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Title: Sicherheit
Lauschangriff auf Smart Home Lautsprecher

Was Smart Home Fans jetzt wissen müssen

Strafverfolgungsbehörden müssen bei ihrer Arbeit immer mehr digitale Spuren sichern. Derzeit wird über den Zugriff auf Daten aus Smart Homes diskutiert, die etwa von Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant oder Siri gesammelt werden. Darum geht es in der Diskussion.

©Amazon

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Smarte Lautsprecher wie Amazon Echo, Google Home oder Apple Homepod stehen bei Smart Home Fans hoch im Kurs. Jeder dritte Deutsche nutzt laut einer Postbank-Studie bereits die Sprachassistenten. Besonders beliebt sind Alexa, Google Assistant und Siri bei den Nutzern unter 40 Jahren, Sprachassistenten nutzt in dieser Altersgruppe rund jeder Zweite. Dass die Innenministerkonferenz derzeit überlegen soll, Ermittlern den Zugriff auf die gespeicherten Daten der smarten Sprachassistenten zu gewähren, verunsichert viele Nutzer. Das ist verständlich, stehen die Assistenten doch im Zentrum des Privatlebens, in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern. Das müssen Sie als Smart Home Fans darüber wissen.

©Philips/ Smart Home Lautsprecher stehen im Zentrum des Privatlebens.

Digitale Spurensicherung bei Ermittlungsbehörden

Doch was ist überhaupt passiert? In vorbereitenden Unterlagen der Mitte Juni stattfindenden Innenministerkonferenz in Kiel tauchten Passagen über die Sicherung digitaler Spuren aus dem Smart Home auf, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtete. Die vorliegende Beschlussvorlage beschreibt die immer größere Bedeutung digitaler Spuren bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen und terroristischen Bedrohungslagen. Daten von Smart Home Geräten, allen voran die Daten von Sprachassistenten, sammeln nach Auffassung der Innenminister wertvolle Daten für Ermittler. Bis zum Herbst solle eine Handlungsempfehlung erarbeitet werden.

©Google/ Sprachassistenten zeichnen jede Menge Daten auf, die für Ermittler interessant sein könnten.

Alexa-Lauschangriff zur Beweissicherung

Noch gibt es also weder einen gemeinsame Linie noch einen Beschluss oder gar ein Gesetz, aber es wird eben wohl schon diskutiert, wie man digitale Spuren aus dem Smart Home künftig als Beweismittel vor Gericht verwenden könnte. Die Idee ist wohl, nach einem richterlichen Beschluss auch die Daten aus Smart Homes abzapfen zu dürfen. Die Datenschutz-Diskussion rund um smarte Assistenten kriegt damit eine weitere Dimension, bisher ging es eher darum, welche Daten der Nutzer bei den Anbietern Amazon, Apple und Google landen. Jetzt wecken diese Daten auch Begehrlichkeiten bei Ordnungshütern.

Datenschützer und Opposition laufen Sturm

Was der Diskussion eine besondere Schärfe gab: Berichten zufolge sollen sich die Innenstaatssekretäre von Union und SPD sich schon im Vorfeld der Konferenz darüber verständigt haben, die Ideen zu unterstützen. Nach Bekanntwerden gab es aber eher allgemeines Zurückrudern aus allen politischen Lagern: FDP und Grüne distanzieren sich klar von den Plänen und lehnen den "Lauschangriff 4.0" ab. Auch Datenschützer sprachen sich sofort gegen die neuen Begehrlichkeiten aus. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) ruderte auch zurück und widersprach den Medienberichten komplett. Die Innenminister würden nicht prüfen, die Bürger über digitale Sprachassistenten und andere Smart-Home-Geräte abzuhören. Laut Pistorius solle vielmehr die Frage geklärt werden, wie die Polizei mit den immer größeren Datenmengen umgehen solle, etwa bei der Aufklärung von Verbrechen im Zusammenhang mit Kinderpornografie. Entscheidend dafür seien aber die Daten, die auf der jetzigen rechtlichen Grundlage bereits ausgewertet werden dürften.

©Apple/ Schon heute können Ermittler unter bestimmten Voraussetzungen Geräte hacken.

Experte äußert Unverständnis

Der Rechtsexperte Matthias Bäcker, Professor für Öffentliches Recht, Informationsrecht und Datenschutzrecht an der Universität Mainz, äußerete in einem Interview Unverständnis darüber, was man mit der Beschlussvorlage überhaupt bezweckt, schließlich dürften die Behörden unter bestimmten Voraussetzungen ohnehin schon Informationen von Alexa & Co. aber auch von Smartphones oder anderen technischen Informationssystemen auslesen. Für Wohnungsdurchsuchungen reicht schon heute nur der Verdacht einer beliebigen Straftat, für verdeckte Maßnahmen wie Telekommunikations-Überwachungen oder Online-Durchsuchungen muss es dann schon ein schwerwiegender Verdacht sein.

Alexa-Abhörpläne erstmal vom Tisch

Der Druck der Öffentlichkeit war scheinbar doch zu groß. Wie Boris Pistorius zum Abschluss der Innenministerkonferenz mitteilte, sind die umstrittenen Abhörpläne für Smart Homes vom Tisch. In einer Pressekonferenz teilte er mit, dass sich die Innenminister der Länder darauf geeinigt hätten, dass Daten von Alexa, Google Home oder auch von Smarte-TVs und cleveren Kühlschränken nicht als Beweismittel vor Gericht zugelassen werden sollen. Es bleibt also erstmal alles beim Alten für Besitzer von Smart Home Gadgets.

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