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Einbruchschutz Teil 3

Smart Home: Schutz vor Eindringlingen

Der Schutz vor Eindringlingen wird mit smarter Technologie noch besser. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Einbrecher schmiedet Plan

© alphaspirit / Fotolia.com

Mechanik vor Elektronik – das empfehlen Sicherheits-Fachleute. Aber selbst wenn alle Fenster und Türen im Haus mit modernen Beschlägen und Riegelschlössern gesichert sind, kann man immer noch etwas verbessern, Stichwort: intelligente, vernetzte Haustechnik. Sie schützt zusätzlich vor Einbrechern und lässt sich von unterwegs bequem per Smartphone oder Tablet bedienen. Hier ein Überblick über die nützlichsten Techniken:

Smarte Komponenten für besseren Einbruchschutz

1. IP-Überwachungskameras: Sie können die Räume überwachen und Bilder über das Internet auf eine persönliche Nutzerwebseite oder das Smartphone übertragen. Kameras mit Infrarot-Sensoren wie etwa der mydlink Home Monitor 360 für rund 70 Euro können das sogar nachts. Per eingebautem Bewegungssensor „erkennen“ solche Kameras, wenn sich etwas bewegt, und starten erst dann die aktive Aufnahme.

2. Tür und Fenstersensoren: Sie registrieren, wenn die Flügel geöffnet werden, und können – je nach Produkt – in manchen Fällen auch eine gewaltsame Öffnung unterscheiden. Über eine Funkverbindung mit einer Basisstation (die mit dem Internet verbunden sein muss) melden sie an das Mobilgerät, wenn zu Hause etwas passiert. Fenster- und Türsensoren können beispielsweise mit Rademachers HomePilot-System verknüpft werden und kosten etwa 40 Euro.

3. Bewegungsmelder: Auch hier gibt es Modelle, die mit einer Basisstation kommunizieren können. Viele Smart-Home-Systeme bieten Bewegungsmelder an, beispielsweise Somfy den Protexial io für rund 125 Euro.

4. Fernsteuerbare Raumbeleuchtung: Vernetzte Lichtsysteme wie etwa Hue von Philips lassen sich aus der Ferne steuern. Anwesenheit kann man zwar in Ansätzen auch mit Zeitschaltuhren simulieren, doch ist es nur eine Frage der Zeit, bis Einbrecher diesen Trick durchschaut haben. Besser sind deshalb fernsteuerbare Lichtquellen, die von unterwegs individuell ein- und ausgeschaltet werden können.

5. Fernsteuerung für Rollläden: Sie lassen sich ebenfalls über eine Internetverbindung fernsteuern. Die Montage einer smarten Steuerung ist in vielen Fällen nicht einmal besonders aufwändig. Wer ein Komplettpaket wünscht, kann zur HomeMatics Rollladensteuerung greifen: Sechs Aktoren samt Software und Funkzentrale sind für rund 550 Euro im Handel zu haben.

6. Vernetzte Sirenen: Sie erzeugen ein lautes Alarmsignal, wenn die Sensoren einen Eindringling melden. Einzelne Gadgets wie die Alarmsirene von Gigaset Elements kosten nur rund 40 Euro. Komplette, individuelle Anlagen lassen sich auch so programmieren, dass in der gesamten Wohnung oder im gesamten Haus das Licht angeht, eine Sirene schrillt, Überwachungskameras die Aufnahme starten und eine Meldung an das verbundene Smartphone abgesetzt wird – unangenehmer kann es für einen Einbrecher gar nicht mehr werden.

Für jedes vernetzte Einbruchschutzsystem ist eine Basisstation erforderlich. Sie wird mit dem Stromnetz und Internet-Router verkabelt, angeschlossene Melder kommunizieren mit ihr in der Regel per WLAN. Es müssen also nicht meterweise Kabel durch die Wohnung verlegt werden.

Sicherheitsregeln wie beim Online-Banking

Zu bedenken ist: Ein möglicher Angriffspunkt für Einbrecher ist der Router, über den der Internetzugang läuft. Steht dieser offen zugänglich im Flur, kann der Eindringling die aufwendig vernetzte Anlage mit einem Handgriff außer Gefecht setzen: Stecker raus und Ende. Also: Router etwas versteckt aufstellen! Oder gleich auf eine etwas höhere Sicherheit setzen und in eine Anlage investieren, die über das Mobilfunknetz auf das Internet zugreift.

Wie in kritischen Artikeln häufiger angemerkt wurde, sind smarte Systeme, die über das Internet vernetzt sind, theoretisch von Hackern angreifbar. Beim Kauf ist deshalb zu beachten, dass die einzelnen Komponenten nur über verschlüsselte Verbindungen kommunizieren dürfen, beispielsweise SSL. Um Angriffe zu verhindern, sollte man zudem die gleichen Sicherheitsmaßnahmen beachten, die man auch beim Online-Banking beherzigt:

1. WLAN niemals unverschlüsselt betreiben, also die Verbindungen über WPA2 verschlüsseln

2. Besonders komplexe Passwörter (keine Namen oder Geburtsdaten, mindestens zwölf Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben und Sonderzeichen) für das WLAN verwenden

3. Für jede Anwendung ein anderes Kennwort wählen.

So machen Sie böswilligen Hackern das Leben schwer und verhindern mindestens Standard-Angriffe. Während diese Möglichkeiten jedem offen stehen, haben es Mieter beim Einbau von aufwändigeren Schutzmechanismen etwas schwerer.

Einfach einbauen? In Mietwohnungen nicht ohne Genehmigung!

Bei eigenen Immobilien ist erlaubt, was gefällt. Mieter hingegen sollten vorsichtshalber immer die Genehmigung des Vermieters einholen. Beim eher einfachen Einbau etwa eines vernetzten Rauchmelders dürfte das kaum zu Diskussionen führen. Wer aber seine Fenster und Balkontüren zum Beispiel mit ferngesteuerten Rollläden sichern will, muss das mit dem Vermieter genau abklären – insbesondere bei Altbauten.

Und was sagen die Versicherungen?

Die Hausrat-Versicherungen sollten sich doch freuen, wenn ihre Kunden aus freien Stücken in die Sicherheit ihrer Immobilien beziehungsweise gemieteten Wohnungen oder Häuser investieren. Die Tageszeitung „Die Welt“ hat im August 2015 bei verschiedenen großen Versicherern nachgefragt und vorwiegend ernüchternde Antworten erhalten:

So kam von der Allianz eine Absage: „Derzeit gibt es keinen Rabatt für Kunden unserer Hausratversicherung, wenn sie Smart-Home-Technologien einsetzen“, zitiert das Blatt einen Sprecher. „Derzeit“ heißt aber natürlich nicht, dass es immer so bleiben muss. Ähnliche Antworten kamen von Ergo und der Gothaer, die mitteilten, dass die smarten Sicherungen noch nicht den gewünschten Anforderungen entsprechen würden.

Immerhin: Axa hat seit 2015 eine Kooperation mit dem Energieversorger RWE, die Rabatte für die Gerätschaften und den Vertrag beinhaltet, diese wurde gerade bis Ende 2016 verlängert. Wir empfehlen: Wer in smarte Einbruchschutztechnik investieren will, sollte versuchen, mit seinem Hausversicherer günstige Konditionen auszuhandeln.

Fazit

Die technischen Möglichkeiten, sein Haus oder seine Wohnung mit smarten Komponenten zusätzlich vor Einbrechern zu schützen, sind da. Die Installation kann in vielen Fällen auch ein technisch versierter Laie bewerkstelligen, ansonsten muss ein Fachmann her. Noch honorieren die Hausratsversicherer den Einbau smarter Technik nicht, doch das sollte sich bald ändern.

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