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Title: Sicherheit
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Stromausfall im Smart Home – was nun?

Die vier größten Sorgen unserer heutigen, digitalen Gesellschaft lassen sich schnell ausmachen: kein Strom/kein Akku, kein WLAN, ein ganzer Systemausfall oder kein Netz. Doch was bedeuten diese vier „worst-case“ Szenarien für ein Smart Home?

©iStock.com/Gregory_DUBUS

©iStock.com/Gregory_DUBUS

An den Komfort des Smart Home kann man sich schnell gewöhnen. Vollautomatisch gehen die Lichter an sobald man den Raum betritt. Die Wohnung heizt sich auf Wunschtemperatur und per Sprachsteuerung fahren die Jalousien hoch. Doch was passiert, wenn „die vier Reiter der modernen Apokalypse“ eintreten?

 

© twitter.com @briansolis / Die größten Ängste unserer digitalen Gesellschaft.

Kein WLAN – Das Netzwerk zu Hause fällt aus

Ein Gewitter zieht auf, ein Donner, ein Blitz und nichts geht mehr. Am häufigsten trifft es bei Gewittern all jene Geräte, wo zwei Potentiale zusammenlaufen. So wie den Fernseher (Strom + TV Kabel) oder den Router (Strom + Telefonleitung). Was heißt das für das Smart Home, wenn der Router ausfällt?

Handelt es sich bei dem Smart Home System um ein cloudbasiertes System wie zum Beispiel die Qivicon Box, Homematic IP, das System von Gigaset oder Zipato, dann geht hier gar nichts mehr. Diese Systeme speichern die angelegten Regeln / Szenen auf einem Server im Internet ab. Teilweise werden auch die Zustände der Geräte oder Messwerte von Sensoren in der Cloud gespeichert.

© Zipato.com / Cloudbasiertes Smart Home System.

Systeme, die lokal arbeiten, wie zum Beispiel das Fibaro Home Center, WD-MyCloud, Homematic CCU2 oder Homee können ab dem Ausfall des Routers weder per App, noch via PC über dessen WebUI gesteuert werden. Jedoch funktionieren alle angelegten Regeln und Szenen weiterhin. So würde eine Lampe automatisch eingeschaltet werden, wenn Bewegung erkannt wurde – eine entsprechende Szene vorausgesetzt.

Sind Szenen jedoch von einem Cloud Sensor abhängig, wie zum Beispiel die Gartenbewässerung, welche nur aktiviert wird, wenn der Netatmo Regenmesser keinen Regen meldet, so funktionieren diese Szenen nicht zuverlässig. Nutzer des Homee Systems können selbst bei Ausfall des Routers auf die App Steuerung zurückgreifen. Hierzu ist lediglich ein „Netzwerkreset“ (durch Drücken der Resettaste mit einer Büroklammer) notwendig und der Homee eröffnet selbst ein WLAN Netzwerk im Hotspot Mode. Fernab von dem worst-case-Szenario „Routerausfall“ ist dies natürlich überall dort praktisch, wo man üblicherweise keinen eigenen Router installiert hat. Wie zum Beispiel in der Ferienwohnung oder in der Wohnung der Großmutter.

© Codeatelier.com / Homee System speichert Daten lokal.

System friert ein – Smart Home Hub fällt aus

In vielen Fällen ist hier Schluss mit dem Komfort – aber auch mit der erhöhten Sicherheit! Fällt das Smart Home Gateway aus, ist quasi das Gehirn des Smart Home tot – sofern man Geräte nicht direkt miteinander verknüpft hat, oder einen Alarmbroadcast eingestellt hat.

Bei vielen Systemen lassen sich Geräte direkt miteinander verknüpfen. So wie zum Beispiel der Lichtschalter mit der Lampe, oder der Fenstersensor mit dem Heizungsthermostat. Solche Direktverknüpfungen sind bei Homematic aber auch bei Z-Wave Geräten möglich – hier sogar herstellerübergreifend. In der Z-Wave Welt nennen sich diese Verknüpfungen „Assoziationen“.

© ZWave.de / Geräte direkt miteinander verknüpfen (assoziieren).

Ein weiterer Irrglaube ist, dass ohne der Smart Home Zentrale nichts mehr geht. Dem ist aber nicht so. Denn die meisten Geräte lassen sich dennoch weiterhin lokal bedienen. So kann man sicherlich lokal am Heizungsthermostat die gewünschte Solltemperatur einstellen, der Lichtschalter mit dem Unterputzmodul kann auf konventionelle Weise per Tastendruck bedient werden und der Rauchmelder piept natürlich auch ohne Verbindung zur Smart Home Zentrale bei Erkennung von Rauch oder gar Feuer.

© Screenshot Chris Bertko / Geräte via Smart Home Zentrale direkt miteinander verknüpfen.

Nur eben die erhöhte Sicherheit fällt aus. Wirklich? Jein: Das Versenden einer Pushmitteilung ist ohne die Smart Home Zentrale nicht mehr möglich, aber vordefinierte Aktionen wie das Öffnen von Jalousien oder das Einschalten von Lampen sind auch ohne Smart Home Zentrale im Alarmfall möglich.
Und zwar über sogenannte Alarm Broadcasts. Dabei sendet der Sensor – zum Beispiel der Rauch- oder Wassermelder einen Alarm an alle im Netzwerk erreichbaren Geräte. Wurde in deren Gerätekonfiguration zuvor ein Verhalten im Alarmfall definiert, so tut das Gerät nun genau dieses. So fahren Jalousien hoch, Lichter werden eingeschalten und Absperrschieber für Gas oder Wasser werden verschlossen.

© Fibaro / Rauchmelder können einen Alarmbroadcast senden.

Kein Akku Stromausfall im Smart Home

Ein Stromausfall im Smart Home vereint Szenario 1 und 2. Weder Router noch die Smart Home Zentrale arbeiten ohne Strom. Diesem Szenario lässt sich aber mit einer Online-USV vorbeugen. Das ist eine Art Batterie, welche dauerhaft die Geräte mit Strom speist, während diese geladen wird.

Im Falle eines Stromausfall übernimmt die USV die Spannungsversorung für die Dauer der Akkuleistung. Da viele Smart Home Sensoren batteriebetrieben sind, lässt sich so der Alarmbetrieb weiter aufrechterhalten. Auch sicherheitsrelevante Aktoren können bei einem Stromausfall weiter funktionieren, lies: Aeotec Innensirene mit Stützbatterie.

© Zipato / Zipato System kann um ein Backup Modul (Batterie) erweitert werden.

Kein Netz: Ausfall der DSL Leitung

Das kommt dem ersten Szenario sehr nahe. Fällt die Internetverbindung aus, haben cloudbasierte Systeme schlechte Karten. Alle anderen Systeme laufen problemlos weiter und sind, sofern man sich im heimischen WLAN befindet per Smartphone erreichbar. Wo echte Alarmanalgen einen redundante Meldeweg benötigen, können einige Smart Home Systeme auch mit einer Backup Verbindung aufgerüstet werden.

So bietet das Zipato System einen USB Dongle mit SIM Karten Slot an. Ist die erste Internetverbindung (standardmäßig das DSL über den Router) nicht erreichbar, so wird eine zweite Verbindung über GSM (Mobilfunk) aufgebaut. So kann das Zipato Smart Home System selbst bei Ausfall der Internetverbindung Meldungen via Pushmitteilung an die Benutzer absetzen.

Auch das Fibaro Home Center Lite hatte Ansteckmodule vorgesehen. So lassen sich an der Box Abdeckungen lösen, welche eine Steckverbindung zu Tage bringen. Leider hat der Hersteller Fibaro alle Bemühungen eingestellt, entsprechende Erweiterungen für GSM- oder Backup-Batteriemodule auf den Markt zu bringen.

Fazit

Die vier apokalyptischen Reiter der Moderne sind dem Smart Home nicht mal halb so gefährlich wie es auf den ersten Blick scheint. Stützt man sich nicht unbedingt auf ein Cloudsystem, so fallen im Bestfall nur die Komfortfunktionen weg.

Wenn man den Worst-Cases (wie etwa dem Stromausfall) vorbeugt, so bleiben selbst die Funktionen einer kleinen Alarmanlage bestehen.

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