Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Smarter Schutz fürs Haus

Digital täuschen, tarnen und bewachen

Wenn die Tage kürzer werden, haben Langfinger im Schutz der Dunkelheit vermeintlich leichtes Spiel. Doch das Smart Home schlägt zurück!

überwachtes Haus

© Fotolia.com/ kange_one

Sicher erscheint nur eines: Die Gefahr eines Haus- oder Wohnungseinbruchs steigt von Jahr zu Jahr. Dabei finden Einbrüche häufig tagsüber statt, wenn die Bewohner bei der Arbeit oder in der Schule sind. Im Winter kommt hinzu, dass die Sonne schon während der üblichen Abwesenheitszeiten untergeht: Somit finden Einbrecher nicht nur ein leeres Haus vor, sondern genießen auch den Schutz der Dunkelheit.

Maßnahmen für ein sicheres Zuhause

Generell werden die eigenen vier Wände mit mehreren Maßnahmen vor Langfingern geschützt: Zunächst einmal sollten alle gefährdeten Gebäudeöffnungen wirklich sicher verschlossen sein. Dazu gehören etwa Terrassentüren und Fenster im Erdgeschoss sowie Eingangstüren zu Haus oder Wohnung. Diese sollten mehrfach schließend ausgestattet sein, sodass ein Einbrecher mit dem Schraubendreher nicht gleich beim ersten Versuch Erfolg hat. Ohne mechanischen, zusätzlichen Schutz ist eine Immobilie nicht sicher.

Bei weiteren Schutzmaßnahmen kann vernetzte Technik wertvolle Hilfe leisten – zum Beispiel in Form von wirkungsvollen Abschreckungsmaßnahmen. Jedes Smart-Home-System bietet die Möglichkeit, Lichter und andere Funktionen im Haus automatisch zu steuern. Ist man also nicht zu Hause, dann kann die Heimsteuerung die Lichter in den verschiedenen Räumen nach dem Zufallsprinzip an und später wieder ausschalten, damit das Haus – zumindest bei oberflächlicher Beobachtung – bewohnt aussieht. Wer elektrische Rollläden hat, kann sie so einstellen, dass sie bei Einbruch der Dunkelheit nicht komplett herunterfahren, damit die wechselnde Beleuchtung von außen durch einen Spalt zu sehen ist. Immer mehr Smart-Home-Systeme bieten diese Anwesenheits-Simulation als vorprogrammierte Szenenfunktionen an. Bei Innogy Smarthome oder Magenta Smarthome etwa heißen sie „Virtueller Bewohner“ und lassen sich direkt in der Kontroll-App aktivieren.

Abwesenheitssimulator von Innogy

Bewachung mit Köpfchen und IP-Cams

Smart-Home-Systeme werden zwar von der Versicherungsindustrie nicht als Alarmanlagen anerkannt, Überwachungsfunktionen bieten sie aber dennoch. Zu allen Systemen gibt es etwa Kontaktschalter, die einen Alarm auslösen, wenn die Tür oder das Fenster nicht geschlossen ist. Damit kann man z. B. sicherstellen, dass beim Verlassen des Hauses alle Fenster geschlossen sind. Die Kontakte lösen aber natürlich auch dann einen Alarm aus, wenn das damit versehene Objekt gewaltsam geöffnet wird.

Noch effektiver wird das Ganze zusammen mit einer smarten Überwachung per Netzwerk-Kamera. Solche IP-Überwachungskameras gibt es in großer Auswahl, doch einige Modelle stechen dank innovativer Funktionen aus der Masse heraus.

D-Link etwa hat auf der IFA 2016 die beiden Kameramodelle DCS-936L und DCS-2530L vorgestellt, die dank Ultra-Weitwinkel und HD-Auflösung einen gesamten Raum im Blick behalten. Die Kameras erinnern optisch eher Puderdöschen denn an Kameras und lassen sich so besonders unauffällig im Raum platzieren. Sie schalten sich auf Wunsch ein, sobald sie eine Bewegung oder ein Geräusch feststellen, schicken sie das Kamerabild dann direkt an die zugehörige App und speichern es auf Wunsch auch lokal auf einer MicroSD-Karte.

Die beiden Netzwerk-Kameras DSC-936L und DCS-2530L von D-Link

Noch einen Schritt weiter geht die Überwachungskamera Netatmo Presence (um 300 Euro), die erst kürzlich als Outdoor-Ergänzung zur Innenraum-Kamera Netatmo Welcome auf den Markt kam. Wie die Innenkamera erfasst Presence nicht nur Bewegungen, sondern kann dank einer aufwendigen Bild- und Tonanalyse auch erkennen, ob sich ein Tier, ein Mensch oder gar ein Auto auf dem Grundstück befindet. All diese Aktivitäten speichert Netatmo Presence in einer Online-Timeline und meldet sie gleichzeitig in der zugehörigen App auf dem Smartphone des Hausherrn. Dank Nachtsicht-Funktion und einem eingebauten Flutlicht kann die Kamera sowohl im Dunkeln aufnehmen als auch Eindringlinge direkt anstrahlen und damit gehörig erschrecken.

Außenkamera Netatmo Presence

Doorbird und Ring.com: Smarte Haustürklingeln erkennen auch Einbrecher

Doch was tun Einbrecher, wenn sie einmal das Haus erreicht haben? Um sicherzugehen, dass niemand zu Hause ist, klingeln sie häufig zunächst einmal. Diese Eigenheit machen sich vernetzte Türklingeln zunutze. Wer etwa eine smarte Sprechanlage von Doorbird (um 350 Euro) nutzt, bekommt die Türklingel aufs Handy weitergeleitet und kann den Besucher auch dann begrüßen, wenn man gar nicht zu Hause ist. Außerdem nimmt Doorbird mit seiner eingebauten Kamera bei jedem Klingeln ein Bild des Besuchers auf. Ähnlich verfährt die brandneue Funk-Türklingel Ring.com (ca. 250 Euro): Auch sie leitet das Türklingeln auf die Smartphones der Bewohner weiter und verewigt jeden Besucher im zugehörigen Speicher. Auf Wunsch nimmt Ring.com auch Bilder auf, sobald sich etwas vor der Linse der Kamera bewegt.

Funk-Türklingel ring.com

iLoq: vernetzte Haustürschlüssel

Besondere Aufmerksamkeit sollte man auch seinem Türschloss widmen – herkömmliche 08/15-Schließzylinder lassen sich nicht nur binnen Sekunden mit einer Rohrzange heraushebeln, es besteht auch die Gefahr, dass ein verlorener Schlüsselbund dem Haus zugeordnet und die Tür so von Fremden ganz regulär geöffnet werden kann. Smart Locks, bei denen man die Zugangsberechtigungen festlegen und die Tür beispielsweise per Smartphone oder Digital-Chip öffnen kann, kommen deshalb immer mehr auf. Eine besonders clevere Lösung bietet der finnische Hersteller iLoq: Er stattet Türen mit weitgehend normal aussehenden, aber besonders smarten Schließzylindern aus. Das Türschloss iLoq Privus hat immer das gleiche Schlüsselloch und erkennt die zugehörigen, ebenfalls allesamt baugleichen, Schlüssel anhand einer digitalen Kennung, die im Schloss wie auch im Schlüssel hinterlegt ist. Der Clou: Für die Datenabfrage beim Einstecken des Schlüssels ist weder im Schloss noch im Schlüssel eine Batterie notwendig. Die Energie für die Datenübertragung wird beim Einstecken des Schlüssels ins Schlüsselloch erzeugt.

smarte Türschloss iLoq Privus

Ein verlorener Schlüssel ist in diesem System kein größeres Problem, denn er lässt sich über das zugehörige Programmier-Tool aus dem jeweiligen Schloss löschen und kann so nicht von unbefugten Dritten missbraucht werden.  

Fazit

Sicherheitshelfer mit vernetzter Smart-Home-Technik ersetzen auf keinen Fall eine sicher schließende Tür und andere mechanische Schutzmaßnahmen gegen ungebetene Gäste. Dennoch werden die meisten potenziellen Einbrecher weiterziehen, wenn sie ein vermeintlich bewohntes – weil aktives Haus – vorfinden, an dem Überwachungskameras oder eine Video-Türsprechanlage aufmerksame Bewohner signalisieren, auch wenn diese gar nicht zu Hause sind.

Andere Artikel mit Themen: Sicherheit, Alarmanlage, Kameras

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück