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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Teil 4: Laufender Betrieb

So bleibt die intelligente Anlage störungsfrei!

Die Installation hat geklappt und das Smart Home läuft? Wir geben Tipps für eine möglichst reibungslose Nutzung.

Tablet mit Sicherheitssymbolen

iStock.com / Maxiphoto

Mit viel Begeisterung und ein wenig Geduld ist die Installation der Smart-Home-Komponenten geglückt. Das Gateway als Steuerzentrale ist am WLAN-Router angeschlossen, die smarten Geräte sind in den eigenen Wänden verteilt und mit der Basis verbunden. Vielleicht wurde auch schon die Smartphone-App installiert und die ersten Regeln für die Heimautomation programmiert.

Gerade Letzteres sollte man allerdings Schritt für Schritt durchführen. Sich sofort einen großen Plan zu überlegen, wie Raumthermostat und Heizkessel, Bewegungsmelder und Zwischenstecker oder Fensterkontakt und Heizungsthermostat miteinander verbunden werden und aufeinander reagieren sollen, ist durchaus reizvoll; doch alles in einem Rutsch ins System zu programmieren, macht die Fehlersuche schwierig, wenn es mal irgendwo hakt. 

Ablaufplan Schritt für Schritt aufbauen

Wer etwa ein smartes Thermostat im Bad nutzt, das morgens eine halbe Stunde vor dem Aufstehen die Heizung hochdreht und um kurz nach 8 Uhr, wenn alle aus dem Haus sind, wieder abkühlt, sollte diesen Zeitplan zunächst für einige Tage testen. Läuft alles rund, kann man das Thermostat im nächsten Schritt nicht nur mit der Uhrzeit, sondern auch mit dem Fensterkontakt verknüpfen: Ist das Fenster geöffnet, geht die Heizung runter. Im Internet berichten Nutzer davon, dass die Heizung nach dem Schließen des Fensters zwar wieder hochgefahren, aber nicht mehr nach Zeitplan heruntergefahren ist. Wer in einem solchen Fall schon 20 Regeln aufgestellt hat, wird Probleme haben, die richtige Ursache zu ermitteln. 

Für das Aufstellen solcher Zeitsteuerungs-Abläufe und Wenn/Dann-Szenarien bieten viele Hersteller eine Smartphone-App an. Damit lassen sich die Geräte im Haushalt nicht nur gezielt steuern – etwa ein- oder ausschalten, dimmen, hoch- oder runterfahren und dergleichen –, sondern auch intelligent vernetzen. So reagieren die Komponenten automatisch, wenn ein bestimmter Zustand eintritt. Das obige Beispiel mit Thermostat und Fensterkontakt ist ein Klassiker im Smart Home. Aber es gibt noch viel komplexere Möglichkeiten, bei denen mehr als zwei Geräte involviert sind.

Für solche Aufgaben eignet sich das Web-Interface, das praktisch alle Smart-Home-Zentralen bieten, viel besser. Um eine Regel aufzustellen, nutzt man also den Browser des Computers und nicht die Smartphone-App, die oft nicht alle Funktion bietet. Zudem ist die Darstellung auf einem großen PC-Monitor sehr viel übersichtlicher, was gerade für die grafische Ansicht solcher Schaltpläne im Smart Home sehr hilfreich ist. Wie man zum Web-Interface gelangt, verrät die Anleitung. Je nach Hersteller meldet sich der Nutzer dafür über das lokale Netzwerk in der Zentrale an oder online im Kundenkonto des Anbieters. 

RWE Smart Home Browseransicht

Schalter statt App

Wer im smarten Heim nicht immer das Handy zücken oder den Computer hochfahren möchte, nur um das Licht auszumachen, findet in programmierbaren Wandschaltern eine echte Erleichterung. Fast alle großen Hersteller haben sie im Programm. Sie sehen aus wie gewöhnliche Lichtschalter und lassen sich mit Schrauben oder doppelseitigem Klebeband an nahezu jeder beliebigen Stelle der Wohnung anbringen. Diese Schalter führen eine vorher festgelegte Aktion aus: Lampe aus, Heizung an, Jalousien hoch – was per App möglich ist, lässt sich oft auch über einen Druck auf den Schalter umsetzen. Das geht meist schneller und sorgt auch für mehr Akzeptanz bei Mitbewohnern, die der Smart-Home-Technik skeptisch gegenüberstehen.

Das Smart Home im Betrieb: die besten Tipps

  • Nutzer sollten nicht zu viele Regeln auf einmal aufstellen, sondern immer Schritt für Schritt vorgehen und einzelne Regeln testen.
  • Meist eignet sich für die Aufstellung von Ablaufplänen und Szenarien das Web-Interface des Smart-Home-Herstellers besser als die Smartphone-App.
  • Funk- bzw. Wandschalter erleichtern die Umsetzung einzelner Aktionen, sodass man nicht immer das Smartphone benutzen muss. 

Sicherheit im smarten Heim

Nicht zuletzt sollten Anwender dem Thema „Sicherheit“ große Aufmerksamkeit schenken. Da es sich bei Smart-Home-Installationen häufig um drahtlose Netzwerke handelt, die dazu noch oft mit dem Internet verbunden sind, stellen sie ein potenzielles Einfalltor für Hacker und Schadsoftware dar. Schon zu Beginn sollte man daher einige Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Dazu gehören zu allererst sichere Passwörter. Das Thema ist fast so alt wie das Internet selbst, doch immer noch sind leicht zu knackende Passwörter eine gern genutzte Schwachstelle für Angreifer von außen. Ganz heikel ist es, die Standardeinstellungen des Herstellers beizubehalten. Benutzer sollten also die Zugangsdaten für die Konfigurationsoberfläche des WLAN-Routers sowie der Smart-Home-Zentrale so ändern, dass das Passwort aus mindestens acht Zeichen mit Zahlen und Sonderzeichen besteht. Je wirrer, desto besser – aber man muss es sich natürlich noch merken können. Was viele gerne vergessen: Auch der Benutzername für den Login kann geändert werden: Statt „admin“ oder „user1“ darf man sich auch dafür eine ganz besondere Kreation einfallen lassen. Das erhöht die Sicherheit nochmals.

Vergessen darf man keinesfalls das WLAN-Passwort, mit dem sich die Geräte am heimischen Drahtlosnetzwerk anmelden. Wer es kennt oder knackt, ist Teil des Netzwerks und hat so potenziell Zugriff auf alle anderen Teilnehmer wie Computer, Smartphone, Tablets und eben Smart-Home-Komponenten.

Ungenutzte Funktionen abschalten

Benötigt man den Fernzugriff per Internet nicht, sollte man ihn ausschalten. Warum ein mögliches Einfallstor bieten, wenn man es gleich zumauern kann? Ähnliches gilt ebenso für den WLAN-Router. Man kann ihn zwar nicht vom Internet trennen, sollte aber nicht benötigte Dienste und Ports, die für Anfragen aus dem Internet offen stehen, abschalten bzw. schließen. Je weniger Angriffsfläche geboten wird, desto eher wenden sich Hacker & Co. leichteren Zielen zu. Oft reichen dafür schon einige einfache Maßnahmen aus. 

Dazu zählen in jedem Fall Updates für Router und Gateway. Diese bringen nicht nur neue Funktionen und beheben Fehler, sondern schließen ebenfalls Sicherheitslücken. So komfortabel, wie man das von Windows und anderen Betriebssystemen gewohnt ist, geht das in diesem Fall meist nicht, denn der Nutzer muss manuell nachschauen, ob neue Updates (oft auch „Firmware-Update“ genannt) bereitstehen. Ob der Router diese dann selber herunterlädt und installiert oder ob der Anwender nachhelfen muss, ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Jedenfalls ist es ratsam, alle paar Wochen zu prüfen, ob es eine aktuelle Firmware-Version gibt. 

Für deutlich mehr Sicherheit sorgen zudem Gateways, die nicht zwangsläufig mit dem Internet verbunden sein müssen. Vielen Anwendern genügt es, wenn sie das Smart Home nur steuern können, wenn sie zu Hause sind – also innerhalb des heimischen Netzwerks. Einige Hersteller gehen aber selbst dann den Weg übers Internet, was unnötig ist. Es ist nicht nur potenziell unsicherer, sondern stellt ganz einfach einen Umweg dar. Außerdem: Fällt der Internetanschluss mal aus, kann man trotzdem noch alle Smart-Home-Komponenten bedienen und konfigurieren, wenn die Basis nicht auf den Online-Zugang angewiesen ist.

Die Steuerzentrale von Loxone

Auf einen Blick: Smart-Home-Sicherheit

  • Standard-Passwörter des WLAN-Routers, der Smart-Home-Basis und des WLANs ändern
  • Benutzername für Login am Router und an der Basis ändern
  • Eventuell Fernzugriff per Internet bzw. unnötige Online-Dienste abschalten
  • Neue Sicherheits-Updates schnellstmöglich installieren
  • Internetzugang an Smart-Home-Basis abschalten, wenn nicht benötigt

Fazit

Mit der einmaligen Installation ist es meist nicht getan, jedes Smart Home braucht etwas Pflege und Wartung. Vor allem den Sicherheitsaspekt sollte man nicht unterschätzen und sich gleich am Anfang darum kümmern, dass niemand von außen – sei es per WLAN oder Internet – in das intelligente Zuhause eindringen kann.

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