Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Einbruchschutz Teil 2

Wir müssen draußen bleiben – grundlegender Schutz

Wenn es dunkel wird, machen Einbrecher Überstunden. Mit einfachen Vorkehrungen kann man sich bereits gut schützen.

Polizist und Frau suchen spuren an einem Fenster

iStock.com/kzenon

Der erste Teil dieser Serie zeigte, dass zwar die Zahl der Einbrüche in Deutschland steigt, jedoch scheitern auch immer mehr Einbrecher bei ihren verbrecherischen Bemühungen. Die Zahl der Fehlversuche lag 2014 bei 41,4 Prozent (im Vergleich zu 40,2 Prozent im Vorjahr). Wahrscheinlich ist diese positive Entwicklung eine Folge der verbesserten Maßnahmen zur Vorbeugung sowie von Aufklärungs- und Informationskampagnen der Polizei. Auch die erhöhte Wachsamkeit der Bürger hat sicher einen Anteil daran. In diesem Teil der Serie geht es darum, wie man sein Haus oder seine Wohnung mit herkömmlichen, technischen Mitteln sichert und Diebe durch richtiges Verhalten abschreckt.

Die Zehn-Sekunden-Regel für Einbrecher

Wer beim Begriff „Einbrecher“ gleich an Hollywood-Kracher wie „Ocean's Eleven“ oder alte Kinoklassiker wie den „Rosaroten Panther“ denkt, sei beruhigt: So professionell und bis ins letzte Detail durchkalkuliert wie diese Superschurken agieren nur wenige Diebe. Die kriminologischen Analysen der Studie „Wohnungseinbruch: Tat und Folgen“ (2014) zeigen, dass viele Einbrecher Gelegenheitstäter sind. Ein Fenster ist nur angelehnt, eine Tür nur zugezogen, aber nicht verriegelt? Wenn ihnen so etwas auffällt, versuchen sie, ohne große Vorbereitung, auf gut Glück einzudringen. Und auch das fanden Analysten heraus: Wenn die Tür oder das Fenster nicht nach zehn Sekunden bezwungen ist, geben die Gauner auf oder versuchen es woanders. Nicht umsonst heißt es: „Gelegenheit macht Diebe“. Also sollten sie diese gar nicht erst bekommen. 

Tipps für Hausbauer und Nachrüster

Wer neu baut oder eine bestehende Immobilie saniert beziehungsweise modernisiert, sollte darauf achten, Fenster und Türen einzubauen, die nach der Norm DIN-EN 1627 der Resistance Class 2 (zu Deutsch: Widerstandsklasse 2) entsprechen. Komponenten dieser Klasse zeichnen sich dadurch aus, dass sie Aufhebelversuchen mit einem Schraubendreher – dem tatsächlich meist genutzten Einbruchswerkzeug – widerstehen.

Weitere Infos zu dieser Sicherheitsklasse und zu Herstellern sowie Lieferanten liefern in der Regel die Landeskriminalämter auf ihren Webseiten. Alte Fenster lassen sich aber auch nachträglich sicherer machen, indem man sie mit sogenannten Pilzzapfenbeschlägen versieht, am besten in Verbindung mit einem per Schlüssel verriegelbaren Fenstergriff. Allein ein abschließbarer Fenstergriff reicht jedoch nicht. Zu schützen sind das Erd- und Kellergeschoss sowie die erste Etage, wenn sie leicht zu erreichen ist, zum Beispiel über ein Garagendach.

Mit so genannten Querriegelschlössern können Wohnungs- und Haustüren sowie Kellertüren nachträglich gesichert werden. Sie sind nicht übermäßig teuer, sollten aber vom Fachmann installiert werden. Diese Fachleute haben übrigens eine einfache Regel: Mechanik vor Elektronik! Das heißt nicht, dass eine Alarmanlage sinnlos wäre, sie sollte aber absolut zuverlässig sein. Eine Anlage, die bei Vernetzung mit einem Wachdienst durch Fehlalarm die Polizei bestellt, kann ungewollte Kosten verursachen. Man unterscheidet hier zwischen der Fallenüberwachung, die einen Alarm erst dann auslöst, wenn Einbrecher bereits eingedrungen sind, und der Außenhautüberwachung, die schon vor dem Eindringen Alarm schlägt. Ausführliche Informationen über die eingesetzten Technologien und eine Checkliste finden sich beispielsweise auf der Webseite der Initiative „K-Einbruch“.

Uhren, Schmuck und Dokumente: So werden Wertsachen geschützt

Wer edlen Schmuck, teure Uhren, Goldbarren oder wertvolle Dokumente im Haus herumliegen lässt, handelt fahrlässig. Ein Safe ist hier das Maß der Dinge. Er sollte nach Möglichkeit versteckt eingebaut und verankert werden.

Für alle Fälle – und um im Schadensfall gegenüber der Versicherung exakte Auskunft erteilen zu können – empfiehlt die Polizei das detaillierte Katalogisieren der Wertsachen, am besten mit Fotos. Dafür steht im Internet eine nützliche Listenvorlage zur Verfügung.

Keiner da? Das sollten Diebe möglichst gar nicht erst bemerken

Mit einigen einfachen Verhaltenstipps lassen sich Einbrecher zusätzlich fernhalten:

  • Haustür abschließen, auch wenn Haus oder Wohnung nur kurz leer stehen. In Absprache kann dies auch problemlos in einem Mietshaus umgesetzt werden.
  • Balkon- oder Terrassentüren nicht offen und Fenster nicht auf Kipp stehen lassen.
  • Schlüssel nicht unter der Fußmatte oder im Briefkasten verstecken.
  • Schlüssel verloren? Dann sollten die Schlösser ausgetauscht werden.
  • Im Urlaub sollte das Haus bewohnt aussehen. Nachbarn oder Freunde können helfen, indem sie sich um die Post kümmern, Rollläden herauf- und herunterfahren. Noch einfacher: Das Smart Home erledigt dies alles automatisch für seine Bewohner.
  • Leuchten in der Wohnung über Zeitschaltuhren oder smarte Programmierung ein- und ausschalten.
  • „Wir sind im Urlaub“-Nachrichten auf dem Anrufbeantworter oder bei Facebook und Co. sollten tabu sein. 
  • Das Haus hat eine Gegensprechanlage, wird mit einer IP-Kamera überwacht oder die Tür ist mit einem Spion ausgestattet? Dann sollte man das auch nutzen, wenn es klingelt. 

Fazit

Viel hilft viel – das gilt auch bei herkömmlichen Maßnahmen zum Einbruchschutz. Vorausgesetzt, man setzt sie auch an den richtigen Stellen ein und überlässt die Montage im Zweifelsfall dem Fachmann. Genauso wichtig kann aber auch das persönliche Verhalten sein: Teure Riegelschlösser und Alarmanlagen nützen herzlich wenig, wenn man sie nicht aktiviert. Welche smarten Systeme zusätzlich Sicherheit versprechen, steht in Teil drei dieser Serie.

Andere Artikel mit Themen: Sicherheit, Einbruch, Haustür

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei MediaMarkt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück