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Title: Sicherheit
Avira SafeThings WLAN-Router

WLAN-Router für mehr Smart Home Sicherheit

Es tut sich was bei der Smart Home Sicherheit. Avira SafeThings will WLAN-Router fit für smarte Gadgets machen. Eingebaute Automatiken sollen Nutzern dabei Arbeit abnehmen.

© Avira / Sicherheitsbedenken sind die große Bremse im Smart Home.

© Avira / Sicherheitsbedenken sind die große Bremse im Smart Home.

Das Smart Home ist wegen seiner vielen Vorteile immer noch auf dem aufsteigenden Ast. Bis 2020 erwarten Analysten von Gartner rund 12 Milliarden smarte Geräte in den Haushalten. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Smart Home Haushalte stetig. Doch Sicherheitsbedenken bremsen viele potenzielle Nutzer von Smart Home Gadgets. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass der Innovationsdruck im Smart Home und fehlende Standards dazu führen, dass einige Hersteller das Thema Sicherheit nicht so ernst nehmen. Der Sicherheitsanbieter Avira will etwas dagegen unternehmen und hat mit SafeThings eine Plattform zum Schutz von Smart Homes vorgestellt. Die soll in den WLAN-Router integriert werden.

© Avira / Sicherheitsprobleme im Smart Home betreffen Alltagsgeräte in Küchen und Wohnzimmern.

Sicherheitsprobleme im Smart Home

Doch was liegt bei der Sicherheit von Smart Home Gadgets im Argen? Viel, wie es scheint. In vielen Fällen braucht man weder tiefere Kenntnisse noch Hacking-Tools, Forscher der israelischen Ben-Gurion Universität haben herausgefunden, dass man mit einfachen Google-Suchen schon viel erreicht. Egal, ob es darum geht, eine smartes Babyphone, eine Überwachungskamera oder ein Thermostat zu hacken, viele Geräte kommen mit Standard-Passwörtern, die die Nutzer nicht anpassen können oder müssen. Diese lassen sich per Google-Suche innerhalb von Sekunden aufspüren. Dazu kommen die üblichen Sicherheitslücken bei technischen Geräten, etwa in der eingesetzten Verschlüsselung oder in Netzwerkprotokollen. Die könnte man zwar durch Updates theoretisch schließen, in der Praxis ist dafür aber oft kein Budget bei den Herstellern eingeplant. Die Folge sind einfache Angriffe auf smarte Geräte, etwa zu Spionage-Zwecken oder um die Geräte zu Botnetzen zusammenzuschließen, wie es Mirai 2016 mit zehntausenden infizierten Geräten vorgemacht hat. Jüngst hat sich auch Interpol zu den Gefahren des Internet of Things geäußert und eine explizite Warnung für Verbraucher ausgesprochen. Nutzer sollten Standard-Passwörter ändern, Firmware-Updates einspielen und sämtliche Zugriffsmöglichkeiten von außen abschalten.

© Avira / Noch gibt es keine konkreten Produkte, aber noch in diesem Jahr will Avira seinen WLAN-Router auf den Markt bringen.

Mehr als kostenlose Virenscanner

Was Interpol nicht verrät, ist, wie man die vorgeschlagenen Maßnahmen im konkreten Fall umsetzt. Genau das ist das große Problem, vor allem weil Smart Home Gadgets nicht nur Technikfans als Zielgruppe haben. Die Sicherheitsfirma Avira wählt deshalb einen anderen Schutzansatz mit wesentlich mehr Automatiken, die den Handlungsdruck vom Nutzer nehmen soll. Avira ist vielen Nutzern als Hersteller von Virenscannern ein Begriff. Vor allem der kostenlose Virenschutz hat Millionen Nutzer. Jetzt weitet Avira seinen Schutz von Computern, Tablets und Smartphones aus auf Smart Home Geräte. Avira SafeThings will das Smart Home vor ungewolltem Datenverkehr schützen und die Privatsphäre von Nutzern stärken. Avira plant für SafeThings verschiedene Vertriebsstrukturen. Auf der einen Seite richtet man sich an Router-Hersteller und Internet-Provider, die die Sicherheitslösung in ihre Produkte integrieren sollen. Alternativ sollen aber Heimanwender Avira SafeThings auch als Komplettpaket direkt erwerben können.

© Avira / Die Architektur von Avira SafeThings sieht kompliziert aus, vor dem Nutzer soll das aber verborgen werden.

Technik im Detail

Technisch gesehen besteht Avira SafeThings aus zwei Teilen: Einer kleinen Software, die in den WLAN-Router integriert wird, der im Smart Home steht und einer Cloud-Komponente, die im Hintergrund die eigentliche Arbeit macht. Dazwischen steht eine verschlüsselte Verbindung zur Kommunikation. Grundsätzlich macht es Sinn, beim Schutz des Smart Home beim WLAN-Router anzusetzen, schließlich läuft der komplette Datenverkehr über den Router. Avira gibt an, SafeThings als sogenannten Platform as a Service zu realisieren. Es soll also möglich sein, den Smart-Home-Schutz nachträglich auf bestehende Router zu installieren. Die Cloud-Plattform soll mit Künstlicher Intelligenz arbeiten und eine verhaltensbasierte Gefahrenerkennung bieten. Machine Learning und dynamisches Lernen sollen automatisch die vernetzten Geräte erkennen, ohne dass Nutzer diese aufwändig konfigurieren müssen. Für jedes Smart Home Gerät wird ein Profil erstellt, welches ein für die Gerätekategorie normales Verhalten festlegt. Unnatürliche Datenbewegungen sollen dadurch sofort erkannt werden. Damit die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen das heimische WLAN nicht bremsen, analysiert SafeThings nur die Paket-Header. Die Vernetzung über die Avira Cloud setzt zudem auf Crowdsourcing, indem neue Bedrohungen, die auf anderen Routern erkannt wurden, im eigenen Heimnetzwerk ebenfalls als Gefahr gelistet werden. Klingt kompliziert, für Nutzer soll es aber eine einfache Oberfläche geben, mit der sich vom Smartphone oder Computer aus alle Aktivitäten im heimischen Netzwerk unkompliziert nachvollziehen lassen.

© F-Secure / F-Secure hat schon einen sicheren WLAN-Router im Angebot.

Avira SafeThings WLAN-Router soll noch 2018 kommen

Avira will seinen SafeThings WLAN-Router noch 2018 auf den Markt bringen. Er ist sowohl für private Smart Home Nutzer als auch für professionelle Anwender konzipiert. Preis und andere Ausstattungsmerkmale sind noch nicht bekannt. Andere Anbieter verfolgen ähnliche Ideen: So gibt es von F-Secure den Sense-Router, D-Link arbeitet beim Thema Smart-Home-Sicherheit neuerdings mit McAfee zusammen.

Fazit

Die Sicherheit für ein Smart Home ist im WLAN-Router gut aufgehoben. Die große Herausforderung dürfte sein, die vielen verschiedenen Geräte automatisch abzusichern, ohne dass Nutzer viel Zeit und Wissen investieren müssen. Die Ideen von Avira hören sich gut an, gespannt darf man sein, wie sie in der Praxis umgesetzt werden. So oder so, es müssen neue Lösungen für mehr Sicherheit im Smart Home her.

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