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Streitfrage

Muss man bei Gewitter alle Stecker rausziehen?

Können Elektrogeräte durch Blitzeinschlag Schaden erleiden und kaputt gehen? Muss man deshalb den Stecker ziehen? Oder ist dass Schnee von gestern?

Bei einem Gewitter sollte die Technik vor Überspannung geschützt werden.

iStock.com/Luka Lajst

Rund 750.000 Blitze zählen Meteorologen pro Jahr in Deutschland. Die Hauptsaison liegt im Sommer in den Monaten Juli und August. Die verursachten Schäden durch Blitzeinschläge gehen in die Millionen. Doch wie kann man sich schützen? Muss man tatsächlich bei jedem Gewitter die Stecker von Fernseher, Stereoanlage oder Computer ziehen? Oder reicht ein Überspannungsschutz schon aus?

Welche Gefahr droht bei Gewittern eigentlich?

Ein Fernsehabend ist gerade dann besonders gemütlich, wenn es draußen regnet und kracht. Tatsächlich warnen Experten aber davor und raten dringend, TV-Geräte bei einem aufziehenden Gewitter abzuschalten. Denn es drohen zwei Gefahren:

  • Schlägt ein Blitz in unmittelbarer Nähe des Hauses ein, sind Schäden so gut wie unvermeidbar.  Alte Röhrenfernseher beispielsweise können mit einem lauten Knall explodieren. Wenn es ganz schlecht läuft, ist die Elektrik des ganzen Hauses hinüber. Der Grund: Blitze entladen sich mit einer Stromstärke von bis zu 200.000 Ampere. Das hält keine Elektronik aus. Ein solcher Einschlag tritt aber in etwa mit der Wahrscheinlichkeit eines Sechsers im Lotto ein.

  • Viel häufiger schlagen Blitze in der näheren Umgebung ein. In diesem Fall übertragen Strom-, Telefon- oder Wasserleitung Millionen von Volt. Das kann selbst in einem Kilometer Entfernung noch für Schäden sorgen. In Ausnahmefällen schmort dann schon mal ein Kabel oder eine Leiterbahn durch, doch meistens zeigen sich die Schäden erst nach einiger Zeit. So kann etwa ein solcher Streifschuss die Lebensdauer von Elektrogeräten stark verkürzen und ein Gerät womöglich erst Wochen nach einem Gewitter seinen Geist aufgeben.

Welche Geräte sind besonders gefährdet?

Eigentlich alle. Den Verlust des Toasters können die meisten gerade noch verkraften, doch beim teuren Fernseher oder der edlen Hi-Fi-Anlage ist ein Defekt besonders bitter. Zudem sind diese komplexen Geräte empfindlicher. Aber auch der Computer ist in Gefahr. Durch Spannungsspitzen drohen Defekte und Datenverlust. Daher: Netzwerkkabel vorsorglich beim nächsten Unwetter aus der Wand ziehen.

Was schützt vor Blitzeinschlägen?

Überspannungsschutz: Egal ob Baumarkt, Discounter oder Internet – Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz gibt’s überall. Von außen lässt sich aber nicht feststellen, wie gut sie tatsächlich schützen. Aufschluss über die Qualität geben allein Tests wie beispielsweise der Vergleich der Stiftung Warentest. Der ist zwar aus dem Jahr 2011, die Testsieger APC P5B-GR Surge Protector Essential und Belkin Surgemaster (beide ab 15 Euro) sind aber noch immer im Handel erhältlich. Wer eine solidere Hilfe direkt im Haus möchte, benötigt zudem eine moderne Elektroinstallation.

Sicherungen fangen indirekte Blitzattacken in der Regel gut ab. Und bereits seit 1970 müssen Neubauten Fundamenterder sowie Potenzialausgleichsschienen aufweisen. Daran angeschlossen sind alle inneren und äußeren Teile des Hauses. Diese Maßnahme sorgt dafür, dass an allen Stellen das gleiche Spannungsniveau anliegt und so keine gefährlichen Ausgleichsströme fließen. Die Schwachstellen bleiben aber nach außen führende Kabel, etwa für Internet- und Stromversorgung.

Allerdings sind auch solche Lösungen keinem Volltreffer gewachsen. Bei einem direkten Blitzeinschlag taugen sie allenfalls zur Schadensbegrenzung. Ebenfalls hilfreich: Ein Blick in die Police der Hausratsversicherung. Die Versicherer bezahlen nur, wenn sie auch Überspannungsschutz beziehungsweise speziellen Schutz für die Elektrik abdeckt. Das kostet natürlich meistens extra. Und häufig kommen Hausratsversicherungen nur für Schäden auf, die durch einen direkten Blitzeinschlag entstehen. Übrigens sind hier die Elektronikhersteller nicht haftbar.  Die Garantie greift nicht, weil sie für Schäden durch Blitzeinschlag nicht verantwortlich sind. 

Fazit

Teure Elektrogeräte wie Computer oder Fernseher schließt man besten an eine (gute) Steckdose mit Überspannungsschutz an. Das sorgt immerhin für verbesserten Schutz. Für absolute Sicherheit ist es tatsächlich ratsam, bei einem Gewitter alle Stecker zu ziehen. Auch wenn man das Haus über längere Zeit verlässt, etwa zur Urlaubszeit, sollte das zum Pflichtprogramm gehören. Denn das „Ziehen“ ist und bleibt die einzig effektive Maßnahme gegen gefährliche Überspannungen – auch wenn’s altmodisch anmutet. Tipp: Sobald zwischen Blitz und Donner etwa drei Sekunden liegen, ist das Gewitter nur noch einen Kilometer entfernt. Spätestens dann wird es Zeit, die Leitungen zu kappen.

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