Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Moderner Bewegungsmelder

Alles Smarte kommt von oben: Deckensensoren für mehr Sicherheit

Das Fraunhofer IGD entwickelt Sensoren, deren Funktionsweise sich an der Natur orientiert. Sie erkennen Menschen so, wie Haie ihre Beute erkennen.

© Fraunhofer IGD

© Fraunhofer IGD

Das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) arbeitet in der Forschung mit der TU Darmstadt und Microsoft Research eng zusammen, um ein neues Sensorsystem zu entwickeln, das unter anderem dazu beitragen soll, älteren und körperlich eingeschränkten Menschen zu helfen.

Neu ist nicht nur die Technologie, die dahinter steht, sondern auch die Platzierung der Sensoren im Wohnraum. Das System mit Namen „Platypus“ verfügt über Sensoren in der Zimmerdecke. Dort arbeiten sie für Bewohner und Besucher unsichtbar und in keiner Weise das ästhetische Empfinden beeinträchtigend. Auch das unangenehme Gefühl der Überwachung, das beispielsweise beim Einsatz von Kameras aufkommen kann, bleibt damit aus.Das Sensorsystem Platypus ermöglicht es Senioren, lange und selbständig in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen ohne sich von der Technik gestört zu fühlen. © Fotolia / beeboys

Die smarten Sensoren sollen immer wissen, wo sich eine Person gerade aufhält. Zudem soll das System zwischen mehreren Personen unterscheiden können, wissen, ob jemand gerade gestürzt ist oder sich weiterhin durch den Raum bewegt. Die Wissenschaftler orientieren sich bei der Realisierung des Sensorsystems stark an der Natur, um genauer zu sein: am Ortungssystem von Haien. Die Raubfische verfügen über viele sogenannte Lorenzinische Ampullen, also Sinnesorgane, mit deren Hilfe sie elektrische Signale anderer Lebewesen empfangen und somit deren Position bestimmen können. Alle Menschen und Tiere senden unbewusst solche Signale aus, können diese auch nicht abschalten oder in irgendeiner Weise beeinflussen. „Der menschliche Körper verändert durch Bewegung die elektrischen Felder seiner Umgebung“, so Dr. Andreas Braun vom Fraunhofer IGD. Und weiter: „Neuartige Sensoren erkennen feinste Änderungen des elektrischen Feldes und können Menschen über einen Abstand von mehreren Metern erkennen.“Unter anderem anhand elektrischer Signale spüren Haie ihre Beute auf. © Fotolia / Uryadnikov Sergey

Sind die Veränderungen erfasst, werden sie an ein Empfangsgerät weitergeleitet. Von da an sind eine ganze Reihe von verschiedenen Szenarien und Wenn-Dann-Ereignissen rund ums Thema Smart Home vorstellbar. Im Folgenden sollen nur ein paar wenige Ideen zur Veranschaulichung genannt werden:

Die Sensoren bemerken, dass sich eine Person alleine im Zimmer befindet und länger nicht mehr bewegt. Gekoppelt mit den entsprechenden Smart Home-Geräten kann daraufhin ein Alarm ausgelöst werden, der Hilfe verständigt. Vor allem in der Betreuung von älteren oder pflegebedürftigen Menschen kann die Technik von großer Bedeutung sein und sogar Leben retten.

Ein weiteres, dramatisches Ereignis wäre etwa ein Einbruch: Die Bewohner sind nicht zu Hause, plötzlich meldet das System Bewegungen in der Wohnung. Auch hier könnte ein entsprechender Alarm ausgelöst werden – vielleicht sogar in Verbindung mit der Aktivierung einer Sirene und automatischer Türverriegelung, um den Eindringling bis zum Eintreffen der Polizei festzusetzen.Die Deckensensoren erkennen Bewegungen im Zimmer und können somit auch als Teil einer Alarmanlage eingesetzt werden. © Fotolia / Igor Mojzes

Weniger spektakulär, aber genauso hilfreich sind beispielsweise verschiedene Szenarien, die beim Energiesparen helfen: Registrieren die Deckensensoren von Platypus, dass sich niemand mehr im Zimmer befindet, könnte die Heizung automatisch heruntergefahren und die Fenster geöffnet werden. Auch das Ausschalten der Beleuchtung wäre vorstellbar.

Im umgekehrten Fall sorgt das automatische Einschalten des Lichts, sobald eine Person den Raum betritt, für mehr Sicherheit – stolpern und stürzen wird damit vorgebeugt. Ebenfalls vor allem für ältere Menschen oder Demenzkranke gut denkbar: Befindet sich länger niemand in der Küche, ist der smarte Herd, der natürlich mit Platypus vernetzt sein muss, jedoch an, könnte in dem Fall eine Warnung auf das Smartphone geschickt werden, damit es nicht zum bösen Erwachen kommt, wenn das Essen – oder schlimmer noch: die ganze Küche – in Brand steht. 

Fazit

Je nachdem wie sich der Nutzer der smarten Deckensensoren sein Leben im Smart Home individuell gestalten will, stehen ihm im Zusammenhang mit Platypus also ein Menge Möglichkeiten offen. Damit dürfte das Sensorsystem vom Fraunhofer IGD das Potenzial zu einem echten Meilenstein auf dem Markt der vernetzten Bewegungsmelder darstellen. Auf der MobiSys-Messe im Juni 2016 in Singapur wurde das Sensorsystem bereits vorstellt.

Andere Artikel mit Themen: Bewegungssensor, Sensoren, Sicherheit, Energie sparen

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück