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Title: Sicherheit
Rechtsgrundlagen

Smarte Überwachung: Was darf ich?

Ob im Haus oder in der Wohnung: Smarte Überwachungskameras vermitteln den Nutzern ein Gefühl der Sicherheit. Doch darf man eigentlich uneingeschränkt überwachen?

© Logitech

© Logitech

IP-Kameras, die via Smartphone oder PC den Blick aufs private Grundstück oder in die Wohnung gewähren, sind beliebt wie nie. Kein Wunder: Die smarten Kameras überwachen nicht nur das eigene Zuhause, sie warnen auch bei verdächtigen Aktivitäten und nehmen diese auf. Doch wer sich für die Überwachung interessiert, sollte aufpassen: Schlimmstenfalls werden die smarten Kameras zum rechtlichen Bumerang.

Was darf ich filmen?

Die gute Nachricht ist: Die Überwachung der eigenen Wohnung oder auch des privaten Grundstücks per Kamera ist in Deutschland erlaubt. Allerdings müssen dabei einige grundsätzliche Dinge beachten, damit die Aufnahmen nicht mit geltenden Grundrechten kollidieren. Von besonderer Bedeutung sind dabei Persönlichkeitsrechte wie das Recht zur informationellen Selbst­bestimmung. Dieses umfasst auch das Recht am eigenen Bild - und betrifft damit auch Aufnahmen, die mit Überwachungskameras gemacht wurden.  

© Netgear / Wer eine Außenkamera wie die Arlo Pro nutzt, sollte darauf achten, was im Bild ist.

Das in Deutschland geltende Persönlichkeitsrecht bzw. das Recht zur informationellen Selbstbestimmung verbietet auch das Filmen von öffent­lichen Bereichen, worunter auch der Gehweg oder die Straße vor dem eigenen Haus gehören. Vereinfacht ausgedrückt dürfen Überwachungskameras lediglich das eigene Grundstück filmen. Sobald Passanten ohne ihr Wissen aufgenommen werden, kann das für den Betreiber der Kameras rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Auch Nachbargrundstücke dürfen prinzipiell nicht gefilmt werden. Selbst bei einer mündlichen Einwilligung kann es im Ernstfall Ärger geben, etwa, wenn Besucher des Nachbargrundstücks nicht über die Videoüberwachung informiert werden. Besonders bei der Nutzung von schwenkbaren Kameras sollte also unbedingt darauf geachtet werden, dass diese nur das eigene Hab und Gut im Blickfeld behalten.

Auch dürfen Vermieter nicht ungefragt Kameras im Hausflur anbringen, die jeden Vorbeigehenden - unabhängig ob Mieter oder Besucher - filmen. Ein solcher Fall erfordert zunächst, dass die Vermieter von allen Parteien im Haus eine schriftliche Genehmigung einholen.

© Ring / Gehwege und andere öffentliche Plätze dürfen nicht ohne Weiteres gefilmt werden.

Unabhängig davon ist es nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert, die Heimüberwachung über ein Hinweisschild offenkundig zu machen. Das ist nicht nur aus rechtlicher Warte sicher, es sorgt im Idealfall auch dafür, dass Störenfriede vom Eindringen aufs Grundstück oder in die Wohnung abgehalten werden.

Verhalten im Ernstfall

Am schönsten wäre es natürlich, wenn all diese Tipps niemals zum Einsatz kommen müssen. Doch falls es doch einmal zum Ernstfall kommen, ist ein überlegtes Vorgehen angebracht. Auch wenn es verlockend klingt und schnelle Erfolge verspricht: Die Nutzung der Videoaufnahmen von Einbrechern für private Fahndungsaufrufe auf Facebook, Twitter und Co. ist nicht erlaubt.

Auch für Täter gilt das allgemeine Persönlichkeitsrecht - schlimmstenfalls können Verdächtige den Spieß umdrehen, und Schadensersatz von den Betroffenen einfordern. Wenn die Hoffnung besteht, Einbrecher oder Randalierer anhand der Aufnahmen zu identifizieren, sollten diese an die Polizei übergeben werden. Falls mit den Aufnahmen kein Einbruch, sondern beispielsweise ein Wasserschaden dokumentiert wurde, gilt prinzipiell das Gleiche: Hier können die Aufnahmen als Beweis für die Versicherung gelten.

Vorteile von smarter Überwachung

Man sieht: Das Thema Überwachungskameras im eigenen Zuhause ist zerfahren. Wie so oft sind es vor allem Grenzfälle, bei denen keine eindeutige Antwort auf die Frage "Darf ich oder darf ich nicht?" gegeben werden kann. Teilweise sind sich die Richter der verschiedenen Gerichte untereinander uneinig. Davon sollte man sich nicht verrückt machen lassen! Wer sich an die wichtigsten Grundregeln hält (also: nur den eigenen Besitz filmen und die Aufnahmen nicht veröffentlichen), darf mit ruhigem Gewissen eine smarte Kamera installieren. Das gilt erst recht angesichts der Tatsache, dass der Schutz durch IP-Cams nicht nur durch die aufgenommenen Überwachungsclips entsteht. Die Möglichkeit, von überall auf der Welt einen Blick in die eigenen vier Wände zu werfen oder per Push-Benachrichtigung über verdächtige Aktivitäten informiert zu werden, verschafft nicht nur ein gutes Gefühl, sondern kann im Idealfall sogar schlimmeres verhindern. 

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