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Vor Angriffen schützen

Hacker: Wenn das eigene Haus zum Spukschloss wird

Ein smartes Zuhause bringt einen höheren Wohnkomfort, birgt aber auch Gefahren. Hier sind die besten Sicherheitstipps.

Hacker an PC

iStock.com/Frank Peters

Manipulationen am intelligenten Heim, das eigentlich ein neues Maß an Bequemlichkeit bieten soll? Eine solche Gefahr gab es bislang noch nicht. Clevere Haustechnik wie Steckdosenleisten, Jalousien oder Gegensprechanlagen, die bislang abgeschlossene Systeme bildeten, sind auf einmal Teil eines (WLAN-)Netzwerks. Das bedeutet: Viele Geräte, die teils wichtige Funktionen im Haus steuern, sind auch mit dem Internet verbunden. Das eröffnet die Möglichkeit, von jedem Teil der Welt aus auf die Heimvernetzung zuzugreifen und die Kontrolle zu übernehmen.

Was für den autorisierten Anwender praktisch ist, kann in den Händen von Hackern zum Albtraum werden, wenn zum Beispiel der Strom per Fernsteuerung ein- oder ausgeschaltet wird, die Jalousien plötzlich herunterfahren oder mitten in der Nacht auf einmal die Festbeleuchtung angeht. Deshalb ist es Pflicht, das WLAN und daran angeschlossene Smart-Home-Gadgets mit einem sicheren Passwort zu schützen, das aus gleich mehreren Sonderzeichen bestehen sollte.

Kriminelle auf der Suche nach Sicherheitslücken

In der Praxis sind solche Szenarien jedoch sehr selten, denn bösartige Hacker sind an solchen Spielchen gar nicht interessiert. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Angreifer handelt es sich um gewöhnliche Kriminelle, die es einfach nur auf Geld und Wertgegenstände abgesehen haben: Sie nutzen die Smart-Home-Vernetzung, um potenzielle Einbruchsziele auszuspähen. Wann stehen die Bewohner für gewöhnlich auf, wann verlassen sie das Haus, wann kommen sie von der Arbeit zurück, wann fahren sie in den Urlaub? Dies sind die wesentlichen Fragen, die sich Einbrecher heutzutage mit smarter Technik beantworten lassen.

WPA-Verschlüsselung macht das Smart Home sicher.

Sind Hacker erst einmal in das Smart-Home-System eingedrungen, können sie ihr Einbruchsziel bequem am Computer ausspähen, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Offene WLANs ermitteln sie dabei oft durch sogenanntes „Wardriving“: Mit einem Laptop auf dem Beifahrersitz wird nach offenen oder schlecht gesicherten Heimnetzen (beispielsweise mit WEP statt mit WPA2) gescannt. Ist das Netzwerk dann geknackt, reicht oftmals nur ein Befehl, um alle angeschlossenen Geräte anzeigen zu lassen. Sobald die Einbrecher wissen, wann das Gebäude oder die Wohnung für mehrere Stunden leer sein wird, schlagen sie zu.

Um sich im Smart-Home-System einnisten zu können, müssen die Eindringlinge zunächst dessen Sicherheitsmechanismen überwinden – sofern vorhanden. Für viele Elektronik-Hersteller ist die Vernetzung ihrer Produkte noch Neuland, entsprechend niedrig ist das Sicherheitsniveau. Bei einem Test von sieben Smart-Home-Einsteigerpaketen im Jahr 2014 durch das deutsche Security-Beratungsunternehmen AV-Test zeigten sich bei vielen Produkten erschreckende Lücken. Gut abgeschnitten haben dagegen die Systeme Gigaset Elements, RWE SmartHome und QIVICON von der Deutschen Telekom.

So sicher wie ein WLAN

Grundsätzlich ist beim Kauf von Smart-Home-Technik darauf achten, dass die Geräte die gleichen Sicherheitsfunktionen bieten wie sie auch beim Aufbau eines WLAN gelten: Das System muss eine Anmeldung mit Benutzernamen und einem komplexen Passwort erlauben. Systeme, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, können von Anfang an im Regal stehen bleiben. Die Sicherheits-Funktionen sollten natürlich auch genutzt werden. Gibt das System ein Standard-Passwort vor, ist es sinnvoll, dieses sofort nach der Installation zu ändern. Ein sicheres Kennwort umfasst mindestens zwölf Zeichen und besteht aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Das gilt insbesondere dann, wenn ein Gerät oder das gesamte System einen Zugriff über das Internet erlaubt.

Falls das Smart-Home-Netzwerk im Netzwerk-Namen auf Hersteller oder Modell hinweist, ist es ratsam, diesen Namen ebenfalls zu ändern. Es wird ein Software-Update angeboten? Dann empfiehlt sich nach einer kurzen Überprüfung der neuen Änderungen die sofortige Installation. Zudem ist es wichtig, dass auf jedem Computer, Smartphone und Tablet im Haus eine Antiviren-Software installiert ist. Im Test von AV-Test vom Oktober 2015 schnitten die Programme Avira Antivirus Pro, Bitdefender Internet Security, Kaspersky Internet Security und Symantec Internet Security am besten ab.

Weitere Hinweise zur Sicherung von digitaler Haustechnik liefert ein Merkblatt des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen, das es als kostenlosen PDF-Download gibt.

Verschlüsselung nicht vergessen!

RWE Starter-KitDarüber hinaus sollten sowohl die Anmeldedaten als auch die übrige Kommunikation verschlüsselt sein (etwa über das SSL-Zertifikat im Browser), damit niemand mitlesen kann. Laien können wahrscheinlich kaum beurteilen, ob ein System seine Daten tatsächlich sicher verschlüsselt, und eine verpflichtende Kennzeichnung der Produkte existiert derzeit auch nicht. Immerhin hat der VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.) im vergangenen Jahr einen Anfang gemacht und ein Testcenter für Smart-Home-Produkte eingerichtet. Dort prüfen Experten die Sicherheit der Produkte und vergeben das markenrechtlich geschützte Zeichen „Smart Home Informationssicherheit geprüft“. Das erste Zertifikat ging an den Energiekonzern RWE für sein SmartHome-System.

Fazit

Da Smart-Home-Geräte vernetzt und häufig auch mit dem Internet verbunden sind, geraten sie immer häufiger ins Visier von Hackern. Sie nutzen die Systeme in erster Linie dazu, um die Gewohnheiten ihrer Besitzer auszuspähen. Deshalb ist es notwendig, dass bereits bei der Einrichtung der Geräte grundsätzlich die gleichen Vorsichtmaßnahmen getroffen werden wie beim Aufbau eines WLAN. Zusätzlich ist schon beim Kauf von cleveren Gadgets darauf zu achten, dass sie ein Mindestmaß an Sicherheitsfunktionen wie eine Benutzer-Authentifizierung und Verschlüsselung der Kommunikationskanäle bieten.

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