Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Videoüberwachung

Sicheres Heim: All-In-One-Kameras im Vergleich

All-In-One-Kameras sind schnell installiert und einfach in der Handhabung. Was bietet der Markt, welche Kamera lohnt sich wofür? Ein Überblick.

Africa Studio / Fotolia.com

Africa Studio / Fotolia.com

Das Zuhause ist sicher, den Kindern geht es gut, der Hund stellt keinen Unsinn an – in Zeiten von Smart Home können wir die eigenen vier Wände zu jeder Zeit und von jedem Ort der Welt aus im Blick haben. Dazu bieten IP-Kameras immer bessere und umfangreichere Funktionen. Besonders praktisch sind All-In-One-Kameras, die ohne Zusatzgeräte installiert und einfach in das Zuhause integriert werden können. Alles, was man dazu braucht, ist ein Internetzugang und die zur Kamera passende App. Wir stellen hier eine kleine Auswahl dessen vor, was der Markt aktuell zu bieten hat. Interessant: Vier der fünf vorgestellten All-In-One-Kameras (außer Myfox) wurden von Start-ups entwickelt, drei davon über Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter oder Indiegogo finanziert. Außer dem jüngsten Projekt, der BuddyGuard Flare, werden mittlerweile alle anderen Geräte ganz regulär im Handel verkauft. Das zeigt, dass sich gute Ideen durchsetzen!

Multifunktionell: Die Piper nv

Für alle, die ihre IP-Kamera in ein Z-Wave-System integrieren möchten, empfiehlt sich die Piper nv. Sie liefert nicht nur ein 180°-Grad-Weitwinkelbild in Full-HD-Qualität (Sensor mit 3,4 Megapixeln), sondern besitzt auch noch zahlreiche weitere Funktionen. So messen integrierte Sensoren Bewegung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Geräusche oder Helligkeit. Sämtliche Ereignisse, die die Sensoren erfassen, lassen sich dann mit verschiedenen Aktionen verknüpfen. Beispiel: Wenn Tür X geöffnet wird, geht die 105 dB laute Sirene los – eine solche ist in der Piper nämlich ebenfalls integriert. Durch das Zwei-Wege-Audiosystem kann der Nutzer auch aus der Ferne auf Ereignisse zu Hause reagieren, zum Beispiel, um mit Kindern zu sprechen oder ein Haustier zu beruhigen. Dank Infrarot funktioniert das Ganze auch im Dunkeln. Das Thema „Kameras mit Nachtsichtfunktionen“ haben wir bereits vorgestellt.

© Piper / Die Piper nv kommuniziert via Z-Wave Funk-Standard.

Die App „Piper Mobile“ gibt’s kostenlos für iOS und Android. Dort können drei Modi individuell konfiguriert werden, je nachdem, ob man zu Hause oder unterwegs ist oder die Kamera auf inaktiv stellen möchte. Zudem gibt es einen Panik-Button, der mit einem Wisch über das Display die Sirene aktiviert. Weiteres praktisches Feature: Die Piper funktioniert als Gateway für Z-Wave-Geräte, sodass sich andere Smart-Home-Komponenten, die diesen Funkstandard unterstützen, koppeln lassen. Tür- und Fenstersensoren können so zum Beispiel einfach angelernt werden. Preis: um die 300 Euro.

Aktiv oder inaktiv? Canary weiß es

Auf den ersten Blick bietet Canary nahezu die gleichen Funktionen wie Piper. Neben der HD-Kamera (Auflösung: 1080p, 147°-Weitwinkelobjektiv, Nachtsichtmodus) besitzt auch sie Mikrofon, Bewegungsmelder, Sirene und Sensoren zur Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität. Einzig eine Zwei-Wege-Kommunikation ist nicht möglich. Der wirklich entscheidende Unterschied zur Piper liegt jedoch im Anwählen der Einstellungen: Canary passt den jeweiligen Modus automatisch an, ohne dass man die App betätigen muss. Sprich, sie erkennt, wenn jemand das Haus betritt oder verlässt. Dazu ist es nötig, dass das System auf den Standort der jeweiligen Nutzer zurückgreifen kann; das heißt, alle Nutzer sollten auch die App installiert haben. Ist niemand zu Hause, springt die Kamera in den Unterwegs-Modus und meldet Bewegungen direkt aufs Smartphone. Das passende HD-Video wird mitgeschickt, natürlich kann auch der Livestream unmittelbar aktiviert werden. Sollte es sich tatsächlich um einen Notfall handeln, kann die 90-dB-Sirene eingeschaltet oder eine örtliche Notfallnummer von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr direkt angewählt werden. Kommt der Nutzer nach Hause, schaltet die Kamera wahlweise in den Zuhause- oder den Privatsphäre-Modus. Privatsphäre bedeutet, Canary ist komplett inaktiv, im Zuhause-Modus nimmt sie weiter Videos auf, die App benachrichtigt jedoch nicht.

© Canary / Die Kamera erkennt, wann sie aktiv werden muss.

Die App ist für iOS und Android verfügbar. Da die aufgezeichneten Videos ausschließlich in der Cloud gespeichert werden, muss der Nutzer ein Konto bei Canary anlegen. 12 Stunden Video-Verlauf sind inklusive, wer mehr möchte, muss ein Abo abschließen und draufzahlen. Praktisch, aber bestimmt nicht von jedem gern gesehen: Die Timeline, über die man zwar aufgezeichnete Videos abrufen kann, die aber auch das Kommen und Gehen aller angemeldeten Nutzer dokumentiert. Kleiner Nachteil: Die Canary läuft nur im Netzbetrieb, Stromausfälle können nicht mit Batterien überbrückt werden. Preis: um die 220 Euro. Einen ausführlichen Artikel zur Canary gibt es bereits bei Smart-Wohnen.de.

Familienkamera: Die Smartfrog

Auch Smartfrog liefert Bilder in HD-Qualität mit 1.280 x 720 Pixel. Die IP-Kamera wurde von einem deutschen Start-up aus Berlin entwickelt und konzentriert sich auf das Wesentliche – die Videoüberwachung. Sie besitzt einen Bewegungsmelder, einen Nachtsichtmodus und eine Zwei-Wege-Audioübertragung, zusätzliche Sensoren gibt es nicht. Dafür ist sie mit rund 150 Euro auch die preisgünstigste Überwachungskamera im Vergleich. Wie bei der Canary gibt es hier auch eine Geofencing-Funktion: Das heißt, auf Wunsch werden sowohl Kamera als auch Push-Benachrichtigungen ein- oder ausgeschaltet, sobald sich der Nutzer in einem festgelegten Bereich befindet oder sich daraus entfernt. Praktisch und eine Besonderheit gegenüber den anderen Kameras: Der achtfache Zoom, um Details besser zu erkennen. Was hat sich das Kind da zum Spielen gekrallt? Worauf kaut der Hund rum? Das lässt sich per Fingertip über die App einfach zeigen. Und wer Smartfrog einfach mal bloß zum Spaß nutzen will, kann private Videoclips erstellen und sie mit Freunden im sozialen Netzwerk teilen.

© Smartfrog / Der achtfache Zoom zeigt auch Details.

Die gespeicherten Videos werden in einem Cloud-Speicher aufbewahrt und können bis zu 30 Tage lang angesehen werden. Smartfrog bieten Interessenten übrigens auch ein Abo an, sodass man die Kamera nicht selbst kaufen muss. Für knapp sechs Euro im Monat kann man die Kamera, die App (für iOS und Android) und den Videospeicher mieten, das Abo ist monatlich kündbar. Leider hat auch die Smartfrog nur ein Netzteil, kein Batteriefach.

Klappe zu mit der Myfox Security Kamera

Klein (4,3 x 9 cm) und unauffällig: Die Myfox Security Kamera soll nicht nur zuverlässig überwachen, sondern vor allem auch die Privatsphäre ihrer Nutzer schützen, so der Hersteller. Deshalb besitzt sie eine motorisierte Blende, die vom Smartphone aus gesteuert werden kann. Ist eine Überwachung jetzt nicht gewünscht? Dann einfach die Blende herunterfahren. Ist die Kamera dagegen in Betrieb, liefert sie Videos in HD-Qualität mit 130° Weitwinkel, dazu gibt es einen Vierfach-Zoom. Auch ein Nachtsicht-Modus und ein Mikrofon mit Lautsprecher zur Zwei-Wege-Kommunikation sind vorhanden. Registriert der Wärmesensor eine Bewegung, wird eine Push-Nachricht an ausgewählte Nutzer gesendet. Damit das Smartphone jedoch nicht jedes Mal anschlägt, wenn der Hund durchs Bild läuft, verfügt die Kamera über eine Bildanalyse, die Haustiere in der Regel nicht erfasst. Zum anderen soll in Kürze ein Erkennungsbereich hinzukommen: Dadurch kann man Bereiche gezielt von der Sicherung ausschließen, zum Beispiel das Sofa, auf dem der Hund gerne liegt. Mehr Details zur Myfox Security Kamera haben wir bereits zusammengefasst.

© Myfox / Die integrierte Blende lässt sich per Smartphone steuern.

Die App ist für iOS und Android verfügbar, die Kamera selbst kostet um die 160 Euro. Wer jedoch auf die Timeline zugreifen möchte, in der man gespeicherte Videos ansehen kann, braucht dafür ein kostenpflichtiges Abo. Dieses kostet – mit gerade mal einem Tag Videohistorie – knapp fünf Euro, Staffelungen nach oben sind möglich. Wer nicht zahlen möchte, erhält nur eine Mitteilung bei Bewegungserkennung und Zugang zum Echtzeit-Videostreaming.

Rundum-Sorglos-Paket: BuddyGuard Flare

Nicht nur eine Kamera, sondern ein komplettes System aus künstlicher Intelligenz steckt hinter BuddyGuard Flare, entwickelt von einem Berliner Start-up. Es soll das Zuhause ganz alleine beschützen können, indem es selbstständig erkennt, ob dort etwas „Gutes“ oder etwas „Schlechtes“ passiert. Wir haben die BuddyGuard Flare bereits ausführlich vorgestellt.

© BuddyGuard / Flare arbeitet mit künstlicher Intelligenz.

Flare beinhaltet eine HD-Kamera (1.080p) sowie verschiedene Sensoren zu Sprache, Temperatur und Bewegung. Außerdem einen Lautsprecher und ein Mikrofon zur Zwei-Wege-Kommunikation. Das System erkennt Gesichter und kann Personen eindeutig zuordnen, auch eine Identifizierung über die Stimme ist möglich. So kann der Besitzer des Systems auch Befehle per Spracheingabe erteilen. Zur Wahrung der Privatsphäre wird die Linse zum Beispiel abgedeckt, wenn der Nutzer zu Hause ist. Wer kommt oder geht, erkennt Flare anhand des Smartphone-Signals, Haustiere können sich frei bewegen, ohne einen Alarm auszulösen. Auch harmlose Geräusche kann Flare von verdächtigen unterscheiden. Passiert etwas Ungewöhnliches, wird eine Benachrichtigung an das Smartphone gesendet. Dazu gibt es die passende App (für iOS und Android), die es erlaubt, das System nach den persönlichen Vorlieben zu managen. Man kann beispielsweise einen direkten Draht zum nächsten Sicherheitsdienst einrichten oder Backup-Funkverbindung installieren, falls das WLAN ausfällt. Für solche Zusatz-Features entstehen allerdings monatliche Zusatzkosten. Aktuell kann die Flare nur über die Crowdfunding-Plattform indiegogo vorbestellt werden, der Preis beträgt dort rund 350 Dollar. Die Auslieferung ist für November 2016 geplant.

Fazit

Ihren eigentlichen Zweck – einfache Videoüberwachung und Benachrichtigung aufs Smartphone, wenn etwas Ungewöhnliches passiert – erfüllen die All-In-One-Kameras alle. Wer mehr Funktionen möchte, zahlt dementsprechend mehr für das Produkt. Zudem lohnt es sich, sich vorher genau zu informieren, ob zusätzliche Dienste, etwa ein erweiterter Speicherplatz, erneute Kosten verursachen oder ob man dann sogar an ein Abo mit regelmäßigen Gebühren gebunden ist.

Andere Artikel mit Themen: Überwachungskamera, Einbruch, Kameras, Sicherheit

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück