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Ist diese Alarmanlage schlauer als alle Einbrecher?

Das junge deutsche Unternehmen BuddyGuard feilt an einer Mega-Alarmanlage, die erkennen soll, ob Freund oder Feind die Wohnung betritt.

Eine Überwachungskamera unterscheidet zwischen Freunden und Fremden.
Das Team von BuddyGuard.

© BuddyGuard

Wenn es nach den Vorstellungen der drei Gründer des Berliner Start-ups BuddyGuard geht, dann soll ein Mini-Diskus an der Wand heutige Alarmanlagen überflüssig machen. Das Produkt, das sie derzeit vollenden, heißt „Flare“ und ist eine Art Universal-Auge mit weiteren Sensoren für Sprache, Temperatur und Bewegung sowie Lautsprechern und Netzwerkanbindung. Ganz schön viele Funktionen für ein Objekt im Format einer Espresso-Untertasse. 

Doch die inneren Werte gehen noch weiter. Flare soll dank seiner Sensoren und künstlicher Intelligenz selbst in der Lage sein, Freunde von Feinden zu unterscheiden: Die Kamera und die dahinter liegende Gesichtserkennung lassen Familienmitglieder und Nachbarn ungehindert eintreten. Kommen aber unbekannte Gesichter ins Blickfeld, solange die Bewohner außer Haus sind, dann schlägt Flare Alarm. Neben der intelligenten Kameraüberwachung soll Flare bekannte Personen auch anhand ihrer Stimmen identifizieren. Die Bedienung ist so durchdacht, dass sie keine großen Menüs benötigt – Befehle soll Flare per Spracheingabe entgegennehmen, als Legitimation dient das Gesicht oder die Stimme seines Besitzers.

Daneben erkennt Flare über GPS-Ortsdaten aus den Smartphones der Bewohner, ob diese sich dem Heim nähern oder gerade weit weg sind. Ist die Familie daheim, dann schaltet die Kamera ab und soll sich sogar mit einem Deckel vor dem Objektiv verschließen – sicher ist sicher. Gegenüber ähnlichen Produkten wie etwa der „Welcome“-Kamera mit Gesichtserkennung von Netatmo nutzt Flare einen ganzen Strauß an Sensoren, aus denen die einprogrammierte künstliche Intelligenz stets die richtige Reaktion auf bestimmte Ereignisse kombiniert – das ist zumindest der Anspruch der Buddyguard-Gründer. So gehören etwa auch ein Bewegungssensor und eine Mobilfunkverbindung mit zu den Funktionen. Wegwerfen nutzt damit im Fall eines Alarms ebenso wenig wie der Versuch, den DSL-Anschluss lahm zu legen. Flare positioniert sich also weniger als Spass-Kamera denn als knallhartes, vernetztes Alarmsystem.

Der Bewohner ist weg – das System passt auf

Die Idee zu Flare entstand Anfang 2014, nachdem der Mechatronik-Ingenieur Herbert Hellemann selbst Opfer eines Einbruchs geworden war. Die verfügbaren Sicherheitssysteme konnten ihn nicht überzeugen, und so machte er sich daran, ein eigenes, intelligentes Alarmsystem zu entwickeln. „Wir wollen, dass ein Stück gesunden Menschenverstandes zu Hause bleibt, wenn man das Haus verlässt“, umschreibt der Gründer die Vision in einem Blogbeitrag.

In dem Vollblut-Softwareentwickler George Platon fand Hellemann den richtigen Partner für alle Fragen rund um künstliche Intelligenz, Sprach- und Stimmenerkennung in Flare. Neben den beiden Technikern komplettiert der Niederländer Wouter Verhoog das Team seit Anfang 2015 mit seiner Expertise in Marketing, PR und Prozessoptimierung.

Die junge Firma hat bislang die Bilderbuchkarriere eines Start-ups hingelegt. Im Frühjahr wurde die Webseite mit zahlreichen Blogartikeln zu den Ideen, Designs und Technologien rund um Flare veröffentlicht. Im Mai zählte BuddyGuard zu den ersten deutschen Firmen, die in der neuen deutschen Abteilung der Crowdfunding-Plattform Kickstarter um Privatinvestoren warben. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: gut das Doppelte der anvisierten 80.000 Euro kamen zusammen.

Auch die weitere Entwicklung passt ins Muster vieler Gründer: Grundlagenentwicklung fertig, Geld da – auch durch eine Beteiligung der Start-up-Förderer von Microsoft Ventures. Nun, da die Fertigstellung des marktreifen Produktes ansteht, lauern Haken, Ösen und damit Verzögerungen. Bei einem ihrer jüngsten Updates auf Kickstarter mussten die Macher Anfang Oktober einräumen, dass sich die Lieferung der ersten Flare-Serie von Dezember 2015 auf Juni 2016 verzögern wird. Das ist natürlich ärgerlich, doch bei komplexen Produkten aus Hard- und Software fast schon normal. Die Smartwatch Pebble etwa brachte die erfolgreichste Kickstarter-Kampagne aller Zeiten – und verzögerte sich dann um mehr als ein Jahr. Insofern liegen die drei Berliner Sicherheits-Buddys noch gut im Zeitrahmen. Bis zum nächsten Frühjahr dürfte sich dann zeigen, ob die drei Gründer mit Flare klassischen Alarmanlagen und Sicherheitssystemen tatsächlich das Wasser abgraben können.

Fazit

Noch ist Flare nicht fertig. Die Idee hinter einer smarten Alarmanlage, die die Gesichter der Familie, Gäste und Halunken erkennt, ist spannend und ambitioniert.

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