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Was man über (smarte) Rauchmelder wissen sollte

In den meisten Bundesländern sind sie längst Pflicht. Aber die Unsicherheit bei vielen Verbrauchern ist noch groß. Hier die wichtigsten Infos

Rauchmelder schützen vor einem Hausbrand.

iStock.com/aanton

Sie sind auf den ersten Blick nur unscheinbare, meist weiße Plastikdöschen, aber sie können Leben retten: Rauchwarnmelder. Seit gut zehn Jahren sieht man sie immer öfter an den Zimmerdecken deutscher Häuser und Wohnungen. Aber braucht man sie wirklich? Gibt es eine gesetzliche Regelung oder Einbaupflicht? Wer muss sie warten und wie? Antworten auf diese und viele andere Fragen folgen hier.

Sind sie wirklich sinnvoll?

„Wenn es brennt, dann rieche ich das doch“ – so argumentieren manche, die den Nutzen eines Rauchwarnmelders nicht einsehen wollen. Ein Irrtum, der tödliche Folgen haben kann: Denn wenn der Mensch schläft, schlafen auch viele seiner Sinne. Der Geruchssinn macht besonders in der Tiefschlafphase (oder auch REM-Phase) Pause, wie eine Untersuchung amerikanischer Wissenschaftler bewies.

Sollte man einen Wohnungsbrand dennoch bemerken, ist die Chance, sich schnell nach draußen zu retten, oft auch gering: Schon eine Lungenfüllung giftiger Gase kann tödlich sein. Darum sollte man nicht am falschen Ende sparen: Die Installation von Rauchwarnmeldern kostet nicht viel und lässt einen – im wahrsten Sinne des Wortes – ruhiger schlafen. 

In welchen Bundesländern sind Rauchwarnmelder Pflicht?

Da sie wirklich Leben retten können, sind Rauchwarnmelder mittlerweile fast überall in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Was Eigentümer, Vermieter und Mieter beachten müssen, wird in den jeweiligen Landesbauordnungen beschrieben. Diese unterscheiden sich je nach Bundesland, was die jeweiligen Rechte und Pflichten von Mietern und Vermietern angeht. 

Während in Berlin und Brandenburg bislang noch keine Pflicht eingeführt wurde, plant Sachsen mit der Einführung ab 2016. Alle anderen Bundesländer verfügen über eine Pflicht. Unter anderem waren Rheinland Pfalz, das Saarland und Thüringen die ersten, die eine Pflicht eingeführt haben –  diese existiert hier schon seit 2003 oder 2004. Weitere Bundesländer wie Hamburg, Hessen oder Sachsen-Anhalt zogen wenig später nach. Ab 2013 müssen auch Haushalte in Bundesländern wie Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen über Rauchwarnmelder verfügen.

Diese Pflichten und damit verbundene Nachrüstungs-Fristen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Falls es einmal brennt und man trotz der gesetzlichen Verpflichtung keine Rauchwarnmelder installiert hat, könnte die Wohngebäude- und Hausratversicherung unter Umständen die Zahlungen verweigern. Manche Policen schließen die Haftung aus, wenn gegen eine Landesbauordnung verstoßen wurde.

In welchen Räumen müssen Rauchwarnmelder installiert werden?

Der „Mindestschutz“ ist in der Norm DIN 14676 definiert: Auszustatten sind alle Schlaf- und Kinderzimmer. Außerdem sollte man Rauchmelder in allen Fluren, die als Rettungswege dienen können, installieren – auf jeder Etage mindestens einen, möglichst in der Mitte. Wichtig: Für Räume über 60 qm Fläche reicht ein Rauchwarnmelder nicht aus, hier müssen mehrere angebracht werden. Für einen optimalen und umfassenden Schutz kann man auch noch Dachboden und Keller mit Meldern versehen, vorgeschrieben ist dies aber nicht.

Wie müssen sie angebracht sein?

Dafür gibt es klare Regeln: Da Rauch nach oben steigt, müssen Rauchmelder an der Decke montiert werden. Ideale Position: in der Mitte des Raumes oder wenigstens 50 cm entfernt von der Wand. Jeder Rauchmelder muss waagerecht angebaut sein – auch bei Dachschrägen. Achtung bei Zugluft und in Räumen mit viel Dampf, Staub oder hoher Luftfeuchtigkeit: In Küche und Badezimmer gehören keine Rauchmelder – dort gibt es zu leicht Fehlalarme. Wer in der Freizeit tischlert und seinen Hobbyraum absichern will, kann dafür besonders geeignete Rauchmelder im Fachhandel erwerben. Tipp: Wer nicht in die Decke schrauben will oder darf – etwa weil die Wohnung eine schöne alte Stuckdecke hat –, sollte sich nach Meldern mit einer speziellen Magnethalterung erkundigen.

Wie oft müssen sie gewartet werden?

Eine Überprüfung der Funktion sollte mindestens einmal im Abstand von zwölf Monaten erfolgen. In vielen Bundesländern muss sich der Eigentümer darum kümmern, in anderen wird dem Mieter die Wartung übertragen.  

Woran erkennt man einen hochwertigen Rauchmelder?

Natürlich gibt es wie bei allen technischen Geräten Qualitätsunterschiede. Aber alle Rauchwarnmelder, die in Deutschland verkauft werden, müssen den strengen Kriterien der europäischen Norm „DIN EN 14604“ genügen und ein CE-Zeichen tragen. Die Norm schreibt unter anderem folgende Mindestkriterien vor:

Der Alarmton muss einen Schalldruckpegel von mindestens 85 dB(A) erzeugen – das ist wirklich sehr laut: In etwa so, als stünde man 10 Meter entfernt von einer Hauptverkehrsstraße. Ein Warnsignal muss mindestens 30 Tage vor der Entladung der Batterie wiederkehrend darauf hinweisen, dass ein Austausch fällig wird. Der Melder muss eine Funktionsüberprüfung ermöglichen (mittels Prüftaste). Rauch muss von allen Seiten in die Messkammer des Melders eindringen können. Die Einlassöffnungen dürfen nicht größer als 1,3 mm sein, damit Insekten und Staub die Funktion nicht beeinträchtigen können.

Die Geräte müssen außerdem gut erkennbar und dauerhaft gekennzeichnet sein mit:

  • Aufdruck DIN EN 14604 Herstellername (oder Logo) und Adresse
  • Herstellungsdatum oder Fertigungsnummer
  • vom Hersteller empfohlenem Datum für einen Austausch (bei Einhaltung der regelmäßigen Wartung)
  • Hinweisen zum Austausch der Batterie sowie Art/Anzahl der empfohlenen Batterien
  • Hinweis für den Benutzer: „Nach jedem Batteriewechsel ist der ordnungsgemäße Betrieb des Rauchwarnmelders unter Anwendung der Prüfeinrichtung zu prüfen.“
  • Anleitung mit Infos über Anweisungen für Standortwahl, Montage und Wartung CE-Kennzeichnung und Nummer des EG-Konformitätszertifikates


Worauf müssen Raucher achten? Schlagen die Geräte nicht bei jeder Zigarette Alarm?

Laut dem „Forum Brandrauchprävention“ löst Zigarettenrauch „bei qualitativ hochwertigen Rauchmeldern keinen Alarm aus, solange die Zigarette nicht direkt unter den Rauchmelder gehalten wird.“ Soviel zur Theorie. Bei einer lustigen Poker-, Fußball- oder anderen Runde, in der eine ganze Gruppe genussvoll qualmt, kann dies erfahrungsgemäß doch mal passieren. Für solche Fälle ist es ratsam, einen Besenstiel bereitzuhalten, um den Melder rasch auszuschalten. Und vielleicht einmal mehr durchzulüften als gewohnt.  

Gibt es auch „smarte“ Rauchmelder?

Aber selbstverständlich! Die einfachste Form smarter Rauchwarnmelder sind so genannte Funkmelder, also Rauchmelder, die per Funk miteinander kommunizieren. Sie können die Sicherheit vor allem in großen Wohnungen oder Häusern mit vielen Räumen deutlich erhöhen: Reagiert einer der Melder auf Brandrauch, sendet er die Information automatisch an alle per Funk verbundenen Geräte im Haus und löst in allen Räumen gleichzeitig Alarm aus. 

Einige Rauchmelder kommunizieren auch mit Smart-Home-Systemen und sind quasi echter Bestandteil des intelligenten Zuhauses. Qivicon ist da nur ein Beispiel.

Aus den USA kommen neue Kombi-Geräte, die noch mehr Funktionen bieten als „nur“ den Rauchalarm. Ein Beispiel: Das eher unspektakulär wirkende Döschen „Smart Alert“ des Herstellers Leeo. Es soll auch die Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, und das geruchlose Kohlenmonoxid erkennen. Tolle Idee: Koppelt man das Gerät mit einer Smartphone-App, schlägt Leeo beim Nutzer Alarm, auch wenn er gerade nicht im Haus ist – oder vielleicht beim Nachbarn, wenn man selbst im Urlaub ist.

Eine andere US-Firma mit spannenden Ideen ist NestLabs: Deren Brandmelder NestProtect kann sogar die Rauchquelle lokalisieren und mittels einer Sprachmeldung darauf hinweisen. Zudem haben die per WLAN vernetzten Geräte Bewegungsmelder und „wissen“, wo alle Bewohner sich gerade befinden. So lassen sich auch Licht, Heizung und Jalousien abhängig von den Bewegungen der Bewohner steuern. Aber das ist für manchen vielleicht schon ein bisschen zu viel der Überwachung. 

Fazit

Rauchwarnmelder können Leben retten. In immer mehr Bundesländern sind sie bereits vorgeschrieben. Sie müssen strengen Qualitätsstandards genügen. Mittlerweile gibt es auch spezielle Warnmelder für Raucher und smarte Geräte, die z.B. per Funk miteinander vernetzt sind.

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