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Schlaue Medikamentenbox

Smarte Pillendose erinnert an Medikamente

Gestern schon wieder die Medizin vergessen? Smart Drug Dispenser und MedMinder sollen das in Zukunft verhindern.

Smart Drug Dispenser

© Mechatronic/Balda

Innovative Firmen haben das Problem erkannt, dass Patienten häufig vergessen, ihre Medikamente richtig einzunehmen, und möchten es mit smarter Technik lösen. Dazu gehören etwa die deutschen Unternehmen Mechatronic und Balda aus Darmstadt beziehungweise Bad Oeynhausen, die gemeinsam den Smart Drug Dispenser entwickelt haben. Ausgangspunkt ist die klassische Pillendose, die den Patienten bei der korrekten Einnahme der Medikamente helfen soll – aber dies nicht immer zuverlässig tut. Nur weil ein Plastikdöschen mit den Wochentagen beschriftet und mit Medizin gefüllt ist, erinnert man sich nicht jeden Tag zur richtigen Uhrzeit daran, die Pillen auch zu schlucken. Dass man montags drei Pillen am Morgen, dienstags zwei Pillen am Mittag und nochmal drei am Abend, an den folgenden Tagen aber nur jeweils zwei Pillen am Nachmittag nehmen soll, macht die Sache nicht leichter. Vor allem ältere Menschen kommen damit schnell durcheinander, vergessen die Einnahme oder nehmen die falsche Medizin. 

Studien bestätigen, dass weit über die Hälfte aller Senioren in Deutschland schon einmal vergessen hat, Medikamente nach Plan einzunehmen. Das sagen zum Beispiel 60 Prozent der Teilnehmer einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Krankenhausbetreibers Asklepios. Das gefährdet nicht nur die Gesundheit der Patienten, sondern soll das Gesundheitssystem sehr viel Geld kosten. Studien – wie etwa eine Analyse der Gesundheitsökonomin Michaela Gräf (Verlag P.C.O., 2007) – sprechen von 10 Milliarden Euro pro Jahr an Mehrausgaben allein in Deutschland, weil Heilungsprozesse länger dauern, Folgeerkrankungen auftreten können und damit vor allem die Arztkosten steigen.

Smart Drug Dispenser und Smartphone mit App

Falsche Dosierung vermeiden

Der Smart Drug Dispenser soll dafür sorgen, dass Patienten die richtigen Tabletten am richtigen Tag zur richtigen Uhrzeit nehmen – ohne eine Dosis zu vergessen. Dazu koppelt man den intelligenten Tablettendosierer mit dem Smartphone des Nutzers. Über eine App programmiert der Arzt, Pfleger, Patient oder Angehörige Anzahl und Zeitpunkt der einzunehmenden Medikamente. 

Das Gerät übernimmt den Dosierungsplan und gibt die Medikamente per Knopfdruck aus. Die Smartphone-App erinnert den Benutzer an die Einnahme – per Meldung auf dem Display und mit einem akustischen Signal. Und zwar solange, bis der Patient die Pillen entnommen hat. Auf Wunsch geht zusätzlich die Benachrichtigung „Dosis eingenommen“ an Therapeuten oder Familienmitglieder. Danach sperrt das Gerät die Ausgabe bis zum nächsten Termin. Damit soll es Unter- oder Überdosierung verhindern. 

Die Hersteller des Smart Drug Dispensers sind keine Unbekannten auf dem Markt für Medizingeräte. Bei diesem Projekt kommen App und Elektronik von Mechatronic, die Kunststoffkomponenten von Balda. Aktuell arbeiten die Entwickler an einer zweiten Version des Prototyps, der nochmals um 25 Prozent geschrumpft ist.

Derzeit ist allerdings noch nicht klar, auf welchem Weg die smarte Pillendose zum Patienten kommt. Möglich ist etwa die Zusammenarbeit mit Krankenkassen und/oder der Verkauf in Apotheken. Zu Verfügbarkeit und Preis konnte man uns jedenfalls auf Nachfrage keine genauen Infos geben. Allerdings spare die Auslagerung der Rechenleistung auf das Smartphone die Kosten für Entwicklung und Produktion einer Steuereinheit in der Pillendose. Das dürfte auch den Endpreis drücken.

Dosierhilfe mit eingebautem Handy

Einen Schritt weiter ist da schon der MedMinder aus den USA. Diese smarte Pillendose kommt mit 28 kleinen Kammern, aufgeteilt in vier Reihen à sieben Dosen. Damit kann der Nutzer schon die nächsten vier Wochen im Voraus planen, alternativ aber auch alle Reihen für eine Woche nutzen, um etwa an jedem Wochentag verschiedene Medikamente zu vier unterschiedlichen Tageszeiten einzunehmen. 

MedMinder Pillenbox

MedMinder funktioniert ganz ohne Smartphone und erinnert den Patienten audiovisuell. Zur richtigen Zeit blinkt die jeweilige Kammer auf, sodass der Nutzer sicher weiß, welche Pillen jetzt einzunehmen sind – alle anderen Kammern sind fest verschlossen. So verhindert das Gerät, dass man etwa am Mittwoch die Medizin für Donnerstag einnimmt.

Das Besondere an MedMinder: Der Hersteller hat ein Mobilfunkmodem eingebaut, das Smartphone ist quasi schon integriert. So müssen sich ältere, weniger technikaffine Nutzer nicht damit herumschlagen. Über eine ständige drahtlose Internetverbindung benachrichtigt das Gerät den Arzt oder Angehörige, wenn eine Dosis beispielsweise nicht eingenommen wurde oder wenn der Nutzer Hilfe benötigt. Den MedMinder gibt es nämlich ebenfalls mit Notfallknopf: Ein Druck darauf öffnet eine Leitung zu einer Notfallleitstelle. 

Screenshot App

Mit Preisen zwischen 40 und 65 US-Dollar (etwa 36 bis 58 Euro) pro Monat ist die smarte Pillendose aus den Staaten nicht günstig. Wegen der unterschiedlichen Frequenzen im Mobilfunknetz ist das Gerät hierzulande aber ohnehin nicht einsetzbar. 

Das Smartphone als Pillendose

Wer sich das Geld für eine smarte Pillendose sparen möchte, nutzt alternativ das Smartphone als Gedächtnisstütze. Entsprechende Apps wie „Medisafe“, „Meine Pillbox“ oder „Tabletten Erinnerung“ bieten genau für diese Aufgabe spezielle Funktionen. Sie simulieren eine Tablettendose auf dem Display, unterstützen die Eingabe mit einer riesigen Medikamentendatenbank und kommen selbst mit komplexen Einnahmeregeln zurecht. Einige – wie etwa „Medisafe“ – beziehen auch andere Personen mit ein, die die Erinnerung dann ebenfalls erhalten.

Fazit

Smarte Pillendosen mit Internetzugang sind zwar noch Neuland, werden aber in einigen Jahren so selbstverständlich sein wie Blutdruckmessgeräte und Fieberthermometer. In einer immer stärker technisierten Gesellschaft helfen sie jungen und alten Patienten, die richtigen Medikamente pünktlich einzunehmen. Das hilft der Gesundheit und spart Arztkosten.

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