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Title: Sicherheit
Praxistest eufyCam

Kabellose Sicherheitskamera mit 1 Jahr Akkulaufzeit im Test

Die Latte bei Sicherheitskameras liegt hoch, doch bei der eufyCam werden auch gestandene Smart Home Fans hellhörig. Sie soll mit einer Akkuladung ein Jahr durchhalten und sicherer sein als die Konkurrenz. Höchste Zeit für einen Praxistest.

©Joerg Geiger

©Joerg Geiger

Die Qualität bei Sicherheitskameras ist hoch. Wer sich für das Thema interessiert, kann aus vielen guten Geräten mit unterschiedlichen Merkmalen wählen. Doch es gibt noch ein paar Sachen, die nerven. Ich halte die Dinge gerne einfach und so gefällt mir die Idee einer komplett kabellosen Sicherheitskamera sehr gut. Damit sollte aber nicht nur die Netzwerkanbindung gemeint sein. WLAN klar, aber ich will auch möglichst kein Stromkabel mehr verlegen müssen. Das ist schon schwieriger und so behilft man sich in der Praxis oft mit Solarpanels, Wechselakkus oder hofft, dass man die Kamera nicht gerade dann laden muss, wenn man unterwegs ist. Umso neugieriger war ich auf die eufyCam. Deren Hersteller behauptet, dass man sie nur einmal pro Jahr laden muss. So lange hatte ich sie zwar nicht im Einsatz, aber drei Monate habe ich sie im Praxistest ausprobiert.

©Anker Innovations/ Die eufyCam soll ein ganzes Jahr von nur einer Akkuladung zehren.

Erfolgreiches Kickstarter-Projekt eufyCam

Ein Akku, der ein Jahr lang durchhält, das ist natürlich eine schöne Zeile für die Ausschreibung eines Kickstarter-Projekts. Genau das hat Eufy Security, Teil der Firma Anker Innovations, gemacht und für die Entwicklung der eufyCam fast 9.000 Unterstützer gewonnen, die über 3 Millionen US-Dollar in das Projekt geschossen haben. Doch allein mit einem dicken Akku kann man auch auf Kickstarter nicht punkten, die eufyCam hat noch ein paar andere überzeugende Argumente: Sie bietete Gesichts- und Bewegungserkennung, schafft Full-HD-Auflösung, ist nacht-tauglich, wasserfest nach IP67 und was mich auch besonders gereizt hat, sie setzt nicht auf einen Cloud-Speicher. Stattdessen packt der Hersteller lokalen Speicher bei. Das ist insofern nicht blöd, weil es eine steigende Zahl von Nutzern gibt, die über das Thema Datenschutz und Privatsphäre nachdenken. Statt also Videos in die Cloud zu pumpen, behält man sie lokal.

©Joerg Geiger/ Die Basis kommt mit einer 16 GByte großen Speicherkarte für Videos, 128 GByte sind das Limit.

Inklusive Basis und 16 GByte Speicher

Neben der eufyCam hatte ich auch noch einen Tür-/Fenster-Sensor im Test. Der hält keine großen Überraschungen bereit. Man sollte sich nur nicht von den beiliegenden Schrauben täuschen lassen, das ist nur eine Option zur Befestigung. Sie können den Sensor auch aufkleben. Kleben finde ich persönlich besser, weil man das auch in Mietwohnungen ohne schlechtes Gewissen machen kann, das ist aber Geschmackssache und hier stehen beide Möglichkeiten offen. Im Paket lag sonst alles wie erwartet, neben der eufyCam und dem passenden Zubehör auch ein Quick-Start-Guide sowie Schrauben und Dübel für die Montage der Halterungen. Will man die Kamera in Innenräumen nutzen, soll man den magnetischen Halter verwenden, für den Außenbereich liegt ein robusteres Modell mit Schraubgewinde bei. Apropos magnetisch, die eufyCam hat einen ziemlich starken Magneten verbaut, sodass sie nicht nur an der mitgelieferten kugelförmigen Halterung haftet, sondern problemlos auch an metallischen Tür- oder Fensterrahmen. Größer als die Kamera selbst ist allerdings die mitgelieferte HomeBase. Diese Basisstation hat eine 16 GByte große microSD-Karte von SanDisk schon eingesteckt. Bis zu 128 GByte große Speicherkarten verträgt das System, mit der 16 GByte Karte soll man aber ein Jahr locker auskommen. Nach drei Monaten war die Karte bei mir aber ziemlich voll, was aber sicher auch daran lag, dass ich recht viel damit rumgespielt habe.

©Joerg Geiger/ Updates gibt es derzeit reichlich für Basis und eufyCam selbst.

Inbetriebnahme mit kurzer Verwirrung

Die Inbetriebnahme ist einfach: Erst die Basis an den WLAN-Router anschließen und nach rund einer Minute nicht erschrecken, denn dann fordert eine laute Frauenstimme zur Einrichtung auf. Achtung: Die passende App nennt sich Eufy Security und nicht EufyHome. Letztere verwaltet smarte Steckdosen oder Staubsaugroboter des Herstellers. Die richtige App gibt es für Android und iOS. Der Rest klappt schnell, einmal kurz einen Knopf auf der Basis drücken, dann findet die App ihren Weg. Am längsten dauert es noch, das bereitstehende Firmware-Update zu installieren. Als Fan von Updates finde ich das aber gut und nach rund 5 Minuten ist die HomeBase auch am Start. Zweiter Schritt ist das Anlernen der eufyCam. Auch das ist einfach, einmal für zwei Sekunden einen Knopf auf der Kamera drücken und der Rest läuft automatisch. Es gibt drei verschiedene Modi für die Kamera, der erste ist optimal für lange Akkulaufzeit, der zweite zeichnet auf was geht und der dritte erlaubt eine Feinjustierung. Faul wie ich bin, wähle ich den vorgeschlagenen Sparmodus, schließlich wollte ich auch wissen, wie viel Strom die eufyCam verbraucht. Dann geht es ans Laden, am schnellsten geht das über die HomeBase. Wovon ich gar nichts mitbekommen habe: Die eufyCam hat automatisch ein Update installiert, das passiert insgesamt recht häufig.

©Joerg Geiger/ Praktisch ist die Aufstellhilfe für die eufyCam direkt aus der App.

Praktischer Aufstellhelfer

Was ich wirklich cool finde ist der Aufstellhelfer. Man schnappt sich die eufyCam und die App und sucht den passenden Standort. Dabei zeigt die App die WLAN-Signalstärke an und gibt Tipps, ob der Aufstellort gut oder schlecht gewählt ist. Nervig ist es nämlich, wenn man eine Kamera aufwändig montiert hat, nur um dann festzustellen, dass das WLAN-Signal am Aufstellort instabil ist. Was ich am Anfang nicht geschafft habe, war trotz deutscher Beschreibung seitens Eufy die App auf deutsche Sprache umzustellen. Lösung des Problems: Im Testzeitraum war die App nur auf Englisch oder Spanisch verfügbar. Mittlerweile hat sie durch ein Update auch ein deutsches Menü bekommen.

©Joerg Geiger/ Natürlich lassen sich viele Details an der eufyCam justieren, die Voreinstellungen sind aber schon sinnvoll gewählt.

Sinnvolle Voreinstellungen

Die Standardeinstellungen sind meiner Meinung nach gut gewählt, die Cam ist eingeschaltet, ebenso die Nachtsichtfunktion und das Mikrofon, um im Bedarfsfall mitzuhören, was vor Ort passiert und vielleicht dem Paketboten freundlich Hallo zu sagen. Der Audiokanal beherrscht aber nur Halb-Duplex, sprich es geht entweder reden oder zuhören, nicht beides gleichzeitig. Auch gut, Benachrichtigungen gibt es erstmal nur, wenn Menschen im Sichtfeld entdeckt werden, was verhindert, dass Tiere oder Fahrzeuge ein Event auslösen. Die Bewegungserkennung kann man über einen Schieberegler nachjustieren, was ich auch gemacht habe. Die Anti-Diebstahlfunktion ist abgeklemmt. Sollte ein dreister Dieb auf die Idee kommen, die Kamera mitzunehmen, könnten HomeBase und eufyCam Alarm schlagen. Speziell am Anfang bewegt man die Kamera aber selbst noch und deshalb ist es gut, dass die Funktion ausgeschaltet ist, denn die 100 Dezibel-Sirene macht Lärm wie auf einem Rockkonzert. Hängt die Kamera, kann man sie nachträglich aktivieren.

©Joerg Geiger/ Vorsicht, im Away-Modus ist ein Alarm voreingestellt, das sollte man vorher wissen.

Vorsicht mit den Modi

Natürlich kann man noch das ein oder andere nachstellen, was ich aber gut finde, man muss es erstmal nicht, die eufyCam tut ihre Arbeit trotzdem schon ganz gut. Nur einmal hab ich ziemlich Mist gebaut. Unter "Mode" kann man zwischen verschiedenen Einstellungen wählen, etwa ein Profil, wenn man zuhause oder unterwegs ist oder einen eigenen Zeitplan einstellen. Ich hab mich mal für die Away-Automatik entschieden, ohne genau zu wissen, was sie tut. Das habe ich dann gehört, als ich wieder nach Hause kam. In diesem Modus ist der Alarm voreingeschaltet, wenn eine Person durch den Sichtbereich läuft. Wie ich auf den aufgezeichneten Videos gesehen habe, war das der Briefträger und den hat die Alarmfunktion ziemlich kalt erwischt. Seitdem verwende ich diesen Modus nicht mehr.

©Joerg Geiger/ Die Benachrichtigungen funktionierten zwischen zwei Firmware-Updates nicht mehr.

Gemischter Praxiseindruck

Die Kamera hinterließ bei mir einen gemischten Praxiseindruck. Sie hat von Anfang an zuverlässig Bewegungen erkannt und das auch brav in der App mit 21 Sekunden langen Clips angezeigt. Die Sensibilität der Erkennung habe ich aber auf den Maximalwert justiert. Hier empfehle ich jedem den Testmodus, so kann man recht einfach einschätzen, wie gut die Erkennung funktioniert. Was ich nicht verstanden habe: Push-Benachrichtigungen haben mal funktioniert und sind dann bei einen Firmware-Update verloren gegangen. Das war richtig schlecht, denn wenn es keine Mitteilungen mehr aufs Handy gibt, fehlt die für mich wichtigste Funktion. Das Problem konnte ich auch mit Hilfe des Supports nicht beheben. Da mehr Nutzer dieses Problem haben, habe ich die einschlägig vorgeschlagenen Tipps probiert, doch weder Neustart der Basis, noch Neueinrichtung oder gezieltes Ein- und Ausschalten der Benachrichtigungen hat etwas daran geändert. Nach ca. einem Monat gingen die Mitteilungen dann wieder, zufällig gab es kurz zuvor wieder ein Firmware-Update. Nach Mitteilung des Herstellers war das wohl wirklich ein Bug der jetzt abgestellt ist. Auch bei mir gab es danach keine Probleme mehr mit Benachrichtigungen.

©Joerg Geiger/ Auch bei Nacht funktionierte die Bewegungserkennung gut.

Coole Extras

Wenn die Benachrichtigungen funktionieren, sind sie ziemlich schnell. Zumindest schneller als eine parallel eingesetzte Logitech Circle 2. Auch das Live-Video baute sich beim Aufruf der App bei der eufyCam einen Tick schneller auf. Schön ist die Kalenderübericht von Events, bei denen auch angezeigt wird, ob Gesichter oder nur Bewegungen erkannt wurden. Der lokale Speicher ist übrigens verschlüsselt, man kann ihn also nur über die App auslesen. Die sogenannte Smart Detection lässt sich mit bekannten Gesichtern füttern. Man hinterlegt dabei Fotos von Familienmitgliedern, doch leider konnte ich die App nicht dazu überreden, mich nur bei unbekannten Gesichtern zu benachrichtigen. Was richtig cool ist, ist die NAS-Anbindung: Man kann zum Beispiel ein NAS-Laufwerk von Synology als Videospeicher nutzen. Voraussetzung ist, dass es das Streaming-Protokoll RTSP beherrscht. Die Einrichtung musste ich zwar drei Mal durchführen, aber jetzt zeichnet die eufyCam auf mein NAS-Laufwerk auf.

Eine Alexa-Integration gibt es seit ein paar Wochen als Betaversion. Während meines Tests war der passende Alexa-Skill nur in den USA und in Großbritannien verfügbar. Mittlerweile können aber auch deutsche Nutzer die eufyCam via Sprache steuern. Dafür muss man in der Alexa-App den Skill EufySecurity hinzufügen und ihn mit dem zugehörigen Eufy-Konto verknüpfen. Die Alexa-App durchforstet dann beim nächsten Aufruf das Netzwerk nach neuen Smart-Home-Geräten. Auf einen Echo-Spot ließ sich so zuverlässig ein Kamera-Bild auf Zuruf anzeigen.

Fazit

Die eufyCam hat ein cooles Konzept und funktioniert auch richtig gut. Ob sie ein Jahr mit einer Akkuladung durchhält, kann ich nach drei Monaten nicht vorhersagen, aber nach intensiver Nutzung im Test musste ich bisher noch nicht nachladen und das ist wirklich eine angenehme Sache. Die häufigen Updates gefallen mir, auch das Konzept mit lokalem Speicher in der Basis finde ich gut. Was mir nicht so gut gefällt, ist, dass ab und an funktionierende Sachen auch wieder kaputt gehen. Worst Case war bei mir der wochenlange Ausfall der Benachrichtigungsfunktion. Ohne Nachrichten aufs Handy ist die eufyCam für mich ziemlich wertlos; doch nach einer weiteren Update-Runde laufen Benachrichtigungen jetzt schon lägere Zeit stabil. Nette Nebeneffekte: die App hat auch ein deutsches Menü erhalten und Alexa-Integration wurde ebenfalls nachgereicht. Die eufyCam ist auf jeden Fall für Nutzer empfehlenswert, die gern auch mit neuer Technik spielen. Wer eine Cam sucht, die man einmal einrichtet und dann bis zur nächsten Alarm-Meldung vergisst, der hat wenig von den vielen Updates und Funktionen. Die Macher sind wirklich fleißig und bemühen sich, die eufyCam attraktiver zu machen. Nach drei Monaten muss ich sagen, hat sich wirklich viel getan. Wer zuschlagen will, kann neben Kamera und Basis auch einzelne eufyCams und interessante Sparpacks mit mehreren Kameras kaufen. Insgesamt kann man die Überwachung mit eufyCams auch gut ausbauen, bis zu 16 Kameras kann man mit einer Basisstation verbinden, das sollte auch für große Anwesen ausreichen. Die Begrenzung auf 16 Sensoren könnten dagegen in größeren Wohnungen oder Häusern knapp werden, wenn man wirklich alle Türen und Fenster bestücken will; aber das fällt schon in den Bereich Luxusprobleme.

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