rede ist. Und selbst bei Tag sind herkömmliche Türschlösser meist kein Quell der Freude: Schlüssel suchen, fummelig in das Schloss stecken, drehen und vielleicht noch von innen wieder abschließen. Geht das nicht einfacher? Doch, geht es!

Schneller als Schlüssel

Immer mehr Hersteller setzen auf smarte Türzylinder. Nachdem wir bereits das Danalock ausprobiert haben, ist dieses Mal das Libra Smart von Iseo an der Reihe. Hauptmerkmal des schicken Komplettzylinders: Er lässt sich nicht nur per Smartphone oder Smartwatch, sondern auch per Transponder-Chip, -Armband oder -Karte entriegeln . Das ist ein großer Vorteil. Denn sind wir mal ehrlich: Das Smartphone aus der Tasche zu kramen, zu entsperren, die entsprechende App zu starten und den Befehl zu senden, um die Tür dann endlich per Hand zu öffnen – das ist auf Dauer zu lästig. Das Öffnen per Smartphone sieht vielleicht lässig aus, klappt aber überhaupt nicht so funktional und schnell wie die Tür mit einem herkömmlichen Schlüssel zu entriegeln. Einen Transponder hingegen hält man nur kurz vor den Zylinder, und kann dann das Schloss per Hand entriegeln. Das klappt zuverlässig und flott.

Einbau top …

Das Libra Smart gibt es passend zur individuellen Tür in verschiedenen Längen und Griff-Ausführungen. Die günstigen Varianten haben auf der Außenseite die Elektronik, auf der Innenseite einen drehbaren Edelstahlknauf. Varianten mit elektronischen Drehknäufen auf beiden Seiten bietet Iseo ebenfalls an. Wenn die Maße stimmen, ist der eigentliche Einbau ein Kinderspiel und in wenigen Minuten erledigt: Einfach den alten Zylinder per Schraubendreher entfernen, den Libra-Smart-Zylinder von außen ins Schloss einschieben, und den Drehknauf auf der Innenseite festschrauben. Fertig! Dann beginnt aber erst einmal das große Grübeln. Wie geht es nun weiter?

… Dokumentation Flop

Screenshot der ISEO AppDie mitgelieferte Bedienungsanleitung beschreibt lediglich den Einbau und zeigt, dass am Ende eine der mitgelieferten Karten vorgehalten werden soll. Darauf reagiert das Schloss zwar durch akustische und optische Signale, öffnen lässt es sich aber noch lange nicht. Wie es weitergeht, ist in der Anleitung nicht zu finden. Des Rätsels Lösung: Man muss die „Argo App“ des Herstellers Iseo herunterladen, um in den Tiefen der Appeinstellungen die zumindest englischsprachige Einrichtungsanleitung zu finden. Schnell wird klar: Nur mithilfe der mitgelieferten Masterkarte lassen sich die Benutzer des Türschlosses in der App einrichten. Das klappt sogar erfreulich einfach: Masterkarte vors Schloss halten, und dann entweder Smartphone oder Transponder anmelden. Das ist in Sekunden erledigt. Genauso einfach lassen sich einzelne „Nutzer“ auch wieder löschen. Geht also ein Transponder oder gar ein Smartphone verloren, lässt sich beides im Nu abmelden. Der teure Einbau eines neuen Schließzylinders ist nicht nötig.

Es geht noch smarter

Beruhigend: Der Zylinder erhält aller Voraussicht nach eine VDS-Zertifizierung, die für einen guten Einbruchschutz steht. Und sollte trotz vorheriger Warnung die Batterie irgendwann schlappmachen, ließe die sich mithilfe von Spezialwerkzeug auch von außen austauschen. Was passiert aber, wenn die Elektronik trotz voller Batterie streikt? So ganz ohne mechanischen Zugang für den Notfall, beschleicht einen schon ein komisches Gefühl.

Libra von ISEO

Nichtsdestotrotz kam es in der Testphase zu keinen Problemen, der Zylinder funktionierte stets einwandfrei. Hundertprozentig überzeugen konnte uns der Libra Smart dennoch nicht. Er strahlte etwa nicht die „Magie“ des Danalocks aus. Letzterer ermöglicht es, die Tür auch vollautomatisch zu öffnen. Zudem fehlte uns eine erweiterte Nutzerverwaltung, die etwa bestimmten Nutzern den Zutritt nur zu bestimmten Tageszeiten gewährt. Auch ist es nicht möglich, Besuchern vorab Zutritt zu verschaffen, etwa durch Freischaltung per App. Dazu kommt auch noch, dass Libra Smart alles andere als günstig ist: Ein Einsteigerset inklusive drei Masterkarten, drei Transpondern und Batteriewechselwerkzeug schlägt mit stolzen 420 Euro zu Buche. 

Fazit

Wer seinen Haustürschlüssel in Rente schicken will, macht mit dem Kauf des Libra Smart sicher nichts falsch. Käufer erhalten einen soliden, gut verarbeiteten Schließzylinder, der sich per Transponder flott öffnen lässt. Allerdings fehlen dem Produkt (noch) einige, smarte Extras wie eine erweitere Nutzerverwaltung. Immerhin versprach der Hersteller auf Nachfrage, dass in Zukunft mit entsprechenden Neuerungen zu rechnen sei.

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