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Smart Home für Senioren

Digitale Hilfe für Senioren

Digitale Hilfe für ältere Menschen: Ein von der Universität mitentwickeltes, einfaches System soll den Zugang erleichtern.

Seniorin bedient Tablet

© CIBEK technology + trading GmbH

Im Alter werden viele Selbstverständlichkeiten plötzlich zur Mammutaufgabe. Wenn der Weg zum Lichtschalter immer beschwerlicher wird und viele andere Tätigkeiten im Haushalt nur noch mühsam zu bewältigen sind, springt PAUL ein. Dahinter verbirgt sich ein modulares Smart-Home-System, das speziell für Menschen entwickelt wurde, die noch keinen direkten Draht zur modernen Technik haben.

Ein Assistent für viele Fälle

PAUL steht für: „Persönlicher Assistent für unterstütztes Leben“. Er wurde von der Technischen Universität Kaiserslautern gemeinsam mit dem Unternehmen Cibek entwickelt, um hilfsbedürftige Menschen im Alltag in ihrer Wohnung zu unterstützen. Damit er problemlos auch von wenig technikaffinen Nutzern verwendet werden kann, wurden alle Komponenten im Hinblick auf eine möglichst einfache Handhabung entwickelt. Smart: Die Entwickler haben das ganze System in Zusammenarbeit mit denjenigen Menschen gestaltet, die es benutzen sollen.

Leicht bedienbare Schaltzentrale

Kernstück des Systems ist ein berührungsempfindlicher Bildschirm, über den sich unterschiedliche Komponenten steuern lassen. Welche Komponenten dabei verfügbar sind, ist von der gewählten Ausbaustufe abhängig. Der Bildschirm ist fest in der Wohnung installiert und besitzt eine einfach strukturierte und große Oberfläche. Das vereinfacht die Steuerung im Vergleich zu fummeligen Apps auf winzigen Touchscreens ungemein.PAUL Menü Benutzeroberfläche

Den Einstieg in PAUL bildet die Ausbaustufe PAULo. Sie dient in erster Linie der Kommunikation und bietet einen einfachen Zugang zur Videotelefonie, ein vereinfachtes Internetportal sowie ein Bestellsystem für Dienstleistungen und Waren. Die mittlere Ausbaustufe PAULa kümmert sich zusätzlich um die Sicherheit: Bei längerer Inaktivität des Besitzers (PAUL beherrscht die Kommunikation mit z. B. Bewegungsmeldern und anderen Sensoren und Aktoren) kann eine Warnmeldung an eine Hilfsorganisation abgesetzt werden, die Haustür lässt sich vom Anwender per integrierter Kamera überwachen, und auch das Absetzen von Hilferufen über den zentralen Bildschirm ist möglich. In der kompletten Ausbaustufe PAUL sind neben den oben genannten Kommunikations- und Sicherheitsfunktionen auch Komponenten der Haussteuerung enthalten: So können etwa Lampen in der Wohnung ein- und ausgeschaltet sowie Rollläden und Fenster geöffnet oder geschlossen werden. Der Einstieg in das System ist ab ungefähr 2.000 Euro möglich, ein Komplettausbau in einer kleinen Wohnung wird – je nach individuellen Gegebenheiten – mit etwa 5.000 bis 7.000 Euro zu Buche schlagen. Der Hersteller wendet sich vorrangig an Betreiber von Anlagen für altersgerechtes Wohnen. Bei Neubauten können entsprechende Kabelverbindungen (KNX Bus) gleich eingeplant werden, oder aber die Übertragung läuft per EnOcean-Funkstandard, was die Installation auch ohne Verkabelung möglich macht. Ein gewichtiger Vorteil von EnOcean: Sensoren und Taster funktionieren dauerhaft auch ohne externe Stromversorgung.

Unauffällige Integration in den Alltag

Da das System komplett unter Beteiligung der Zielgruppe erstellt wurde, ist die Akzeptanz äußerst hoch. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Paul sich individuellen Bedürfnissen anpassen lässt – und sich im Wohnumfeld des Anwenders wenig ändern muss. Auch trägt der Anwender keine Geräte am Körper, was oft als unangenehm und einschränkend empfunden wird. Für Angehörige ist der zusätzliche Sicherheitsaspekt interessant: Ist ein älterer Mensch – etwa wenn er in der Wohnung gestürzt ist – nicht in der Lage, selbst einen Notruf abzusetzen, wird das System schnell auf die Inaktivität aufmerksam und schlägt Alarm. Hilfe ist dann entsprechend schnell vor Ort. Auf dem Display kann der Bewohner aber auch unkompliziert überprüfen, ob alle Fenster und Türen der Wohnung verschlossen sind, oder ob der Herd tatsächlich ausgeschaltet ist. Und auch die Kommunikation kommt bei PAUL nicht zu kurz: Die Integration von Videotelefonie oder der Austausch mit Nachbarn innerhalb einer Wohnanlage über ein im System aufrufbares „Schwarzes Brett“  werden nach der Erfahrung der Betreiber dankbar angenommen.Hilferuf Screen

Wie kommt PAUL zu mir?

Voraussetzung für die Installation des Systems sind ein Internetanschluss und die Anbindung an ein Notrufsystem. Da PAUL eine nicht unerhebliche Infrastruktur benötigt, sind Einzelinstallationen wenig sinnvoll. Denn: Die verknüpften Dienstleistungen werden nicht direkt vom Hersteller von PAUL angeboten, sondern sind vom regionalen Dienstleistungsangebot abhängig. In einer noch nicht für das System erschlossenen Region müssen sich daher auch zunächst mindestens zehn Interessenten finden. Das von der Firma Cibek weiterentwickelte und vermarktete System wurde bisher vor allem von Wohnungsbaugesellschaften in Rheinland-Pfalz – etwa in Speyer, Kaiserslautern und Ludwigshafen – eingebaut. Aber auch in anderen Bundesländern unterstützt PAUL bereits den Alltag im betreuten Wohnen. Weitere Installationen sind in Vorbereitung. 

Fazit

PAUL ist ein gelungenes Beispiel für Ambient Assisted Living – ein altersgerechtes Assistenzsystem für ein selbstbestimmtes Leben. Er ermöglicht es hilfsbedürftigen Menschen, möglichst lange selbstständig und selbstbestimmt in ihrer vertrauten Wohnumgebung zu leben und macht die Anwender zugleich mit moderner Technik vertraut– insbesondere Menschen, die sich sonst Neuem gegenüber sträuben.

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