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Smartes Bike-Schloss

I Lock It: Bluetooth-Schloss sichert Fahrrad automatisch

Den Drahtesel umständlich per Schlüssel oder Code sichern? Das ist von gestern – meinen zumindest die Erfinder von I Lock It.

I Lock It an einem Fahrrad

© haveltec

I Lock It will Fahrraddieben mit smarter Technik beikommen. Das Fahrradschloss funkt über Bluetooth Signale ans Smartphone. Sobald sich sein Besitzer mit dem Handy in der Hosentasche vom Rad entfernt verriegelt sich I Lock It automatisch. Doch ist das schlaue Schloss tatsächlich die Lösung, um sein Fahrrad ein für alle Mal diebstahlsicher zu machen?

Es passiert viel zu oft: Man möchte sein Fahrrad aufschließen, aber es ist nicht mehr da. Gestohlen, einfach weg. Und das meist für immer, denn die Aufklärungsquote der Polizei gibt wenig Anlass zur Hoffnung, dümpelt sie doch seit Jahren bei um die zehn Prozent. Nicht nur aus diesem Grund ist und bleibt Deutschland eine Fahrradklau-Hochburg: Allein 2015 wurden nach Erhebungen der Versicherungswirtschaft rund 210.000 gestohlene Räder gemeldet, 2014 erfasste die Polizei 340.000 Fahrraddiebstähle. Das bedeutet: Alle 90 Sekunden knackt hierzulande irgendwo ein Langfinger einen Drahtesel.

Stand der Technik: alt, schwer und trotzdem unsicher

I Lock It

Der gut gemeinte Rat von Versicherern und Gesetzeshütern, um kriminelles Gesindel wirkungsvoll abzuschrecken, beschränkt sich auf den Einsatz eines möglichst robusten und schweren Schlosses. Doch wer will solch ein Ungetüm immer mit sich herumschleppen? Und die Handhabung ist in der Regel auch nicht gerade praktisch. I Lock It hat deshalb ein recht leichtes, fest am Fahrrad installiertes Schloss auf den Markt gebracht. Schleppen fällt hier also schon mal weg.

Fest steht generell auch: Ein hundertprozentiger Schutz vor Diebstahl ist unmöglich. Auf Fahrräder spezialisierte Profis knacken selbst hochwertige Schlösser im Handumdrehen. Unbefriedigend. So sehen es auch die Gründer des Berliner Start-ups haveltec. Aus ihrer Sicht ist das gute alte Fahrradschloss ein Relikt, das mit smarter Technik durchaus mehr Sicherheit und Komfort bieten würde. Aus dieser Idee entsprang „I Lock It“ – ein modernes Schloss, das gleich mehrere clevere Ideen in sich vereint. Auf den ersten Blick erinnert die Konstruktion an ein herkömmliches Rahmenschloss. Doch im „Knubbel“ an der Oberseite steckt moderne Technik.

Besser als beim Auto: Automatisches Schließen und Öffnen

Beim Auto gehört eine Funkfernbedienung inzwischen zum Standard, bei Fahrradschlössern muss noch umständlich mit Schlüssel oder Zahlencode hantiert werden. Nicht so bei I Lock It. Das öffnet und schließt auf Wunsch nicht nur per Smartphone-App, sondern – Keyless Entry beim Auto lässt grüßen – sogar vollautomatisch. Möglich macht’s die Bluetooth-Technik: Dadurch erkennt das Schloss, ob sich der Besitzer samt seinem Smartphone nähert oder entfernt, und ver- oder entriegelt entsprechend das Fahrrad. In welcher Entfernung das geschieht, kann der Nutzer in der App selbst festlegen. Bluetooth-bedingt sind jedoch maximal zehn Meter möglich. Sicher ist sicher: Falls Smartphone- oder Schloss-Batterie den Geist aufgeben, lässt sich das Bike im Notfall auch per manueller Codeeingabe entriegeln.

Smartes Schloss mit eingebauter Alarmanlage

Bauartbedingt ist das Fahrrad zwar gegen das Wegfahren geschützt, nicht aber gegen das Wegtragen. Aus diesem Grund hat das I Lock It einen Bewegungssensor eingebaut. Der erkennt im abgeschlossenen Zustand Erschütterungen und schlägt dann Alarm. Das geschieht einerseits durch eine Sirene mit 110 Dezibel und andererseits per Push-Nachricht aufs Besitzer-Smartphone. Wem diese Schutzfunktion nicht reicht, der kombiniert das smarte Schloss mit optional erhältlichen Ketten und Kabeln. Die ermöglichen es, das Fahrrad ganz klassisch an Laternen oder anderen festen Gegenständen zu befestigen. Dadurch geht allerdings der Komfort-Vorteil flöten.

Fahrrad mit I Lock It abgesperrt

Leider ohne Tracking-Funktion

Weitere smarte Funktionen: Der „Schlüssel“ lässt sich per Smartphone mit Freunden teilen, sodass diese das Schloss öffnen können. Und wenn beim automatischen Schließen eine Speiche im Weg ist, erhält der Nutzer umgehend eine Benachrichtigung und I Lock It gibt gleichzeitig einen akustischen Warnton aus. Leider ist kein GPS an Bord, das die Ortung des gestohlenen Fahrrads ermöglichen würde. Offenbar benötigt eine solche Funktion zu viel Energie, schließlich soll der Akku bis zu einem Jahr ohne Aufladung durchhalten. 

Fazit

Derzeit lässt sich das rund 500 Gramm schwere I Lock It ab rund 100 Euro plus Versandkosten vorbestellen. Die erste Charge soll Anfang 2017 ausgeliefert werden. Der Preis erscheint fair, immerhin wird das Produkt nicht nur in Deutschland entwickelt, sondern auch hergestellt. Ist I Lock It aber tatsächlich die große Schloss-Revolution? Nicht wirklich. Sicher, wer sein Rad des Öfteren kurz abstellt, etwa beim Einkauf im Supermarkt, profitiert zweifelsfrei von der Schloss-Automatik. Endlich kein manuelles Zu- und Aufschließen des Fahrrads mehr! Für echten Diebstahlschutz über einen längeren Zeitraum ist aber weiterhin eine Kette zur Befestigung ein Muss. Denn nur auf die Sirene und Hoffnung auf Zivilcourage kann man sich leider nicht verlassen.

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