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GPS-Ortung

Opa auf Wanderschaft: Weggelaufen? Wieder gefunden!

Viele Demenz-Kranke neigen dazu, unkontrolliert das Haus zu verlassen - und gehen dabei große Risiken ein. Aber es gibt Möglichkeiten, die Gefahr zu reduzieren

Smarte GPS Tracker helfen Senioren.

iStock.com/Vasiliki Varvaki

Wenn Angehörige ihre demenzkranken Eltern oder Großeltern zu Hause pflegen und betreuen, ist die Belastung groß. Eines der größten Probleme ist die sogenannte Weglauf- oder Hinlauftendenz, die viele Demenzkranke aufweisen. Laut der amerikanischen Alzheimer’s Association tritt dieses Phänomen bei sechs von zehn Erkrankten auf. Die Patienten verlassen dann des Öfteren die eigenen vier Wände, weil sie beispielsweise meinen, zur Arbeit gehen oder die Kinder von der Schule abholen zu müssen. Dabei verlieren sie draußen schnell die Orientierung und verirren sich. Hilfe bei der Suche versprechen GPS-Lösungen. GPS heißt Global Positioning System (zu Deutsch: globales Positionsbestimmungssystem) und funktioniert über eine Signalübertragung per Satellit. Es hilft bei der Ortung von Personen – und das auf wenige Meter genau.

Personen per App orten

Für eine Personen-Ortung per GPS braucht man heutzutage keine teure Technik mehr. Jedes aktuelle Smartphone – egal ob mit den Betriebssystemen Android, iOS oder Windows ausgestattet – bringt inzwischen einen integrierten GPS-Empfänger mit. Ist die Funktion aktiviert, kann das Handy exakt geortet werden. Apps wie „Familienorter - Life360“ nutzen diese Möglichkeit, damit Angehörige sich den aktuellen Standort des Handy-Nutzers auf einer digitalen Landkarte anzeigen lassen können. Dafür muss die App lediglich auf dem betreffenden Handy installiert werden. Es lässt sich sogar eine Standortbenachrichtigung einstellen, bei der Angehörige per SMS automatisch informiert werden, sobald der Demenzkranke ein bestimmtes Ziel erreicht hat. Das kann bei Patienten mit einer Hinlauftendenz – beispielsweise zu der alten Arbeitsstelle oder der früheren Wohnung – sehr nützlich sein.

Spezielle Notfall-Handys für die professionelle Nutzung

Die Ortung über eine App auf einem handelsüblichen Smartphone hat in der Praxis einen entscheidenden Nachteil: Die Akkulaufzeiten der Geräte sind sehr gering. Bei eingeschaltetem GPS-Empfang müssen Smartphones jeden Tag neu aufgeladen werden. Das kann im Alltag zum Problem werden. Besser geeignet sind spezielle Notfalltelefone mit GPS-Ortung. Das Tipronet GT300 ist ein solches Modell.

Das Mobiltelefon ist speziell für demenzkranke Anwender konzipiert worden und bringt neben einem Notfall-Knopf auch eine lange Akkulaufzeit von bis zu acht Tagen mit. Per SMS und über das Internet können Angehörige jederzeit den aktuellen Standort des Nutzers abrufen. Weiterer Vorteil des Geräts: Ein Sturzsensor erkennt automatisch, wenn der Demenzkranke einen Unfall hatte und informiert die Angehörigen per SMS.

Neben den Handys mit GPS-Funktion können Angehörige auch reine GPS-Tracker wie beispielsweise das Überwachungssystem von TK Star oder den Incutex TK105 mini GPS Tracker einsetzen. Solche Geräte sind im Handel schon ab etwa 50 Euro zu haben sind. Damit kann die aktuelle Position jederzeit abgefragt werden. Die Akkulaufzeit solcher Geräte, die vielfach kleiner sind als eine Zigarettenschachtel, beträgt bis zu 14 Tage.

James Bonds Geheimtricks: GPS in der Schuhsohle

Ein Problem können jedoch all diese Geräte nicht lösen: Was macht man, wenn der Demenzkranke sein Handy vergisst oder den Brustbeutel mit seinem GPS-Tracker einfach zu Hause lässt? Die Antwort liefert das amerikanische Unternehmen GTX Corp mit der GPS Smart Sole. Hier befindet sich der GPS-Chip in einer Einlegesohle, die in den Schuh geschoben wird. Angehörige können den Akkustand des Chips und den Aufenthaltsort jederzeit per Smartphone-App überwachen.

Die GPS-Einlegesohle wird in Deutschland vom Unternehmen way4net vertrieben. Bei den Experten kommt die GPS-Sohle gut an. „Unsere Betreuer warten sehnlichst auf solche technische Lösungen, die ihnen helfen können“, sagt Katherine L. Possin, Assistenzprofessorin beim neuropsychologischen Institut des UCSF Memory and Aging Center in San Francisco. „Die meisten Betreuer hatten mindestens einen Fall“, erklärt Possin, „in denen Patienten die Klinik verlassen haben und kein GPS-Gerät dabei hatten. Dann musste jedes Mal die Polizei eingeschaltet werden“.

Eine weitere Lösung: Ortung per Armbanduhr

Absolute Sicherheit bringen aber natürlich auch die GPS-Sohlen nicht. Wenn die demenzkranken Patienten ohne ihre Schuhe losziehen, bringt logischerweise auch die Personenortung keinen Erfolg. Helfen kann dann vielleicht eine andere Alternative: eine Uhr mit integriertem GPS-Tracker. Auch in diesem Bereich hält der Handel mit Produkten wie der GPS Uhr Alpha von Himatic spezielle Lösungen für Demenzkranke bereit. Doch hier gilt ebenfalls: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, denn auch Uhren kann man bekanntlich ablegen.

Fazit

Bei der Betreuung von Demenzkranken mit Weglauftendenz können GPS-Tracker eine große Hilfe sein. Eine absolute Sicherheit können sie allerdings nicht liefern. Es empfiehlt sich aber, dass Betreuer und Angehörige darauf achten, welche Gegenstände die Patienten meistens mit sich führen und welche Kleidung sie tragen, wenn sie weglaufen. So kann man am besten herausfinden, welche GPS-Lösung für den Einzelfall die beste ist.

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