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Alarmanlagen und Co.

Mechanischer Einbruchschutz für Tür & Fenster

Die Urlaubszeit ist auch die Hochsaison für Einbrecher. Doch eine mechanische Einbruchsicherung macht es Eindringlingen schwer.

© Abus

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Lange hat man darauf hin gefiebert, nun steht er endlich vor der Tür – der langersehnte Sommerurlaub! Doch manch einer verlässt sein Zuhause mit einem mulmigen Gefühl: Ist wirklich alles sicher verriegelt? Was, wenn Einbrecher auf das verlassene Haus aufmerksam werden? Eine begründete Sorge, denn mit über 167.000 erfassten Delikten 2015 liegt die Zahl der Wohnungseinbrüche so hoch wie nie zuvor. Das heißt, im Schnitt wird rund alle drei Minuten versucht, irgendwo einzubrechen. Die Polizei rät deshalb dringend, die eigenen vier Wände einbruchsicher zu machen. Dabei geht Mechanik vor Elektronik, heißt es. Fenster, Türen und Kellerschächte sollten deshalb mit Zusatzschlössern gesichert werden, damit Eindringlinge erst gar keine Chance haben, ins Haus zu gelangen. Wie man Fenster und Türen mit einbruchhemmender Sicherheitstechnik nachrüsten kann, das beschreibt die Norm DIN 18104. Sie ist unterteilt in Teil 1 (Aufschraubsicherungen) und Teil 2 (innenliegende Sicherungen). Welche Produkte dazugehören, zeigt die Polizei Bayern in einem Herstellerverzeichnis für Teil 1 und in einem Herstellerverzeichnis für Teil 2Warnsysteme im Smart Home oder andere elektronische Einrichtungen, die einen Einbruch melden, machen nur als Zusatzsicherung Sinn. Denn wenn sie anschlagen, hat sich der Täter meist schon Zutritt verschafft.

Alles fängt bei der Haustür an

Das A und O ist deshalb eine einbruchsichere Haustür. Zur Standardausstattung sollten eine Mehrfachverriegelung, ein Sicherheitsbeschlag und ein aufbohrsicherer Schließzylinder gehören. Bei der Mehrfachverriegelung wird die Tür an mehreren Punkten gesichert, je nach Modell mit drei, fünf oder sieben Sperrelementen. Dabei sollte man auf Sperrelemente wie Bolzen, Kraftkeile oder Pilzzapfen achten. Sie greifen – im Vergleich zu Rollzapfen – tiefer in die Schließbleche ein und bieten den besten Schutz. Solche Schlösser lassen sich in der Regel nachrüsten, wirklich Sinn machen sie jedoch nur mit einem hochwertigen Profilzylinder. Dieser ist heute die gebräuchlichste Form von Sicherheitsschlössern. Die Polizei empfiehlt den geprüften und zertifizierten Standard DIN 18252/EN 15684. Der Zylinder sollte nicht über den Beschlag hinausragen, denn selbst wenige Millimeter reichen aus, um den Schließzylinder abzubrechen. Da Haustüren heutzutage nicht mehr so leicht geknackt werden können, wählen Einbrecher oft andere Methoden, um ins Haus zu gelangen. Deshalb gilt es, alle Zugänge ordentlich zu sichern. Welche Methoden eignen sich dafür am besten?

Sicherung auf ganzer Breite

Für Wohnungstüren in Mietshäusern oder Kellertüren bietet sich zum Beispiel ein Querriegelschloss (auch Panzerriegel genannt) an. Es lässt sich einfach nachrüsten und verläuft über die gesamte Breite des Türblatts. Das hat zwei Vorteile: Zum einen stabilisiert es die Tür auf kompletter Breite, zum anderen schließt es auf beiden Seiten ab. Wollen Einbrecher eine Tür gewaltsam öffnen, haben sie es mit dem Querriegel erheblich schwerer. Die Schließkästen befinden sich entweder auf der Türzarge oder – noch besser – fest im Mauerwerk fixiert. Sobald man den Schlüssel im Schließzylinder umdreht (oder bei Varianten ohne Zylinder die Drucktasten bedient), fahren auf beiden Seiten Riegel aus, die in Schließkästen links und rechts der Tür landen. Normalerweise kann jede Tür mit einem Querriegel nachgerüstet werden (für nach außen öffnende Türen ist allerdings Sonderzubehör nötig), er wird unterhalb des Türschlosses angebracht. Ist die Tür generell nicht besonders stabil, empfiehlt es sich, einen zweiten Querriegel oberhalb des Schlosses anzubringen. Lässt der Platz es zu, kann auch ein Querriegelschloss mit Sperrbügel verwendet werden. Dann kann die Tür einen Spalt breit geöffnet werden, ähnlich wie bei einer Türkette.

© Abus / Panzerriegel schließen die Tür auf beiden Seiten ab.

Ein Türkeil, der aufpasst

Schnell und einfach geschützt sind Türen und Fenster mit einem batteriebetriebenen Alarm-Türstopper. Er sieht aus wie ein klassischer Keil-Türstopper und wird hinter die Tür oder das Fenster gelegt. Versucht jemand, die jeweilige Tür zu öffnen, ertönt ein Alarm, der rund 120 Dezibel stark ist – das entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers! So wird das Öffnen der Tür durch den Keil nicht nur erschwert, der Einbrecher wird durch die Sirene auch gleich in die Flucht geschlagen. Die meisten Geräte lassen sich ein- und ausschalten, sodass sie auch als normale Türstopper verwendet werden können. Wichtig ist eine Anti-Rutsch-Beschichtung an der Unterseite des Keils, sodass er sicher an seinem Platz liegenbleibt. Außerdem sollte man vor dem Kauf darauf achten, dass der Stopper weiter Alarm schlägt, auch wenn die Tür bereits wieder geschlossen wurde. Sonst kann der Einbrecher unter Umständen eindringen, ohne dass jemand etwas merkt. Den Xavax 111989 Alarm-Türstopper oder die Türkeil Alarmanlage von Solutions2Go gibt es zum Beispiel schon für unter 15 Euro. Türen und Fenster können somit kostengünstig gesichert werden. Auch unterwegs, zum Beispiel im Hotelzimmer, leistet der Keil praktische Dienste.

© Xavax / Wird die Metallplatte des Türstoppers heruntergedrückt, löst das einen Alarm aus.

Fenstersicherung

Um Fenster, Balkon- und Terrassentüren gegen Einbruch zu sichern, sind abschließbare Fenstergriffe eine kostengünstige Investition. Markenmodelle gibt es schon ab 10 Euro, jedoch variieren die Preise je nach Sicherheitsstandard. Fenstergriffe mit einbruchhemmenden Eigenschaften sind nach DIN 18267 zertifiziert („rastbare, verriegelbare und verschließbare Fenstergriffe“). Beispiel hierfür: Der Abus FG300, der universell für Fenster aus Aluminium, Holz oder Kunststoff geeignet ist. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, kann man auch den FG300A verwenden – der gleiche Fenstergriff, nur mit Alarmfunktion. Er ist ab rund 60 Euro erhältlich. Bei einem Einbruchversuch schlägt er mit einer Lautstärke von 110 Dezibel an. Der Alarm funktioniert durch eine Batterie, am Druckzylinder kann er einfach scharf und unscharf gestellt werden. Fehlalarme durch Wind oder Bälle, die gegen das Fenster schlagen, schließt der Hersteller aus. Noch einen Schritt weiter gehen Fenstergriff-Schlösser, erhältlich von Abus (FO-Serie) und Ikon (Krallfix 4): Sie haben eine Zusatzverriegelung, die einschnappt, wenn man das Fenster schließt. Lässt man dann den Druckzylinder einrasten, kann man das Fenster nur mit einem Schlüssel wieder öffnen.

© Abus / Fenstergriff-Schlösser haben eine Zusatzverriegelung.

Sinnvolle Ergänzung: Alarmanlagen

Sind die Zugänge mechanisch gesichert, macht eine zusätzliche Alarmanlage durchaus Sinn. Ist sie nach außen hin sichtbar, kann sie eine abschreckende Wirkung haben. Auf jeden Fall erhöht sie aber das Risiko für den Täter, bei seinem Einbruchversuch entdeckt zu werden. Bei Alarmanlagen unterscheidet man zwischen Draht- und Funktechnik, in der Funktion unterscheiden sich die beiden Formen jedoch wenig bis gar nicht: Erkennt einer der Melder eine Gefahr, teilt er das der Basisstation mit. Diese löst dann die voreingestellte Art der Alarmierung aus. Drahtsysteme sind eher für geschäftliche Einrichtungen gedacht und lohnen sich für private Zwecke höchstens bei einem Neubau, in den sie gleich integriert werden können. Zum Nachrüsten sind Funksysteme besser geeignet. Will man den Einbau der Anlage, egal in welcher Form, von einem Fachmann durchführen lassen, wird das teuer. Wie viel es genau kostet, kommt auf die Größe des Objekts an und ist im Vorfeld schwer zu sagen. Mit einem vierstelligen Betrag ist man auf jeden Fall dabei. Deutlich preisgünstiger ist es, wenn der Nutzer die Anlage selbst kauft und einbaut – dank Funktechnik müssen keine Wände aufgebrochen und Kabelschächte gelegt werden. Basisversionen von Funk-Anlagen sind im Elektromarkt ab rund 300 Euro erhältlich.

So beispielsweise die klassische Funk-Alarmanlage Privest von Abus, die ohne Smart Home funktioniert. Eine DVD inklusive Installationsbeschreibung wird mitgeliefert. Das Kundenfeedback zeigt jedoch, dass die Einrichtung nicht einfach ist und viel Zeit – und vor allem Geduld – erfordert. Läuft das System jedoch, bietet es umfangreiche Funktionen und arbeitet zuverlässig. Praktisch: Wer elektronische Schließzylinder zu Hause hat, kann diese auch mit der Anlage kombinieren, sodass sie nicht jedes Mal scharf geschaltet werden muss, wenn man aus dem Haus geht. Aktivierung und Deaktivierung erfolgen dann über das Drehen des Schlüssels im Türschloss. Das Privest Basispaket beinhaltet die Alarmzentrale, einen Bewegungsmelder, einen Öffnungsmelder und eine Fernbedienung. Weitere Komponenten wie Außensirene, Erschütterungs-, Wasser- oder Rauchmelder können beliebig hinzugefügt werden. Privest verfügt außerdem über einen Panikknopf, der sofort den Notruf alarmiert – eine zusätzliche Sicherheit bei Unfällen im Haushalt, medizinischen Notfällen oder gar Überfällen.
Übrigens: Auf moderne Alarmanlagen kann man sich im Normalfall immer verlassen. Sie erkennen, wenn eine Batterie schwach ist, das Funknetz ausfällt oder jemand versucht, die Technik zu sabotieren. Störungen werden sofort gemeldet.

© Abus / Die Privest-Produktfamilie umfasst verschiedene Melder, Sirenen und Bedienelemente.

 

Bei Immowelt.de haben wir übrigens auch einen guten Text zu dem Thema entdeckt. 

Fazit

Täter sollen es möglichst schwer haben, irgendwo einzudringen. Deshalb hat die Sicherung von Fenstern und Türen durch zusätzliche Schlösser, R©iegel und Stopper oberste Priorität. Erst dann macht auch ein Alarmsystem Sinn. Wer im Angebots-Dschungel den Durchblick behalten möchte, sollte sich an den Empfehlungen der Polizei und den zertifizierten Standards orientieren.

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