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Mit dem Funkadapter Pace Link wird das Auto zum Smart Car

Der neue Funkadapter Pace Link bringt alle wichtigen Fahr- und Diagnosedaten des Autos aufs Smartphone.

Autohologramm über einem Tablet

© vege / Fotolia.com

Wie weit komme ich noch mit dem restlichen Sprit? Fahre ich eigentlich gerade sparsam?  Bei welchem Kilometerstand bin ich heute früh zu meiner Dienstfahrt aufgebrochen? Und was bedeutet eigentlich dieses rote Warnlämpchen neben der Tachoanzeige? Im Auto gibt es mehr zu bedenken als nur den optimalen Moment zum Kuppeln und Schalten. 

Autos kommunizieren standardisiert

Das Praktische daran: Moderne Autos kennen fast alle Eckpunkte ihrer Technik und kommunizieren diese auch fleißig – allerdings häufig nicht mit den Fahrzeuginsassen. Tatsächlich verfügen Autos heutzutage über einen standardisierten Bus mit einem einheitlichen Datenformat. Damit sind Autos etwa unseren Wohnungen einen guten Schritt voraus. Denn dort ist die Technik noch ein gefühltes Lichtjahr von einheitlichen Kommunikationsstandards entfernt – mal abgesehen vom Telefon, WLAN oder Fernsehen.  Seit Anfang des Jahrtausends – in den USA sogar noch ein bisschen länger – besitzt jedes neu zugelassene Kraftfahrzeug eine über alle Marken standardisierte Diagnoseschnittstelle sowie einen Mikroprozessor mit Speicher für die zugehörigen Daten. An diese Schnittstelle schließt etwa der KFZ-Techniker beim Werkstattbesuch seinen Computer an, um Wartungs-, Fehler- und Gebrauchsdaten des Fahrzeugs auszulesen. 

Fahrdaten per Funk zum Smartphone

Mithilfe der sogenannten OBD2-Diagnoseschnittstelle soll ein kleiner Adapterstecker namens Pace Link demnächst jedes halbwegs moderne Auto zum Smart Car tunen. Der Stecker liest auf Anforderung bestimmte Diagnosedaten aus dem KFZ-Bus aus und reicht diese per Bluetooth an jedes handelsübliche Apple- oder Android-Smartphone weiter – so das Versprechen der Macher.

Der Pace Link Adapter

Die zugehörige Pace-App bereitet die Daten dann für unterschiedliche Anwendungen auf und ergänzt sie um Infos, die der Adapterstecker oder das Smartphone beisteuern. So kombiniert das System etwa die Kilometer-Fahrleistungen aus den Autodaten mit den GPS-Daten des Smartphones und erstellt daraus automatisch ein elektronisches Fahrtenbuch. Der Fahrer muss dann nur noch den Zweck der jeweiligen Fahrt eintragen. Die Fahrtkosten ermittelt die App nebenbei aus dem tatsächlichen Benzinverbrauch. Mithilfe eines interaktiven Spartrainers soll die App auch in der Lage sein, den Fahrer zu einer sparsamen Fahrweise anzuleiten, so das Versprechen der Pace-Väter. Die Pace-App weiß natürlich auch, wann das Benzin im Tank zur Neige geht, und führt den Fahrer mithilfe eines Online-Tankstellenverzeichnisses zum günstigsten Sprit in der Umgebung.

Die Pace App

Diagnosemeldungen schließlich empfängt die App ebenfalls per Bluetooth vom Funk-Adapter und übersetzt sie in Klartext und Tipps, was zu tun ist. Auch im Falle eines Unfalls hilft die smarte Auto-Erweiterung: Einen Aufprall erkennt Pace Link über einen eingebauten Beschleunigungs-Sensor, das Smartphone ermittelt die aktuelle Position anhand der GPS-Daten. Mit diesen Informationen kann die App einen aussagefähigen Notruf via Internet oder Telefon absetzen. 

Smart-Car-Nachrüstung aus dem Auto-Musterländle

All diese Funktionen – und noch weitere wie Verkehrs-Monitoring oder eine Leistungsdiagnose des Fahrzeugs – soll das Pace-System bieten, sobald es Mitte 2016 auf den Markt kommt. Die Idee zur nachrüstbaren Smart-Car-Technik stammt vom gleichnamigen Start-up-Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe und Berlin. Die drei Pace-Gründer Robin Schönbeck, Philip Blatter und Dr. Martin Kern stammen aus der IT-, Informatik- und Automobilbranche und tüfteln seit 2014 an dem Konzept der smarten Auto-Aufrüstung. Anfang 2016 wurde die Hardware fertig; ein süddeutscher Automobilzulieferer fertigt den Bluetooth-Diagnosestecker.

Derzeit läuft die Software- und App-Entwicklung, berichtet Marketing-Chef und Auto-Experte Martin Kern im Gespräch mit smart-wohnen.de. Die Nachfrage nach einer so intelligenten Smart-Car-Anwendung ist offenbar groß – die im April 2016 beendete Kickstarter-Kampagne erlöste mehr als das sechsfache der angepeilten 50.000 Euro. Laut Marketingchef Martin Kern geschieht aber nur ein Teil der Finanzierung von Pace über Crowdfunding; bereits 2015 warben die Gründer Kapital von privaten Geldgebern ein. Nachdem die Hardware fertig ist und sich erste Softwareversionen in der Erprobung befinden, soll es keine allzu großen Verzögerungen bei der Einführung geben. Kern denkt indes bereits weiter: „Der Pace-Adapter kann alle denkbaren Daten über das Auto und dessen Betrieb auslesen. Wir werten davon bislang nur relativ Wenige aus," sagt er. Das System soll so auf Dauer neue Funktionen dazulernen, etwa ein erweitertes Verkehrsleitsystem, das mithilfe der eigenen Fahrdaten und denen anderer Pace-Nutzer Staus und Störungen erkennt. Auch ein Werkstatt-Service ist denkbar, mit dem sich etwa der Kundendienst per Ferndiagnose vorbereiten lässt. Zunächst geht es aber darum, Pace in möglichst vielen Autos nachzurüsten. Mit einem Preis von rund 120 Euro dürfte dem nicht allzu viel im Wege stehen.

Fazit

Adapterstecker, die Daten aus der Diagnoseschnittstelle des Autos aufs Smartphone holen, gibt es bereits. Meist bieten diese Lösungen aber nicht viel mehr als eine erweiterte Armaturenbrett-Anzeige. Mit Pace kommt eine Lösung auf den Markt, die dank ihrer intelligenten Auswertungsfunktionen und der Zusammenarbeit aus KFZ-, Adapter- und Smartphone-Daten das Auto tatsächlich zum Plug & Play-Smartcar macht. Smart-Home-Fans schauen neidisch zu: Ach wäre es doch so einfach, die eigenen vier Wände schlau zu machen!

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