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Smart Home

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Title: Sicherheit
Smart Home Guide für Kinder

Worauf Eltern bei Alexa & Co. achten sollten

Ein Smart Home soll das Zuhause komfortabler und sicherer machen. Hört sich gut an, auch für Familien mit Kindern. Aber was müssen Eltern beachten? Dürfen Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant bedenkenlos die Kinderzimmer erobern und muss zum nächsten Geburtstag unbedingt smartes Spielzeug her? Der Smart Home Guide für Kinder gibt Orientierung.

©iStock.com/AndreyPopov

©iStock.com/AndreyPopov

Im Smart Home ist es immer sonnig und aufgeräumt, zumindest in der Werbung der Anbieter. Auch die dort präsentierten Familien haben stets Spaß, die Eltern wirken zufrieden und die Kinder grinsen. Spätestens an dieser Stelle sollten Verbraucher merken, Werbung und das echte Leben gehen doch recht oft getrennte Wege. Man muss sich das Thema Smart Home nicht selbst madig machen, aber zu bekannten Vorteilen gesellen sich auch Sicherheitsrisiken, die man kennen sollte. Was zum Beispiel beim Thema Smart Home oft unter den Tisch fällt, ist die Rolle der Kinder. Die kriegen von ihren Eltern das Thema Smart Home mehr oder weniger aufgedrückt. Doch welche Risiken bergen Smart Homes für Kinder und was müssen Eltern in dem Zusammenhang beachten?

© Jörg Geiger / Bei Geräten für die Innenraumüberwachung muss man besonders sorgfältig vorgehen.

Risiko 1: Sicherheitslücken

Wenn alles mit allem vernetzt ist und alles von überall gesteuert werden kann, erhöht sich die Gefahr durch Sicherheitslücken. Hacker könnten zum Beispiel versuchen, auf installierte Überwachungskameras zuzugreifen. Hat man eine davon im Kinderzimmer stehen, könnten Fremde von irgendwo auf der Welt den eigenen Nachwuchs an seinem privatesten Rückzugsort beobachten, eine Horrorvorstellung.

Was Eltern tun können: Beim Einsatz von Geräten mit Kameras oder Mikrofonen ist Vorsicht geboten. In Schlafräumen haben sie nichts zu suchen, hier überwiegen in den meisten Fällen die Risiken die Vorteile klar. Wer unbedingt die Innenräume überwachen will, kann das auch mit einer Kamera im Flur tun, die den Eingang im Auge behält. Doch auch dort gilt: Kameras von Markenherstellern, die regelmäßig Sicherheits-Updates bereitstellen, sind die bessere Wahl. Sichere Passwörter sind außerdem Pflicht und man sollte sich überlegen, ob man nicht die in vielen Produkten steckende Cloud-Anbindung einsparen kann und stattdessen auf lokale Speicherkarten für die Videoaufzeichnung setzt, um die Privatsphäre so gut es geht zu schützen.

©Amazon/ Spezielle Echo-Lautsprecher sollen den Sprachassistenten ins Kinderzimmer bringen.

Risiko 2: Datenschutz

Den Komfort im Smart Home erkaufen wir uns in vielen Fällen durch Preisgabe privater Daten. Beispiel Sprachassistenten: Alexa & Co. horchen auf ihr Stichwort und zeichnen danach Sprachbefehle auf. Dass diese Daten teilweise personalisiert und ungewöhnlich lange aufgehoben werden, haben wir in einem eigenen Artikel genauer beleuchtet. Wenn Kinder Sprachassistenten benutzen, fallen natürlich die gleichen Datenschutzprobleme an, nur der Nachwuchs weiß davon in der Regel nichts.

Was Eltern tun können: Einen Dreijährigen über den Datenschutz von Alexa-Geräten aufzuklären, führt wohl nicht ans Ziel. Es liegt also im Entscheidungsbereich der Eltern, dem Nachwuchs die Nutzung des Sprachassistenten zu erlauben. Damit man das guten Gewissens machen kann, sollten Eltern aber die Datenschutzrisiken kennen und sich informieren. In den Einstellungen gilt es so restriktive Festlegungen wie möglich zu treffen und gespeicherte Daten kann man auch manuell löschen. Wenn Kinder schon Sprachassistenten nutzen dürfen, dann am besten unter elterlicher Kontrolle. Das gelingt am einfachsten, wenn die smarten Lautsprecher nicht ins Kinderzimmer dürfen. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei Alexa und Google Asssistant eine Stimmerkennung einzurichten. Eltern können dann auf Zuruf mit den Assistenten kommunizieren, Kinder nicht.

Risiko 3: Nicht kindgerechte Angebote

Das Smart Home macht viele Dinge einfacher, auch für Kinder. Wollte man früher heimlich ein Video gucken, musste man noch auf die zweite Etage des Wohnzimmerschranks klettern, um die TV-Fernbedienung zu finden, den Fernseher einschalten, den Video-Rekorder einschalten, das passende Video einlegen, den entsprechenden Eingang am Fernseher auswählen und das Video starten. Heute reicht ein "Alexa, starte Netflix" um sich aus dem breiten Filmangebot des Streaming-Dienstes zu bedienen. Was man dabei nicht vergessen sollte: Nicht alle Inhalte, die man so leicht starten kann, sind auch für Kinder geeignet.

Was Eltern tun können: Die Standardkonfiguration geht zwar am schnellsten, es lohnt sich aber, sich mit den Möglichkeiten zu beschäftigen und beispielsweise Schutzeinstellungen wie eine Kindersicherung zu aktivieren. Bei Netflix beispielsweise gibt es eine Jungendschutz-PIN, die Erwachseneninhalte für Kinder abschirmt. Eltern müssen beachten, dass Kinder äußerst kreativ sind im Suchen von Lösungswegen. Man sollte das Smart Home also in vielerlei Hinsicht geeignet absichern.

©tado/ Die Anbieter von smarten Geräten bieten teilweise auch Kindersicherungen an.

Risiko 4: Fehlbedienung

Schnell noch ein paar Artikel auf die Einkaufsliste gesetzt oder beim Online-Kaufhaus gleich per Sprachbefehl bestellt – was Eltern können, können auch Kinder. Doch wenn die Kids 20 Puppenhäuser bei Amazon ordern, hört der Spaß schnell auf. Auch in anderen Bereichen kann Fehlbedienung nervige Folgen haben, etwa, wenn der Nachwuchs testet, wie hoch sich das smarte Heizkörperthermostat einstellen lässt und die Wohnung zur Sauna wird.

Was Eltern tun können: Auch hier helfen Schutzfunktionen wie Bestätigungs-Codes für Einkäufe, Benachrichtigungen oder Kindersicherungen. Noch sicherer ist es, bestimmte Funktionen zu deaktivieren, etwa Einkäufe per Sprachassistent. Auch radikale Maßnahmen sind eine Option: Sollte sich ein Smart Home Gerät gar nicht ins Familienleben einfügen wollen, muss man sich auch nicht unnötig damit rumplagen. Dann ist an dieser einen Stelle das Zuhause vielleicht ohne Smart Home cleverer.

Risiko 5: Technik-Fehler

Wer mit Smart Home Gadgets spielt, der merkt schnell, dass die Technik dort nicht perfekt ist. Software-Fehler in Gadgets können unerwünschte Nebenwirkungen haben und wenn das heimische WLAN zwickt, wird das Smart Home schnell zum Nerv-Home. Geht das Licht nicht an, fällt im Winter die Heizung aus oder öffnet das Smart Lock die Tür nicht, sind das auch für Kinder unangenehme Erfahrungen.

Was Eltern tun können: Eltern müssen auch hier Vorbild sein und mit ihren Kindern zusammen die Smart Home Technik gemeinsam erfahren. So wie man dem Kind zeigen muss, wie sich die Wohnungstür mit dem Schlüssel aufsperren lässt, genauso übt man die Bedienung eines Smart Locks. Außerdem bespricht man einen Notfallplan, also was zu tun ist, wenn man ausgesperrt ist oder wenn das Licht nicht angeht.

©Sony/ Geräte im Smart Home erleichtern die Mediennutzung; Eltern müssen mit ihren Kindern trotzdem Regeln vereinbaren.

Risiko 6: Übersteigerte Mediennutzung

Schon lange vor dem Smart Home mussten sich Eltern und Kinder mit dem Thema Mediennutzung auseinandersetzen. Das betrifft TV, Internet, Spiele oder die Smartphone-Nutzung allgemein. Im Smart Home kann es passieren, dass die Mediennutzung noch einmal zunimmt, weil der Zugriff auf entsprechende Inhalte oft noch einen Tick einfacher klappt. Da wird dann das Lieblingshörspiel noch fünf Mal gestartet oder per Zuruf der Fernseher eingeschaltet.

Was Eltern tun können: Eltern müssen sich heute unbedingt damit auseinandersetzen, was ihre Kinder an Medieninhalten konsumieren, das ist unabhängig vom Smart Home. Regeln dafür sind wichtig und man sollte die Einhaltung auch überprüfen. Die Initiative "Schau Hin", hinter der unter anderem das Bundesfamilienministerium steht, gibt Richtwerte an. Die tägliche Mediennutzung sollte bei Kindern bis 5 Jahren eine halbe Stunde nicht überschreiten. Schulkinder bis zum 10. Lebensjahr sollten pro Tag nicht mehr als eine Stunde Medien nutzen. Bei älteren Kindern sollte die Medienzeit frei über die Woche verteilt sein. Faustregel: Eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche. Wichtig: Diese Zeiten gelten quer über alle Geräte, sprich für TV, Computer, Tablet, Smartphone. Was helfen kann: Kinderschutz-Software am Computer für die zeitliche Nutzungsbegrenzung, auch viele Apps können das.

Risiko 7: Vermenschlichung von Technik

Erwachsene wissen, dass im smarten Lautsprecher keine kleine Person sitzt, die Fragen beantwortet. Für Kinder sind Alexa oder Google Assistant aber nur schwer von realen Personen zu unterscheiden. Der Umgang mit Smart Home Technik ist dagegen für Kinder nach wenigen Augenblicken klar. Doch wie geht man damit um, wenn Kinder traurig sind, wenn Alexa nicht antwortet oder die Sprachassistenten mit derben Schimpfworten tracktiert werden?

Was Eltern tun können: Den Kindern so früh wie möglich mit einfachen Worten erklären, dass Alexa & Co. keine real existierenden Personen sind. Das muss nicht in technischer Tiefe geschehen, aber das Prinzip von einem Programm, das Aufgaben ausführt und mit einer künstlichen Stimme antwortet, ist ein erster Ansatz. Gleichzeitig muss es auch hier Regeln geben: Beschimpfungen muss sich auch Alexa nicht gefallen lassen, im Gegenteil, man kann an den Sprachassistenten auch Höflichkeiten trainieren. Doch es muss andererseits klar sein, dass es einen Unterschied gibt zwischen Menschen und Technik.

Risiko 8: Smartes Spielzeug

Nicht nur das Zuhause wird smart, auch bei Spielzeug gibt es einen Trend zu smarten Spielsachen. Doch dabei stechen vor allem negative Fälle heraus, etwa Roboter, die unverschlüsselt mit Apps kommunizieren oder Puppen, die Kinder ausspionieren.

Was Eltern tun können: Wie bei Smart Home Gadgets gilt auch bei Technik-Spielzeug, dass man sich genau damit befassen sollte, was das smarte Zubehör macht. Welche Daten werden übertragen, wie werden sie gespeichert, welche Sicherheitsmechanismen gibt es? Haben Spielzeuganbieter diese Infos für Eltern nicht gut verständlich aufbereitet parat, lässt man am besten die Finger davon. Stellt man bei der Einrichtung fest, dass wichtige Sicherheitsmechanismen fehlen, sollte man die Produkte zurückgeben.

©Garmin/ Fitness-Armbänder sind eher Motivations-Gadgets für Erwachsene.

Risiko 9: Eltern tracken Kinder

Das Thema Datenschutz im Smart Home ist wichtig. Es gibt dabei aber nicht nur den Aspekt, dass die Anbieter Nutzer überwachen. Auch für Eltern gibt es umfangreiche Möglichkeiten, ihre Kinder mit smarter Technik zu überwachen. Das fängt schon mit Video-Babyphones an, die von überall aus per Internet zu erreichen sind. Auch der Schulweg lässt sich über das Smartphone oder mit zusätzlichen Gadgets überwachen und selbst Fitness-Tracker gibt es schon für Kinder.

Was Eltern tun können: Nur weil man heute umfangreiche Tracking-Möglichkeiten hat, muss man sie noch lange nicht in vollem Umfang nutzen. Trotzdem muss man die Technik nicht komplett verbannen, es kommt stark auf den Einzelfall an. Die Ortungsfunktion für verlorene Smartphones kann man auf Kinder-Handys aktivieren, denn wenn das Smartphone verloren geht, hat man so die Möglichkeit, es vielleicht doch noch aufzuspüren. Doch sporadisch einfach immer wieder die Handy-Ortung zu bemühen, geht zu weit. Auch manche Gadgets sind für Erwachsene eine gute Sache, für Kinder aber überflüssig. So kann ein Fitness-Armband durchaus ein Motivator sein, nach dem Büro noch eine Runde Sport zu machen. Bei Kindern sollte aber der natürliche Bewegungsdrang noch ausreichen.

Fazit

Die wohl wichtigste Regel lautet: nur weil man heute so ziemlich alles miteinander vernetzen kann, muss man es noch lange nicht tun. Das ist auch kein Widerspruch zum Smart Home, eher ein Appell gegen blindes Verbauen in Technik und Anbieter. Die Grundlage, damit das Smart Home nicht mit den Bedürfnissen von Kindern kollidiert, ist eine hohe Sorgfalt der Eltern bei den Themen Absicherung und Datenschutz. Schon beim Kauf von Gadgets sollten Eltern das Thema Sicherheit bedenken, Updates regelmäßig einspielen und sichere Passwörter verwenden. Auch beim Datenschutz muss man selbst Arbeit investieren, weil es einem viele Anbieter schwer machen zu erfahren, was mit den Nutzungsdaten passiert. Hat man nachgeforscht, dann erledigen sich viele Gadgets für Kinder von selbst. Geräte mit Kameras und Mikrofon gehören nicht ins Kinderzimmer.

Eltern sollten außerdem dafür sorgen, dass der Komfort des Smart Homes nicht dazu führt, dass Kinder Zugang zu nicht altersgerechten Medien erhalten. Neben Gesprächen mit den Kindern sollten auch technische Hilfsmittel wie Kindersicherungen eingesetzt werden. Die können in vielen Fällen auch Bedienfehler minimieren. Wichtig auch: Eltern sollten offen mit Technikfehlern umgehen, mit Kindern die Bedienung von Smart Home Gadgets üben und für den Notfall Tipps geben.

Auch bei Technikspielzeug oder speziell für Kindern gemachten Smart Devices ist nicht gesagt, dass die Anbieter mehr Sorgfalt walten lassen. Auch hier sollten Eltern ein besonders kritisches Auge auf Sicherheit und Datenschutz haben. Gehen die Eltern verantwortungsvoll mit der smarten Technik um, beherrschen das auch bald die Kinder.

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