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IP-Überwachungskamera

Rundumblick ins Wohnzimmer dank Spotcam HD Eva

Kameras gibt’s wie Sand am Meer. Exemplare mit schwenkbarem Kopf wie die neue Spotcam HD Eva sind dagegen selten.

Spotcam HD Eva

© SpotCam

Ist zu Hause alles in Ordnung? Überwachungskameras für den Innenbereich geben das gute Gefühl, unterwegs mal kurz nachschauen zu können. Mit einer WLAN-Kamera für den Innenbereich behalten vorsichtige Naturen Eingangsbereich, Terrassentür und Co. im Auge. Problemlos kann man gut unterwegs überprüfen, wer immer die Schokolade aus dem Kühlschrank stibitzt, ob das Bügeleisen noch läuft oder ob die Putzfrau pünktlich kommt und geht. Darüber hinaus schrecken offensichtliche Überwachungskameras Einbrecher ab. In Kombination mit zusätzlichen Hinweisen auf die Videoüberwachung signalisieren sie ein Hindernis, das es erst einmal zu umgehen gilt.

Kamera mit Rundumblick

Ein Problem bei der Videoüberwachung: Um möglichst viel im Blick zu haben, müssen mehrere Kameras her. Viele Modelle bieten nämlich mit lediglich 50 bis 60 Grad einen eingeschränkten Blickwinkel. In der Videoübertragung ist dann nur ein kleiner Teil des Raums zu sehen. Um mit solchen Modellen ein ganzes Haus abzusichern, müssten dutzende Kameras postiert werden. Besser machen es Modelle mit niedrigen Brennweiten: Je kleiner die Brennweitenzahl ist, desto größer ist der sichtbare Winkel. Dadurch wirkt das Bild zwar leicht verzerrt, was aber bei Überwachungskameras gut zu verschmerzen ist. Schließlich wird sich kaum jemand ein Poster von den Bildern an die Wand hängen und man erkennt dennoch alle wichtigen Details. Noch besser sind natürlich Kameras mit schwenkbarem Kopf. Eine solche Funktion bietet beispielsweise die neue rund 200 Euro teure Spotcam HD Eva. Im Gegensatz zur „normalen“ Spotcam HD, die übrigens mit 110 Grad bereits einen ordentlichen Blickwinkel bietet, lässt sich die Eva 360 Grad um die eigene Achse drehen. Darüber hinaus kann sie den Kopf um 70 Grad neigen.

Spotcam HD Eva und Smartphone

Einfache Einrichtung

Die Einrichtung erweist sich als erfreulich einfach. Die Tester wählten den Weg per App, wahlweise klappt es auch per Browser am PC. Einfach beim Dienst MySpotcam registrieren, in der App die Installation einer neuen Kamera einleiten, die Smartcam mit Strom versorgen und der App-Anleitung folgen – schon ist die Kamera nach fünf Minuten einsatzbereit. Der Stromverbrauchsmesser ermittelt Werte zwischen zwei und vier Watt – ein gutes Ergebnis. Pro Jahr belaufen sich die zusätzlichen Stromkosten auf rund sieben Euro.

Fummelige App

Screenshot Spotcam Eva AppIm krassen Gegensatz zur Einrichtung ist die Bedienung auf den ersten Blick alles andere als gelungen. Die Schaltflächen sind zum Teil nichtssagend, werden von anderen Elementen überlagert und an vielen Stellen nervt penetrante Werbung, die den Nutzer zum Abschluss eines erweiterten Cloud-Dienstes verleiten soll. Ebenfalls nervig: Jedes Mal, wenn das Livebild der Kamera startet, ist das grottenschlechte Mikrofon aktiv. Das erzeugt selbst bei absoluter Stille lautes Rauschen samt fieser Knistergeräusche und muss dann stets per Befehl oder über die Einstellungen abgeschaltet werden. Das Mikrofon dient übrigens dazu, die Spotcam HD Eva auch als Babyfon oder für Gespräche nutzen zu können. Hört sich praktisch an, ist aber nahezu unbrauchbar. Erstens ist die Qualität des Mikrofons und des Lautsprechers minderwertig, zweitens sorgt die Übertragung übers Internet für lange Verzögerungen. 

Schwenk per Wischgeste

Die zunächst schlechten Eindrücke relativieren sich aber im Lauf der Zeit. Hat sich der Nutzer erst einmal für das kostenlose Cloud-Angebot entschieden, verschwindet die Werbung. Das Mikrofon lässt sich über die Einstellungen permanent abschalten. Und schließlich wird auch deutlich, wie sich die Entwickler die Steuerung des Schwenkkopfes vorgestellt haben. Der Trick: Statt die Steuerschaltflächen einzublenden, genügen Wischgesten im Livebild. Das ist nur nirgendwo dokumentiert und fummelig obendrein. Unterm Strich klappt die Bedienung per Browser deutlich besser. Gut dagegen: Genau wie die „normale“ Spotcam HD bietet auch Eva jede Menge Einstellmöglichkeiten. Der Nutzer kann etwa den Alarm nur zu bestimmten Tageszeiten scharfstellen. Das bedeutet, dass der Bewegungsmelder etwa nur dann eine Push-Nachricht aufs Handy schickt, wenn der Nutzer bei der Arbeit ist. Dabei lassen sich bestimmte Bereiche des Bilds von der Bewegungserkennung ausschließen. Für die Spotcam Eva kann der Nutzer überdies vier verschiedene Blickwinkel programmieren, die sich per Fingertipp abrufen lassen. Das erspart die sperrige Justierung per Hand.

Zurück in die Vergangenheit

Der größte Clou der Spotcam-Kameras: Sie speichern stets die letzten 24 Stunden. So können Nutzer die Ereignisse des kompletten letzten Tages zurückverfolgen, selbst wenn der Bewegungsmelder der Kamera nicht scharfgestellt war. Über eine Zeitleiste lassen sich ganz einfach die Aufnahmen bestimmter Uhrzeiten aufrufen. Zudem besteht die Möglichkeit, die letzten 24 Stunden im Zeitraffer Revue passieren zu lassen. Längere Speicherzeiten sind gegen Entgelt bestellbar, beispielsweise drei Tage für rund 3,60 Euro pro Monat oder etwa 36,00 Euro im Jahr.

Blick in ein Wohnzimmer über die Spotcam Eva

Brauchbare Bildqualität

Liefert eine Kamera keine scharfen Bilder, sind die Aufnahmen wertlos, insbesondere für die Beweissicherung. Auf dem Papier macht Eva eine gute Figur. Sie bietet zwar keinen optischen Zoom, dafür kann man das 720-p-Bild achtfach digital heranzoomen. In der Praxis erweist sich die Bildqualität als ordentlich, aber nicht überragend. Wie viele Überwachungskameras hat sie große Probleme bei Gegenlicht, zudem trüben Kompressionsartefakte häufig das Bild. Für Nachtaufnahmen hat sie immerhin 18 Infrarot-LEDs an Bord. Die sorgen auch bei Dunkelheit für eine gute Sicht.

Nachtaufnahme der Spotcam Eva

Fazit

Für die Spotcam HD Eva sprechen die einfache Einrichtung, die umfangreichen Einstellmöglichkeiten und die 24-Stunden-Rückspulfunktion. Die hakelige App sowie das schlechte Mikrofon trüben allerdings den guten Eindruck. Nicht jedem wird zudem die Cloud-Speicherung gefallen. Die Server stehen nicht in der EU und unterliegen daher nicht den hiesigen strengen Datenschutzgesetzen.

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