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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Alt werden im Smart Home

Lieber im cleveren Zuhause als im Altersheim wohnen

Einige Smart-Home-Systeme gehen gezielt auf die Bedürfnisse älterer Menschen ein. Die Palette ist groß und vielfältig.

Senioren bedienen Tablet zuhause.

iStock/Casarsa

Für die Jüngeren bietet Smart-Home-Technik einfach mehr Bequemlichkeit, Spaß und Sicherheit, für Ältere ist sie dagegen im Alltag eine wertvolle Hilfe. Laut Prof. Gabi Troeger-Weiß von der Technischen Universität Kaiserslautern wünschen sich mehr als 90 Prozent der Deutschen, im Alter so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, und zwar selbst dann, wenn sie Pflege benötigen. Was aufgrund der demografischen Entwicklung zunächst wie ein schwer umsetzbares Ziel aussieht, wird dank moderner Smart-Home-Technik bald zur Realität. Immerhin können bereits selbst Lebensmittel über das Web bestellt und bis zur Tür gebracht werden. Zeit also, für den nächsten Schritt.

Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler in Projekten wie SmartSenior mit der Frage, wie man älteren Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und für sie innerhalb ihrer Wohnung eine umfassende medizinische und soziale Betreuung aufbauen kann. Der Fachbegriff dafür lautet Ambient Assisted Living (altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben) und wird mit AAL abgekürzt.

AAL-Systeme für ein selbstbestimmteres Leben

Die Idee beginnt bei einer einfachen Erinnerungsfunktion für die Medikamenten-Einnahme und soll auch die automatische Übertragung von Blutdruck- oder Blutzucker-Werten über eigene Schnittstellen an den Hausarztermöglichen. Hier fehlt in der Medizin allerdings noch die breite, praktische Akzeptanz. Lediglich hochtechnologische Einrichtungen, wie etwa das Telemedienzentrum der Berliner Charité, bieten in Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Forschungsprojekten entsprechende Programme an. Hier kann etwa ein Patient mit einer Herzinsuffizienz an einem Betreuungsprogramm teilnehmen, bei dem er mit einem geliehenen EKG-Gerät die täglichen Elektrokardiogramme erzeugen und übertragen kann. An diesen und vielen anderen Ansätzen forscht unter anderem auch das Fraunhofer Institut.

Bereits erhältliche, automatische Heim-Warnsysteme hingegen, wie etwa SensFloor von FutureShape, sollen auf regelmäßige Aktivitäten der Bewohner achten und bei Verdacht Angehörige oder einen Notfalldienst alarmieren. Solche sogenannten Domotik-Systeme arbeiten mit Sensoren, die in den Teppich oder Boden eingelassen sind oder im Lichtschalter sitzen (Delta Dore). Sie schlagen dann Alarm, wenn der Bewohner ins Bad geht und es längere Zeit nicht wieder verlässt. Einige Hersteller bieten auch Sturzerkennungen an, die mit Sensoren am Boden, Kameras oder einem um den Hals getragenen Fallsensor mit Alarmknopf arbeiten.

Qivicon TelekomAndere AAL-Systeme nehmen den Bewohnern körperlich schwere Arbeiten ab und ziehen etwa auf Knopfdruck die Jalousien hoch. In der erweiterten, smarten Version sind sie in der Lage, die Rollläden immer dann automatisch herunterzulassen, wenn die Sonne ins Fenster scheint. Entsprechende Produkte gibt es etwa von Berker oder Rademacher. Einige dieser auch für andere Nutzer interessanten Systeme kennen sogar den Sonnenstand über das Jahr hinweg und sorgen entsprechend für Schatten im Raum, was besonders für gehbehinderte oder bettlägerige Personen eine große Hilfe ist. Mit Bewegungsmeldern gekoppelte Lichtsteuerungen kümmern sich darum, dass der nächtliche Weg ins Bad gut beleuchtet ist. Entsprechende Aktoren gibt es in unterschiedlicher Ausführung beispielsweise von eQ-3 HomeMatic oder RWE SmartHome.

Noch einen Schritt weiter ging das Berliner Immobilienunternehmen Thamm & Partner bei einem Bauprojekt in Potsdam: Dort erhielt jeder Käufer einer Wohnung ein iPad, über das er per E-Mail oder Videotelefonat einen Web-Concierge kontaktieren kann, der die Wünsche der Hausbewohner entgegennimmt. Gleichzeitig ist auf dem Tablet auch eine intelligente Steuerung für die gesamte Wohnungstechnik eingerichtet. Für dieses innovative Konzept gab es 2012 die Auszeichnung als bestes Smart-Home-Produkt von der Initiative SmartHome Deutschland e. V.

Fazit

Smart-Home-Technik eignet sich ausgezeichnet, um das Leben für Senioren einfacher und sicherer zu machen. Auf diese Weise können sie länger in der vertrauten Umgebung ihrer Wohnung leben, denn sie werden zusätzlich von smarter Technik im Alltag unterstützt.

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