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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

EM-Party drinnen oder draußen?

Smarte Wetterstationen von Netatmo und Co.

Die Fußball-Europameisterschaft steht vor der Tür und mit ihr zahlreiche private Fanfeiern. Bleibt die Frage: Grillen oder Partykeller?

© Netatmo

© Netatmo

Tor für Deutschland! Das klingt am schönsten, wenn es gemeinsam in den sternklaren Nachthimmel gerufen wird. Doch wenn plötzlich dunkle Wolken aufziehen und es anfängt, wie aus Eimern zu gießen, ist die beste EM-Party im Eimer. Also vorher regelmäßig den Wetterbericht checken? Das ist umständlich, und oft erhält man widersprüchliche Angaben. In Zeiten von Smart Home misst man leichter selbst. Vernetzte Wetterstationen liefern aktuelle Werte und Vorhersagen für den Standort zuverlässig aufs Smartphone. So ist man immer sofort informiert. Und wenn doch drinnen gefeiert werden muss, unterstützen einige Modelle auch mit wertvollen Angaben zur Innenraumluft. Wir haben uns verschiedene Wetterstationen angeschaut.

Netatmo: Keine dicke Luft


Was bei der Netatmo Wetterstation auf den ersten Blick auffällt: sie hat kein Display. Stattdessen kommt sie in einem modernen, stabilen Design aus Aluminium daher. Ein Display braucht sie auch nicht, denn sie liefert alle Daten direkt aufs Smartphone (App für iOS, Android und Windows Phone verfügbar). Im Lieferumfang sind ein Modul für den Innenraum und eines für den Einsatz im Freien enthalten. Dieses Paket kostet 169 Euro (UVP). Bis zu drei Zusatzmodule lassen sich anschließen, genauso wie ein Wind- und ein Regenmesser. Draußen misst Netatmo Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck, bewertet die Luftqualität und macht eine Wettervorhersage für die nächsten sieben Tage. Interessant wird es beim Innenmodul, denn die Daten sind ganz auf das persönliche Wohlbefinden in Innenräumen abgestimmt. Neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden auch die lokale Lautstärke und der CO2-Gehalt im entsprechenden Raum gemessen. Damit hat Netatmo anderen „herkömmlichen“ Wetterstationen einiges voraus.

© Netatmo / Die Produktrange: Außenmodule, Innenmodule, Regen- und Windsensor.

Bewertung der Luftqualität
Kohlendioxid gilt als der wichtigste Maßstab für die Qualität der Luft. In der normalen Umgebungsluft draußen ist eine Konzentration von rund 400 ppm normal. Die Abkürzung ppm steht für „parts per million“, also die Volumenteile pro Million Volumenteile. 1000 ppm entspricht damit einem Volumenpromille. Halten sich viele Personen beispielsweise in relativ kleinen Räumen auf, steigt dieser Wert rasch an; parallel dazu steigt auch die Geruchsintensität menschlicher Ausdünstungen an. Das heißt: Viele schwitzende Menschen auf engem Raum sorgen für schlechte Luft – kann passieren bei einer Fußballfeier. Das Umweltbundesamt gibt an, dass ein CO2-Gehalt von 1000 ppm in der Umgebungsluft unbedenklich ist. Zwischen 1000 und 2000 ppm soll gelüftet werden, bei über 2000 ppm muss dringend gelüftet werden. Derart schlechte Luft kann zum Beispiel zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und generellem Unwohlsein führen.

CO2-Spürhund
Die Netatmo Wetterstation misst den CO2-Gehalt der Luft und zeigt den Messwert in Verbindung mit einem simplen Ampelsystem an: Grün = Gut, Gelb = Verbesserungsbedürftig, Rot = Lüften ist erforderlich. Ist das Smartphone gerade nicht zur Hand, kann man das Innenmodul auch kurz berühren, die integrierte LED zeigt ebenfalls den entsprechenden Farbcode an. Erreicht der CO2-Gehalt einen kritischen Wert, leuchtet die LED auf und ans Smartphone wird eine Warnung gesendet. Voreingestellt sind Grenzwerte von 1000 ppm („gelbe“ Warnung) und 2000 ppm („rote“ Warnung), das kann aber individuell verändert werden.

© Netatmo / Alles im grünen Bereich: Eine LED gibt Auskunft über die Luftqualität.

Teilen und verknüpfen
Ist das Smartphone gerade mal nicht zur Hand, kann man seine Daten auch über eine Website abrufen – und für andere Nutzer freigeben, wenn man dies denn möchte. So sieht man, wo die Wetterstation noch genutzt wird und kann gegebenenfalls vergleichen.
Auch eine Nutzung mit der Online-Plattform IFTTT (Abkürzung für „If This Then That“) ist möglich. Die App, die verschiedene Webanwendungen mit einander verknüpfen kann, hat einen eigenen Netatmo-Channel. Dort kann sich der Nutzer verschiedene „Wenn-Dann“-Szenarien zusammenstellen. Beispiel: Es gibt eine Verknüpfung mit Philips Hue, sodass die regelbaren Lampen im Haus rot aufleuchten, wenn eine zu hohe CO2-Konzentration gemessen wird. So sieht jeder, dass gelüftet werden muss!

Archos: Alternative mit Einschränkungen
Ähnliche Messungen für den Innenbereich sind auch mit der Archos Wetterstation möglich, denn das Indoor-Modul besitzt ebenfalls einen CO2-Messer. Hält man die Hand darüber, leuchtet ein Licht auf. Die verschiedenen Farben zeigen – wie bei Netatmo im Ampelsystem – die Qualität der Raumluft an. Genaue Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2-Gehalt, Luftdruck und Geräuschpegel gibt’s über die App. Auf Wunsch kann bei kritischem Kohlendioxid-Gehalt auch eine Warnung ans Smartphone gesendet werden. Archos hat ein dreiteiliges Messsystem, außer dem Indoor-Modul gibt es auch noch ein Outdoor-Modul und einen Bodensensor. Neben den Wetterdaten und einer Wettervorhersage kann man also auch noch Bodentemperatur und -feuchtigkeit abrufen. Archos ist schon ab rund 80 Euro zu haben – bietet dafür aber auch wesentlich weniger Funktionen als Netatmo. Es gibt keine Zusatzmodule und -sensoren, die App ist außerdem nur für iOS und Android verfügbar. Auch ein Datenabruf bzw. -austausch via Browser ist nicht möglich. Optisch macht die Kugelform zwar was her, das Gehäuse ist jedoch „nur“ Plastik.

© Archos / Optisch ist sie ansprechend, jedoch hat man mit Archos weniger Möglichkeiten in der Funktion.

Mobile Alerts Wettercenter: Vernetzter Allrounder
Wer mehr Wert auf die umfangreichen Funktionen einer klassischen Wetterstation legt, bekommt mit dem MA10050 Wettercenter von Technoline ein praktisches All-In-Paket. Es funktioniert mit der Mobile Alerts App, die für iOS und Android verfügbar ist. Zum Wettercenter gehören ein Temperatur- und Luftfeuchtemesser, ein Regenmesser und ein Windmesser. Dazu gibt es ein Gateway, das die Sensordaten empfängt und an die Cloud von Mobile Alerts weiterleitet. Insgesamt können bis zu 50 Sensoren angelernt werden. Praktisch: Die Installation der jeweiligen Sensoren ist nicht aufwändig, sie erfolgt über einen QR-Code, der nur abfotografiert werden muss.
Die Daten werden mit einer entsprechenden Historie erfasst und können grafisch auf dem Smartphone dargestellt werden. Über die Exportfunktion können die Inhalte aber auch auf externen Geräten genutzt werden. Weil Mobile Alerts ein senorbasiertes Überwachungssystem für Smart-Home-Lösungen ist, lassen sich auch für Wetterdaten Alarme einstellen. So erhält der Nutzer zum Beispiel eine Nachricht aufs Smartphone, wenn eine bestimmte Windstärke oder Regenmenge erreicht wird. Das komplette Paket gibt es für rund 130 Euro, alternativ sind aber noch andere, preisgünstigere Kombinationen aus Gateway und zum Beispiel nur einem Sensor möglich.

© Technotrade / Das MA10050 liefert die Daten einer klassischen Wetterstation.

Homematic WDC 7000: Für Datensammler
Doch es geht noch mehr: Die WDC 7000 ist ein wahres Daten-Sparschwein – dafür ist sie mit rund 370 Euro auch das teuerste Produkt in unserem Vergleich. Die Funk-Wetterstation lässt sich in die anderen Smart-Home-Lösungen von Homematic integrieren. Das Erscheinungsbild ist traditionell, jedoch ist der Bildschirm bequem per Touchscreen zu bedienen. Im Sekundentakt zeigt er die aktuellen Daten der bereits integrierten Sensoren für Innentemperatur, Innenluftfeuchtigkeit und Luftdruck an – bis zu acht externe Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren oder ein Kombisensor können angelernt werden. Homematic hat dazu verschiedene Produkte im Angebot, auch einen Funk-Kombisensor, der Windgeschwindigkeit und -richtung, Regenmenge und -beginn, Sonnenscheindauer, Temperatur und Luftfeuchte auf einmal erfasst. Durch die Vernetzung mit Homematic lassen sich auch Szenen einrichten, sodass beispielsweise die Markise einfährt, wenn es zu regnen beginnt oder eine bestimmte Windgeschwindigkeit erreicht wird.
Ob Taupunktanzeige, Windchillanzeige, Luftdruckentwicklung oder Live-Sendung der Daten bis zu 20 Sekunden lang – hier kann sich der Hobby-Meteorologe nach Herzenslust austoben, denn der interne Speicher bietet Platz für insgesamt 3.000 Datensätze. Im Lieferumfang enthalten ist außerdem die Auswertesoftware Weather Pro Edition 2007.

© e-Q3 / Traditionelle Optik, massenhaft Daten: Die WDC 7000.

Fazit

Die Möglichkeit, den CO2-Gehalt der Innenraumluft messen zu können und damit die Luftqualität im Blick zu haben, ist mit Sicherheit ein Kaufkriterium, gerade für Familien, die beispielsweise die Luft im Kinderzimmer kontrollieren möchten. Auch frühzeitige Warnungen aufs Smartphone, wenn zum Beispiel ein Unwetter droht, können helfen, Schäden schon im Vorfeld zu vermeiden. Für welches Modell man sich entscheidet, hängt letztlich davon ab, welche Prioritäten man bei den zu messenden Daten setzt.

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