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Title: Sicherheit
Praxistest

Reolink Argus 2: Kabellose Sicherheitskamera für überall?

In erster Linie sollen Sicherheitskameras ihren Nutzern ein gutes Gefühl geben, jederzeit Bescheid zu wissen, was zuhause läuft. Die Reolink Argus 2 will das besonders smart ohne Kabel erledigen. Immer klappt das im Praxistest leider nicht.

©Reolink/ Die Reolink Argus 2 samt Solarpanel musste sich dem Praxistest stellen.

©Reolink/ Die Reolink Argus 2 samt Solarpanel musste sich dem Praxistest stellen.

Meiner Meinung nach ist das Thema Sicherheit eines der spannendsten rund um Smart Home überhaupt und mit dieser Einschätzung bin ich wohl nicht allein, denn Überwachungskameras fürs Eigenheim boomen. Rund ums Haus habe ich selbst verschiedene Systeme im Einsatz. Doch ich bin recht wählerisch, was meinen Gerätepark angeht. Groß Strippen ziehen will ich nicht und auch Batterien wechseln kommt nicht in Frage, sprich ich brauche eine wetterfeste WLAN-Kamera mit Akku, denn Netzwerkkabel und Stromkabel finde ich wenig smart. Die Reolink Argus 2 kam da gerade recht, zum aktuellen Modell habe ich gleich noch ein Solarpanel geordert, das im Vergleich zum batteriebetriebenen Vorgänger neu ist. Denn wenn man sich das Stromkabel schenkt, muss man trotzdem irgendwie sicherstellen, dass die Kamera genug Saft hat. Außerdem muss der überhitzte Sommer ja für irgendwas gut sein und wenn es nur zum Laden meiner Cam ist. Was sonst noch für die Reolink Argus 2 spricht? Full-HD-Auflösung auf jeden Fall, angeblich geniale Sternenlicht Nachtsicht laut Hersteller und Bewegungsaufzeichnung auf microSD-Karte.

©J. Geiger/ Die Reolink Argus 2 lässt sich mit einem Solarpanel koppeln.

Unboxing mit Überraschung

Was ich aus vielen Gerätetests gelernt habe: Erstmal auspacken und prüfen, ob die Lieferung vollständig ist und danach ohne großes Aufbauen das Gerät in Betrieb nehmen; montiert wird später. Die Reolink Argus 2 macht dabei eine gute Figur: Kamera, passende Halterung, Schrauben, micro-USB-Kabel sowie eine Schutzhülle stecken im Paket. Als ich den vorgeladenen Akku in die kompakte Kamera stecke, trifft mich fast der Schlag, weil das Ding zu plappern anfängt. Eine recht eindringliche Frauenstimme rät mir alle paar Minuten auf Englisch, die Reolink-App zu nutzen und die Kamera hinzuzufügen. Anders hatte ich es nicht erwartet. Eine Speicherkarte liegt übrigens nicht bei, unterstützt werden bis zu 64 GByte im microSD-Format, die etwa 20 bis 25 Euro kosten. Beim Solarpanel gibt es nichts Ungewöhnliches, es redet zur Abwechslung nicht, Panel, Schrauben und Halterung stecken im Paket so wie es sein soll.

©J. Geiger/ Die Reolink Argus 2 speichert Videos bisher ausschließlich auf Speicherkarte.

Einrichtung mit Umwegen

Natürlich wird auch die Reolink über eine App eingerichtet, hier brauche ich aber zwei Anläufe, auch weil ich zu faul war ins deutsche Handbuch zu gucken. App starten und den QR-Code an der Kamera abscannen, soweit kein Problem, dann die Kamera mit den Zugangsdaten fürs WLAN – nur 2,4 GHz wird unterstützt – füttern, ein weiterer Standard beim Einrichten von Smart Home Gadgets. Doch dann taucht wieder ein QR-Code auf. Habe ich den nicht gerade gescannt? Also App nochmal beendet und die gleichen Schritte wieder getan und dann habe ich auch genau zugehört, denn die Damenstimme meldet sich auch beim Setup zu Wort. Der zweite QR-Code wird von der Sicherheitskamera vom Smartphone-Display abgescannt. Dann klappt auch alles wie erwartet und die Kamera taucht in der App auf. Die Einrichtung ist also keine große Sache, der Fehler lag bei mir.

©J. Geiger/ Die Einstellungen erlauben gute Feinjustierung, für den Schnelltest habe ich die Standardeinstellungen verwendet.

Schneller Indoor-Test

Die Reolink Argus 2 war für den Einsatz auf dem Balkon bzw. im Garten gedacht, den ersten Schnelltest musste sie aber Indoor bestehen. Laut Hersteller soll vor allem das problemlose Anbringen ein Argument für die Argus 2 sein. Ein völlig überfülltes Bücherregal im Flur kam mir da gerade Recht. In dem mitgelieferten Magnetfuß lässt sich die Reolink einfach aufstellen und fällt nicht weiter auf. Sie schickt sofort gestochen scharfe Live-Bilder aufs Smartphone. Über Buttons kann ich per Lautsprecher Nachrichten durchgeben, die Alarmsirene auslösen sowie Bilder und Fotos lokal auf dem Smartphone speichern. Was hilfreich wäre: Sicher weiß nicht jeder Nutzer, was die Abkürzung PIR bedeutet. Eine Beschriftung mit "Bewegungserkennung" wäre verständlicher. Da die Reolink Argus 2 den ersten Funktionstest sehr gut gemeistert hat, geht es jetzt ins Freie.

©J. Geiger/ Im Test trotzte die Kamera Regen und Hagel, Zweifel an der Wetterfestigkeit bleiben.

Ganz ohne Kabel geht es doch nicht

Um es nochmal klar zu schreiben, die Reolink Argus 2 kommt ohne Strom- und Netzwerkkabel aus, aber zumindst vom Solar-Panel zur Kamera führt ein microUSB-Kabel. Komplett ohne Kabel klappt es also nur, wenn man den Akku irgendwann rausnimmt und selbst lädt. Das Kabel am Solarpanel ist über drei Meter lang, sodass man sich beim Anbringen nicht groß verkünsteln muss. Die Montage klappte mit den mitgelieferten Schrauben und Dübeln ganz gut, eine praktische Papiervorlagen hilft beim Löcher bohren. Push-Nachrichten fürs Handy muss man erst aktivieren, die Kamera schlägt immer dann Alarm, wenn sie eine Bewegung erkannt hat. Voreingestellt ist bei Bewegungserkennung auch eine E-Mail als Benachrichtigung. Leider sind die Mail-Einstellungen tief in der App vergraben. Die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung lässt sich einfach anpassen, bei mir passten aber die Voreinstellungen sehr gut, um den Balkon zu überwachen. Das klappte Tag und Nacht recht gut, vor allem die Nachtsicht liefert gute Bilder im Umkreis von 10 Metern.

©J. Geiger/ Alarme löste die Reolink Argus 2 zuverlässig aus, erreichbar war die Cam aber nicht immer.

Was nicht so praktisch ist

Der zweite Standort war ein kleiner Schuppen im Garten. Während die Cam am Balkon noch vor direktem Regen geschützt war, hing sie dort komplett im Freien. Die Gummihülle ummantelt die Reolink Argus 2 zwar ganz gut, hinten wird aber das Ladekabel aus dem Solarpanel eingesteckt. Beim Öffnen der Schutzkappe riss diese gleich ein. Ja, die Kamera musste Regen und Hagel und Wind aushalten, bisher läuft sie, auch wenn ich schon vertrauenserweckendere Konstruktionen gesehen habe. Betriebsbereit ist sie offiziell bis -10 Grad Celsius. Da der Praxistest im Sommer stattfand, kann ich dazu nichts sagen, außer dass es in Bayern in Winternächten auch mal kälter ist. Was ohnehin nerviger ist: Ab und an gibt es Verbindungsprobleme mit der Reolink, die App findet dann die Kamera nicht. Zum Vergleich montierte ich eine Logitech Circle 2 daneben, die im gleichen WLAN funkte und keine Verbindungsprobleme hatte.

©J. Geiger/ Die Weiterverarbeitung von Videos ist in der App umständlich gelöst.

Cloud-Speicherung für die Zukunft möglich

Aktuell werden noch alle Daten der Reolink Argus 2 auf die Speicherkarte gepackt. Das bedeutet erstmal keine monatlichen Extrakosten, was gut ist. Ein technisch beschlagener Dieb kann das aber ausnutzen, indem er die Kamera einfach um die Speicherkarte erleichtert oder die Cam abreißt und einsteckt. Umständlich ist es, Aufzeichnungen weiterzuverarbeiten. Es gibt keinen Exportknopf, vielmehr muss man ein Video auswählen und dann beim Ansehen den Videoknopf drücken. Dann landet die Aufzeichnung lokal auf dem Smartphone.

Der Verzicht auf eine Cloud-Anbindung überrascht auf den ersten Blick, schließlich ist das eine gute Einnahmequelle für Anbieter, denn der Speicherplatz lässt sich gut in ein Abo packen. Auf Nachfrage erhielten wir vom Hersteller die Information, dass eine Cloud-Speicherung in näherer Zukunft angedacht ist und sich die Reolink Cloud gerade aber noch im Beta-Test befindet. Somit werden hier also auch Nutzer, die einfach alles in der Cloud haben wollen, nicht enttäuscht.

Fazit

Unterm Strich ist die Reolink Argus 2 mit Solarpanel eine solide Outdoor-Kamera, bei der man sich nicht um Kabel und Laden kümmern muss. Sie schlägt über eine Bewegungserkennung zuverlässig Alarm und speichert dann automatisch Videos auf eine Speicherkarte. Das ist zwar praktisch, eine Cloud-Anbindung wäre aber zumindest als Zusatzoption praktisch, denn ein Dieb muss nur die Kamera oder Speicherkarte klauen und alle Aufnahmen sind weg. Sporadisch gab es Verbindungsprobleme und ob die Reolink Argus 2 einen harten Winter übersteht, bezweifle ich.

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