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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Title: Komfort
Smarte Senioren

AAL: Auch Senioren brauchen ein Smart Home

Smart Home kann viele Abläufe automatisieren und uns den Alltag somit einfacher und sicherer machen. Davon können vor allem ältere Menschen profitieren.

© Fotolia / Africa Studio

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Smart Home - trendige Technik für die junge Generation, um alle Geräte im Haushalt via Smartphone zu steuern? Mit Nichten!

Zwar hält sich weiterhin stark das Klischee des via Smartphone steuerbaren Zuhause, doch sollen mit Smart Home vor allem die täglichen Abläufe in den eigenen vier Wänden automatisiert werden, um dadurch mehr Komfort und vor allem Sicherheit zu schaffen. Und dies steht nicht nur jungen Menschen, welche stets mit dem Trend der Technik gehen, zur Verfügung.

Auch für ältere Menschen kann Smart Home eine große Hilfe im Alltag bedeuten. Unter dem Begriff AAL (Ambient Assisted Living) was so viel bedeutet wie: „Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben“, gibt es bereits eine beachtliche Anzahl an Systemen, welche Älteren und Menschen mit einer Behinderung den Alltag erleichtern sollen.

Insbesondere diese Personengruppe ist aufgrund ihrer körperlichen Gebrechlichkeit vor Stürzen nicht gefeit. Am Fraunhofer-Institut wurde vor einiger Zeit ein intelligenter Fußboden namens „CapFloor“ entwickelt, welcher mithilfe eines geringen Magnetfeldes erkennt, ob auf ihm gelaufen wird oder eine Person gestützt ist. Der intelligente Fußboden kommt inzwischen in Seniorenheimen, wie zum Beispiel in der Seniorenresidenz „Wohnen am Schlossanger“ zum Einsatz. Gekoppelt mit der hauseigenen Rufanlage, erhält das Personal sofort eine Information, wenn ein Bewohner gestürzt ist.

© SensFloor / So sieht die Installation des smarten Bodens aus.

Darüber hinaus, wurde der intelligente Fußboden in den Räumen von besonders sturzgefährdeten Bewohnern auch mit der Beleuchtung gekoppelt, sodass ein Orientierungslicht eingeschaltet wird, wenn diese das Bett verlassen.

Da der CapFloor aus dünnen Drähten besteht, welche im Boden eingelassen werden, kann dieser nur im Neubau oder während einer Sanierung nachgerüstet werden. Mehr über den smarten Fußboden gibt es in diesem Beitrag nachzulesen.

Alternativ lässt sich dies zuhause aber auch ganz einfach mithilfe eines Bewegungsmelders und einer Lampe selbst nachrüsten.
Mit dem WeMo Motion Sensor und dem WeMo Switch, hat man alles Notwendige in einem Starterpack.

Möchte man das Bett verlassen, registriert der Belkin WeMo Motion Sensor die Bewegung vom Fuß, welcher aus dem Bett auf dem Fußboden aufgestellt wird und schaltet die Belkin WeMo Steckdose ein, an welcher eine Nachtischlampe oder ähnliches angeschlossen werden kann.

© Belkin / Bewegungsmelder und schaltbare Steckdose gibt es im praktischen Bundle.

Dank WLAN-Funkverbindung ist hierbei kein Kabelziehen nötig und auch eine extra Smart Home Zentrale ist nicht erforderlich, da die Belkin WeMo Geräte via WLAN mit dem heimischen Netzwerkrouter verbunden werden.

Soll es noch etwas komfortabler sein, so bietet Philips mit seinen Hue Leuchten und dem Hue Motion Sensor die Möglichkeit, das Lichtambiente und die Helligkeit – tageszeitabhängig zu variieren. So kann die Leuchte bei Bewegungserkennung tagsüber mit 100% Helligkeit eingeschalten werden und bei einer Bewegungserkennung nachts mit nur geringen 10% Helligkeit als Orientierungslicht dienen.

© Philips / Der Philips Hue Motion Sensor erkennt Bewegung und schaltet automatisch die Beleuchtung zu - ganz ohne Kabel.

Voraussetzung jedoch ist, dass die Leuchtmittel dauerhaft mit Strom versorgt werden. Schaltet jemand aus Gewohnheit die Lampen über den Lichtschalter aus, so können diese auch nur über den Lichtschalter wieder eingeschalten werden.

© Philips / Die Hue Leuchten können die Lichtstimmung je nach Tageszeit variieren.

Abhilfe können ganzheitliche Systeme mit Unterputzmodulen schaffen, welche hinter dem Wandschalter montiert werden und so das konventionelle Deckenlicht smart machen. Zwar ist für die Installation ein Elektriker notwendig, doch kann somit weiterhin wie gewohnt der Lichtschalter zum ein- und ausschalten des Deckenlichts verwendet werden. Zusätzlich kann dieses aber mit batteriebetriebenen Bewegungsmeldern gekoppelt werden, welche bei Bewegungserkennung automatisch das Licht einschalten.

© Chris Bertko / Ein Unterputzmodul macht das konventionelle Deckenlicht smart.

Einige dieser Systeme, wie Beispielsweise das Homematic System, oder das Z-Wave basierte Fibaro System, können zudem um elektrische Türschlösser erweitert werden.

In Kombination mit einer Fernbedienung, welche einfach in der Tasche verstaut mitgeführt werden kann, lässt sich so nicht nur das Licht einschalten, sondern auf Knopfdruck auch die Wohnungstür öffnen. So bleibt gerade für ältere, gebrechliche Menschen der mühsame Weg zur Tür erspart um beispielsweise den Pflegedienst hinein zu lassen. Für diese Smart Home Systeme ist eine zentrale Einheit, das sogenannte Gateway notwendig.

Sprachassistenten

Meist sind aber Fernbedienungen genau in den Moment in denen man diese benötigt nicht zur Hand. Da jedoch viele der Smart Home Systeme bereits eine Anbindung an einen Sprachassistenten, wie beispielsweise Alexa von Amazon bieten, kann der Sprachassistent auf Kommando das Licht einschalten, die Jalousien oder die Wohnungstür öffnen und im Notfall den Angehörigen eine Mitteilung via Pushnachricht oder eMail zukommen lassen. Eine dauerhafte Internetverbindung ist hierbei jedoch Pflicht.

Casenio

Die Berliner Firma „Casenio“ bietet ebenfalls solch ein ganzheitliches System, bestehend aus Sensoren, welche zum Beispiel Bewegung, Rauchbildung oder das Öffnen einer Tür- bzw. eines Fensters registrieren.

© Casenio / Smart Home als Assistenzsystem.
Das Besondere an Casenio ist jedoch: Das System ist komplett auf den Anwendungsfall AAL ausgelegt und funktioniert durch ein Zusammenspiel der Hauszentrale mit verschiedenen Sensoren und einem Service-Portal. In diesem Portal können die Nutzer individuell einstellen, was in ausgewählten Situationen passieren soll.

So werden untypische Zustandsveränderungen und kritische Situationen von den Sensoren erkannt und eine Handlungskette wird ausgelöst. Ein Beispiel dazu: Ist in der Küche der Herd eingeschalten, aber es fand seit einiger Zeit keine Bewegung mehr in der Küche statt, so wird ein akustischer und visueller Alarm aktiviert. Reagiert der Bewohner darauf nicht, wird der Herd automatisch ausgeschalten und ein Angehöriger informiert, welcher sich dann über das persönliche Wohl des Bewohners vergewissern kann.

© Casenio / So sieht ein mögliches Szenario im Bereich AAL aus.

Das Casenio System greift aber nicht nur im Notfall, sondern unterstützt auch im Alltag. So kann es dank einer Sensorik, welche erkennen kann, ob eine Tablettenbox geöffnet wurde, den Bewohner auch an die Einnahme seiner Medikamente erinnern. Oder durch einen Sensor, welcher erkennt, ob ein Bett belegt ist, die Heizung nachts automatisch auf Absenktemperatur stellen. Falls das Bett nachts verlassen wird, wie in meinem Beispiels eingangs beschrieben, wird das Licht automatisch eingeschalten, um Stürzen vorzubeugen.

Smart Home ist bereits heute weit mehr, als eine trendige hippe Technik für technikverliebte junge Menschen. Im richtigen Zusammenspiel von Sensoren und Aktoren kann diese den Alltag von älteren Menschen erheblich vereinfachen.

Fazit

Grundsätzlich gilt: Dank Szenen und Regeln für die Automatisierung, ist eine Bedienung via App in fast keinem Fall notwendig, sodass sich die Bewohner an keine neuen Eingabegeräte gewöhnen müssen.

Bereits mit einfachen Szenarien lässt sich das Leben für ältere Menschen in den eigenen vier Wänden einfacher gestalten.

Möchten die Kinder oder Enkel die Installation selbst vornehmen, so sind Philips Hue oder das Belkin WeMo Set eine gute Wahl. Für mehr Funktionen sollte es dann aber schon ein ganzheitliches System sein. Auch hier lassen sich viele Sensoren in Eigenregie installieren, bei Unterputzmodulen sollte aber ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Damit alle Sensoren und Aktoren zusammenspielen, müssen abschließend noch die Regeln für die Automatisierungen erstellt werden. Einfache „WENN Bewegung DANN Licht an Szenen“ sind auch hier meist kein Problem, bei komplexeren Szenarien kann es kniffelig werden. Hier lohnt der Blick auf spezielle Assistenzsysteme, welche entsprechende Szenarien bereits vorkonfiguriert haben. Aber: Viele dieser Systeme sind an ein monatliches Abosystem geknüpft.

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