Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Interview

So können intelligente Geräte versichert werden

AXA-Versicherungsspezialist Markus Herbst erläutert die Auswirkungen von Smart Home auf die Versicherungen.

Mann montiert Smart Home Komponente

© Markus Herbst

Auf der Funkausstellung 2015 hat der Versicherungskonzern AXA eine Zusammenarbeit mit dem Smart-Home-Sektor von RWE angekündigt. Wir haben nachgefragt welche Möglichkeiten sich dadurch für Anwender und Versicherungsnehmer eröffnen. Markus Herbst, der bei AXA das Produktmanagement für die privaten Sach- und Haftpflichtversicherungen leitet, beantwortet unsere Fragen in einem Interview.

Markus Herbst Portrait

Gibt es heute schon konkrete Angebote von Versicherungen für Wohnungen mit Smart-Home-Komponenten?

Markus Herbst: Nein, mir sind keine bekannt. Durch unsere Kooperation mit RWE beschreiten wir aber einen neuen Weg, auf dem sicher andere folgen werden, denn die Ausstattung von Häusern und Wohnungen mit intelligenten Komponenten hat klare Auswirkungen auf die Sicherheit. Die ganze Versicherungsbranche beobachtet das sehr intensiv.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit RWE denn konkret aus?

Markus Herbst: Gestartet haben wir das Projekt mit einer Vertriebskooperation. Wir haben mit RWE gemeinsam ein Sicherheits-Starterpaket definiert, das unter anderem einen Rauchmelder und einen Bewegungssensor enthält, um den Kunden im Brandfall und bei unerwünschten Eindringlingen zu informieren. Neu auf der IFA vorgestellt haben wir eine Kombination aus Gerätesteuerung und Wohngebäudeversicherung, die Wasserschäden mindert und für eine schnelle Hilfe im Schadenfall sorgt.

Was verbirgt sich dahinter genau?

Markus Herbst: Unsere Kunden können ein intelligentes Steuerungsgerät der SYR Hans Sasserath GmbH & Co. KG in ihr Haus einbauen lassen. Tritt unkontrolliert Wasser aus, stoppt das System automatisch die Wasserzufuhr– und informiert sofort sowohl die Bewohner als auch uns. Derzeit befinden wir uns hierzu im Testfeld. Nächstes Jahr planen wir, diese Lösung flächendeckend in Deutschland anzubieten. Interessierte Kunden können sich dann an unsere Vertriebspartner wenden.

Kommt diese Entwicklung auch Kunden zugute, die schon selbst Smart-Home-Komponenten in ihrer Wohnung installiert haben?

Markus Herbst: Um ein Paket schnüren zu können, muss das System gewissen Standards genügen; vorläufig wird die Voraussetzung deshalb der Kauf des Smart-Home-Systems über unseren Vertrieb sein. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich der Versicherungsmarkt durch die Verbreitung von Smart-Home-Komponenten massiv verändern wird. Langfristig ist mit Versicherungsangeboten zu rechnen, die den Einsatz von Rauch- oder Bewegungsmeldern mit Fernzugriff berücksichtigen. Das Pilotprojekt mit RWE führen wir nicht zuletzt deshalb durch, um in diesem Bereich Erfahrungen zu sammeln.

Werden gewisse Versicherungen dann langfristig nur noch für Smart Homes angeboten?

Markus Herbst: Bis es so weit kommen könnte, werden sicher noch einige Jahre vergehen. Aber natürlich werden sich Komponenten, die zusätzliche Sicherheit bieten und so einen Einfluss auf das Schadensrisiko haben, auf die Versicherungstarife auswirken. Wie der Kunde selbst, so wünschen ja auch wir uns, dass Schäden gar nicht erst auftreten. Unser Anliegen ist insgesamt die Sicherheit unserer Kunden. Dazu zählen beispielsweise auch die Möglichkeiten, die sich durch Smart-Home-Geräte für ältere Menschen eröffnen. Wird beispielsweise eine längere Inaktivität in einer Wohnung festgestellt, kann schnell festgestellt werden, ob hier Hilfe gebraucht wird – und das nicht nur bei Menschen, die ohnehin schon an ein Notrufsystem angebunden sind.

Thema Datensicherheit: Müssen Kunden damit rechnen, dass Versicherungen künftig Protokoll über ihren Lebenswandel führen?

Markus Herbst: Ein sehr wichtiges Thema, bei dem ebenfalls mit massiven Veränderungen zu rechnen ist. Persönlich glaube ich, dass Menschen ihre Daten dann preisgeben, wenn sie für sich einen persönlichen Nutzen klar erkennen können. Bietet ein Partner seinen Kunden echte Mehrwerte, zum Beispiel im Bereich der persönlichen Sicherung des Eigentums, wird das für viele Grund genug sein, gewisse Bereiche der Privatsphäre dafür preiszugeben, vorausgesetzt, der Partner ist vertrauenswürdig. Dafür sorgen wir mit hohen Sicherheitsstandards sowohl bei AXA als auch bei unserem Produktpartner RWE.

Nutzen Sie selbst schon Smart-Home-Geräte in Ihrer Wohnung? Wie sind Ihre Erfahrungen?

Markus Herbst: Ich selbst habe mir das System natürlich auch installiert und bin begeistert. Es ist leicht zu installieren und selbsterklärend in der Bedienung. Fasziniert bin ich vom Leckageschutz, mit dem ich neben dem sicheren Gefühl, dass das Haus nie voll Wasser läuft, auch Wasserverbrauch und Wasserqualität erkennen kann. Das hilft mir auch beim Sparen von Verbrauchskosten. Zudem liegen hier noch so viele Potenziale in weiteren Anwendungen – es macht Spaß, das auszuprobieren!

Vielen Dank für das Gespräch.

Andere Artikel mit Themen: RWE, Vernetzung, Sicherheit

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei MediaMarkt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück